Restkarten für die vorletzte Vorstellung des "Geisterbräu"

Das Hirschbergler-Theater – eine Institution

Von Rose Beyer

„Von der Damenwelt hat er etwas verstanden,“ kommentiert der Stammtisch, als im oberbayerischen Kreisstädtchen Burgberg der Wirt vom „Unterbräu“ zu Grabe getragen wird. Xaver Bogenrieder ist eine der Hauptfiguren in „Der Geisterbräu“ von Josef Maria Lutz. In Erscheinung treten wird der Wirt jedoch nicht (mehr) persönlich.

Denn bereits im ersten von sechs Bildern beim Theater der „Hirschbergler“ befindet er sich bereits im Totenstand. Im Jahre 1925 spielt dieses bayerische Volksstück, das die Zuschauer auf der Bühne des Vereinsheims an der Wallbergstraße erwartet.

Zusatzvorstellung wegen großer Nachfrage

An sieben Terminen führt die Truppe um Veronika Leo als Regisseurin (Assistenz: Sigi Leo und Florian Oberlechner) das Stück auf. Weil die sechs Termine am 23. bis 25.11. sowie 30.11. bis 2.12. wegen großer Nachfrage bereits nahezu ausverkauft sind, haben sich die Verantwortlichen nun dazu entschlossen einen siebten Termin am Donnerstag, den 29.11. anzusetzen.

Bei den Proben zum „Geisterbräu“

Das Hirschbergler-Theater dient seit jeher als beliebte Unterhaltung für Einheimische und Zuagroaste und so auch als attraktives Mittel um soziale Projekte mitufinanzieren. Mit dem Erlös so mancher Theateraufführung konnte der Verein beispielsweise in Not geratenen Mitgliedern helfen oder anderweitig Gutes tun.

Bereits im Jahr 1920 standen die Schauspieler auf der Bühne, um das neu errichtete Kriegerdenkmal in Reitrain bezahlen zu können. Damals spielte man im Nebenzimmer des Gasthofes „Westermeier“ in Reitrain. Die Theaterspieler mussten zwar durch ein Fenster auf die Bühne kraxeln, aber das tat dem regen Interesse aus der Bevölkerung keinen Abbruch. 300 Mark für das Denkmal kamen damals so zusammen. Auch die Veranda des Gasthauses „Hahn“ in Hagrain diente später als Bühne.

Weil diese „Notlösungen“ mit sehr wenig Platz langsam unterträglich zu werden schienen, wurde beschlossen, eine echte „Hirschbergler-Theatergruppe“ zu gründen. Im Jahr 1925 schließlich errichtete Ulrich Wurmser einen Theatersaal in Reitrain, der mit dem Stück „Die Junggesellensteuer“ eingeweiht wurde. Das Theater floriert seither und hat 1995 im Vereinsheim an der Wallbergstraße ein Zuhause gefunden – mit eigenem Requisitenkeller, Garderobe und neuen Kulissensystemen.

Teilweise wirkten auch Berufsschauspieler im Ensemble mit. Als Glücksgriffe erwiesen sich etliche Theaterbegeisterte, die das Theater durch ihre langjährige Mitwirkung prägten. So wurde im Jahr 1973 Resi Gerold zur Theaterwartin gewählt und der junge Schauspieler Werner Rom stieß zum Verein, der das Theater durch seine jahrzehntelange Tätigkeit als Regisseur entscheidend prägte.

Bayerisches Volksstück á la „Brandner Kasper“

Walter Hübsch und Mitglieder der Familie Leo wirkten teilweise jahrzehntelang mit und tun dies auch heute noch. Sigi Leo und Schwiegertochter Veronika agieren in der Regie. Sylvester Leo ist als Schauspieler mit dabei. So gibt er im „Geisterbräu“ den Braumeister Sebastian Schöllerer, der als ein stiller Verehrer der Witwe Wally Bogenrieder (Sonja Saller) seinen Augenblick gekommen sieht.

Beim Leichenschmaus bleibt die Umworbene von dummen und heuchlerischen Sprüchen der Verwandtschaft und ihrer drei Verehrer – dem Apotheker, dem Postsekretär und dem Professor – nicht verschont. Dass der Unterwirt tatsächlich ein Schürzenjäger war, beweist der unerwartete Auftritt der Tänzerin Lola Sapristi (Rosi Gloggner) aus München, die vor versammelter Trauergesellschaft behauptet, der Unterwirt habe bei ihr noch eine letzte Rechnung offen.

Um der naiven Witwe zu zeigen, wer sie wirklich liebt und wer es nur auf ihr Geld abgesehen hat, heckt Schöllerer zusammen mit dem Schäfer Sixtus (Stefan Mayr) einen gespenstischen Plan aus. Plötzlich hat die kleine Gemeinde keine Ruhe mehr, denn der rastlose Geist des verstorbenen Wirtes geht um. Und was trägt der Totengräber Geistbeck (Sigi Leo) zur Verwirrung bei?

Die Redaktion der Tegernseer Stimme ist bereits eingeweiht. Durfte wir doch bei den Proben mit dabei sein. Hinter das Geheimnis kommt allerdings nur, wer eine der Vorstellungen besucht.

Die Bewirtung startet jeweils ab 19 Uhr. Vorstellungsbeginn ist um 20 Uhr. Eine Abendkasse für Karten gibt es nicht. Restkarten können allerdings bei Sigi Leo unter der Telefonnummer 08022/26815 reserviert werden.


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