Eine Institution in Gefahr

von Nicole Posztos

Schicke Autos, große Häuser und die “Schickeria” ist auch nicht weit. So stellt man sich landauf, landab den Tegernsee vor.

Dabei übersieht man nur allzu leicht die “andere Seite” des Tals: sozial Benachteiligte, die aus unterschiedlichsten Gründen bisher nicht so viel Glück hatten. Alte Menschen, die kaum mit ihrer Rente über die Runden kommen. Familien, die es ohne Hilfe nicht schaffen würden. Allein erziehende junge Mütter, denen das Geld “hinten und vorne nicht reicht”.

Diesen Menschen zu helfen, haben sich einige Organisationen im Tal auf die Fahne geschrieben. So wie die Gmunder Tafel, die immer samstags Nachmittag ihre Pforten öffnet. Doch jetzt könnte das Konzept der “Tafel” in Gefahr sein. Wie “Quer” am vergangenen Donnerstag berichtet hat, droht den Spendern, wie beispielsweise Bäckern, eine heftige Nachzahlung ans Finanzamt, wenn sie ihre Semmeln einfach verschenken.

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Verschenkte Waren müssen von den Betrieben wie Privatentnahmen verbucht werden. Und auf die wird, wie bei verkauften Produkten, eine Umsatzsteuer fällig. Horrende Nachzahlung sind eine mögliche Folge. So wie bei einem sächsischen Bäcker geschehen, der nun 3.000 Euro ans Finanzamt nachträglich abführen muss.

Für Helga Auth, Leiterin der Gmunder Tafel, wäre es eine Katastrophe, wenn sich die Regelung durchsetzen sollte. Derzeit gäbe es laut Auth allerdings im Tal keine Anzeichen dafür. “Wir hoffen, dass das auch so bleibt.” Die Tafel, die in Räumlichkeiten gegenüber dem Gmunder Bahnhof Platz gefunden hat, sei auf Bäcker und die anderen Spender angewiesen. Doch wenn sich die Steuerpflicht bewahrheitet, sei die Tafel in Gefahr.

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