Ein schmerzhafter Verlust fürs Tal

von Redaktion

Über 100 Menschen folgten dem Sarg bei der Beerdigung des Wiesseer Journalisten Dr. Michael Heim auf dem Waldfriedhof in München. Besonders das Tegernseer Tal war mit Bürgermeistern, Kollegen, Weggefährten, Freunden und einer großen Abordnung der Bergwacht vertreten.

Rund 100 Menschen haben gestern in München Abschied von Dr. Michael Heim genommen.
Rund 100 Menschen haben gestern in München Abschied von Dr. Michael Heim genommen.

Es war eine würdige Beerdigung. Langsam und feierlich spielte Sepp Kandlinger mit seinen Bläsern den Langenwanger Jodler, während der Sarg in die Aussegnungshalle des Waldfriedhofs in München geschoben wurde. Danach andächtige Stille. Die über 100 Teilnehmer der Beerdigung gedachten Dr. Michael Heim, dem engagierten Journalisten, Mahner und Chronisten des Tegernseer Tals, der am 29. Dezember 2015 in Folge einer Operation im Alter von 79 Jahren in München verstarb.

Unter den Trauergästen waren neben der Familie unter anderem die Bürgermeister Josef Bierschneider und Christian Köck, die ehemaligen Bürgermeister Franz Hafner und Claus Cnyrim. Auch der Leiter des Museums Tegernseer Tal Hans-Herbert Perlinger, Benni Eisenburg sowie der Karikaturist Hans Reiser, mit dem Heim gemeinsam ein Buch über Wolpertinger geschrieben hat, waren gekommen.

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“Trennung ist unser Los. Wiedersehen unsere Hoffnung.”

In seiner Trauerrede versuchte der Theologe Michael Bauer besonders den Angehörigen Trost zu spenden und zitierte den Philosophen Augustinus. Der sagte, Trennung ist verbunden mit Hoffnung, aber so bitter der Tod auch sein mag, die Liebe mag er nicht zu scheiden. Und das Andenken an den Verstorbenen auch nicht. Auch wenn der Ehemann, Vater, Freund, Kollege oder Bekannte jetzt nicht mehr da ist, sollte man Freude daran haben, dass man die Möglichkeit gehabt hatte, ihn zu lieben oder zu kennen und Zeit mit ihm verbringen konnte.

Bauer schilderte ausführlich zahlreiche Stationen aus dem Leben von Michael Heim. Von seiner Geburt in Bad Wiessee über den „Spagat zwischen Familie mit vier Kindern und seiner Arbeit als Journalist, Autor und Regisseur“, bis hin zu seinem unermüdlichen Engagement für die „Tegernseer Tal Hefte“, die Chronik und das Gedächtnis des Tegernseer Tals.

Unvergessen bleibt auch das Oratorium „De Fundatione“ über die Gründung des Klosters Tegernsee, das Heim zusammen mit dem Tegernseer Musiker Thomas Rebensburg geschrieben hat und das zuletzt 2010 anlässlich des 175-jährigen Jubiläums der Kreissparkasse in der ehemaligen Klosterkirche in Tegernsee aufgeführt wurde.

Dr. Michael Heim - ein Journalist aus Leidenschaft
Dr. Michael Heim – ein Journalist aus Leidenschaft

Wichtig war für Heim zudem der Erhalt der Natur und der Schönheit des Tegernseer Tals. Häufig wetterte er im seiner Kolumne „Seegeist“ gegen die „Bauwut“ von Investoren und verglich einmal jede neue Baugrube mit einem ausgehobenen Grab für das Tal.

Der Trauerredner zitierte Angela Brogsitter-Finck von der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal, dessen Ehrenmitglied Heim war: „Dr. Heim war unser Verbündeter, unser einzigartiges Gottesgeschenk, das Tegernseer Tal, vor der weiteren Zerstörung zu bewahren. Kein anderer hat wie er den Finger in die Wunde gelegt.“ Und so sei sein Tod ein schmerzhafter Verlust für das ganze Tal.

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