Der Holzkirchner Wochenmarkt
Eine alte Idee bewährt sich

von Franziska Hampel

Der Holzkirchner Wochenmarkt blickt auf über 40 Jahre Tradition zurück. Verstaubt ist sein Image aber noch lange nicht. Draußen am Marktstandl bei bekannten Gesichtern einzukaufen, ist “In”: die Holzkirchner kaufen gerne am Marktplatz ein. Und einen ökologischen Vorteil hat der Einkauf zusätzlich.

Damiano Angelicchio versorgt seine Kunden mit italienischen Spezialitäten.
Damiano Angelicchio versorgt seine Kunden mit italienischen Spezialitäten.

Zwei Mal pro Woche kann man den Holzkirchner Wochenmarkt besuchen. Immer mittwochs und samstags versammeln sich Standbetreiber am Marktplatz und bieten von morgens 7:30 bis 12:30 Uhr ihre Waren an. Und das schon seit langer Zeit: „Die erste Wochenmarktsatzung wurde im August 1974 rechtskräftig“, erklärt das Ordnungsamt der Gemeinde Holzkirchen.

Seit 1974 findet nun jeden Mittwoch ein Einkaufsmarkt für die Bürger statt. Mittlerweile versammeln sich rund 17 Standbetreiber an den Marktplatz. Mal mehr mal weniger, denn: „Nicht alle Stände sind permanent vertreten, manche Betreiber kommen nur temporär“, so heißt es aus dem Rathaus.

Zweiter Markt am Samstag

Um auch Berufstätigen die Möglichkeit zu geben auf dem Markt einkaufen zu können, gibt es seit 1993 den Wochenmarkt auch samstags. Er ist mit 13 Ständen die kleine Schwester des Marktes unter der Woche. Das Angebot am Samstag profitiert vor allem davon, dass es das einzige sei in der Umgebung, erklärt eine Standmitarbeiterin.

Dabei sind die Anbieter breit gefächert. Es gibt einen Bäcker, eine Eierverkäuferin, ein Schwammerlwagerl, Feinkoststände, Obst- und Gemüsewaren und Fischspezialitäten.

Standbetreiber zeigen sich zufrieden

Viele der Standbetreiber sind schon Jahrzehnte dabei. Damiano Angelicchio aus Valley betreibt seit 18 Jahren seinen Stand mit italienischen Lebensmitteln. Die Leute kaufen bei ihm Parmaschinken oder neapolitanische Salami. Mit dem Holzkirchner Markt ist Angelicchio zufrieden: „Sonst wär ich ja nicht mehr hier!“

Auch der Schwammerldandler und der Stand von Obst und Gemüse Bichlmeier blicken auf eine lange Markttradition zurück. „Im Winter ist es ein bissl weniger. Die alten Leute trauen sich nicht raus, wenn es glatt ist“, erklärt der Schwammerlhändler. Die vielen Jahre in denen sie sich immer mittwochs an den Marktplatz stellen, zeigen, dass es funktioniert und es sich stetig lohnt.

Seit Anfang an dabei ist Michael Koppenhofer mit seinem Fischstand.
Seit Anfang an dabei ist Michael Koppenhofer mit seinem Fischstand.

Michael Koppenhofer von Fischfeinkost Koppenhofer erzählt stolz: „Wir sind von Anfang an dabei – also mein Vorgänger!“ Seit rund 40 Jahren bieten sie ihre Fischspezialitäten den Holzkirchnern an. Nach Miesbach ist der Holzkirchner Wochenmarkt der zweitstärkste für den Fischverkäufer. Er erklärt:

Im Winter ist es für uns noch besser, da essen die Leute mehr Fisch.

Auch wenn der Markt nicht überlaufen ist, der Kundenstrom lässt nicht nach. Eines fällt durch die Bank auf: Körbe und Stofftaschen. Alles was man nicht unbedingt verpacken muss, wird in die Körbe oder Taschen quasi plastikfrei verpackt. Ein großer ökologischer Pluspunkt für den Markt.

Die lange Lebensdauer des Holzkirchner Wochenmarkts zeigt vor allem eines: Die Holzkirchner und die Leute aus der Umgebung nehmen das Angebot gut an. Woran das liegen kann? Es ist persönlicher, als im Supermarkt. Eine ältere Dame vergisst ihre Einkaufstüte, als es der Verkäuferin auffällt ruft sie den Namen der Frau: „Frau Lang! Sie haben was vergessen!“


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