Gmund will Kindergarten umbauen

“Schleuse” für die Mäuse

Generationen von Eltern und Kindern kennen den zugigen Eingang des Gmunder Kindergartens, der wenig Schutz bot. Doch damit soll nun Schluss sein.

Der in die Jahre gekommene Pius Kindergarten in Gmund soll etwas umgebaut werden.

„Jeder kennt den alten Eingang auf der Nordwest-Seite“, begann Architekt Michael Huber seine Präsentation im Gmunder Gemeinderat letzte Woche. „Sau-ungemütlich“ sei dieser. Vor allem deshalb, weil es keinen Windfang gibt und im Winter der Schneewind hereinweht. Nicht nur vorne, sondern auch hinten würde es außerdem hereintropfen. „Seit Jahren möchte die Kindergartenleitung einen Windfang haben“, weiß der Planer.

Neuer Eingangsbereich soll kommen

Die Baufälligkeit des Flachdaches sei eine Sache. Ein weiteres starkes Argument für einen Umbau des Eingangsbereiches stellt die Frage dar: „Wo ist eigentlich hier der Eingang zum Kindergarten?“ Diese würde sich einem auf aufdrängen, wenn man vom Norden der Bichlmayrstraße auf das Kindergartengebäude zusteuert. Vergrößern könne man den Eingangsbereich zwar nicht, aber anders gestalten. Der Platz sei notwendig für Anlieferungen sowie als Feuerwehranfahrtszone. Architekt Huber sagt:

Die monotonen Strukturen sollen aufgebrochen werden.

So soll der neue Eingangsbereich dann in einer Art „Schleusensystem“ angelegt werden. Zuerst einmal wird dem Eingang ein Giebel aufgesetzt, auf den man direkt aufschaut. So ist klar: „Hier geht‘s hinein!“ Sogleich öffnet sich der Windfang und man befindet sich in dem Schleusensystem, einer Art Vorraum, in dem es warm und sauber ist. Die jetzigen Fahrradstellplätze – unter der Treppe – wandern übrigens nach weiter vorne.

Von der Gestaltung her wird werden Elemente der jetzigen Kinderkrippe aufgenommen: beispielsweise die Holzkonstruktion oder die Wandverkleidungen. Optisch wird so sichtbar, dass das ganze zusammengehört.

Nur Tröge sind dröge

Im Zuge des Windfangneubaues sollten auch Dachfläche und Freiflächen saniert werden, meinte Huber. Weil „das gehört vom baulichen her eigentlich zusammengelegt.“ So könne er sich in etwa Sitzbereiche oder eine Gartennutzung für die Wohnungen, die sich hier befinden, vorstellen. Außerdem sollen ein oder zwei Steingärten angelegt werden beziehungsweise eine mobile Bepflanzung in Trögen oder Kübeln.

In der anschließenden Diskussion konnten sich die Räte zur Präsentation äußern. Josef Stecher wünscht sich eine Unterstellfläche für Kinderwägen, würde dafür aber gerne auf den geplanten Steingarten entlang der Hauswand verzichten. „Man bleibt hier so nah‘ wie es geht an der Hauswand.“ Da würde sowas eher stören, meinte er. Außerdem wären bessere Lichtverhältnisse im Büro und Nebenraum gut, beispielsweise durch größere Fenster.

Franz von Preysing übernahm Stechers Spielball und sprach sich für eine mobile Grünlösung, z.B. mit Kübeln, aus: „ I geb‘ dem Josef recht, wenn man Pflanztröge macht, die man im Winter wegtut, geht das auch! Barbara von Miller gab zu bedenken, dass Grünflächen auch schwierig zu bewirtschaften seien. Sie wünscht sich jedoch, dass man darüber erneut nachdenkt. Vielleicht gäbe es noch andere Alternativen. Von Miller meint:

Nur Tröge sind dröge.

Eine weitere Schleife im Denkprozess wünscht sich auch Michael Huber. Gerade ein begrünter Eingang sei wünschenswert. Man solle jetzt nicht alles wegschmeissen und auf Grünflächen verzichten. Eines sah das Gremium ganz klar: die Sanierung des Flachdaches ist notwendig.

In Bezug auf die gestalterischen Geschmäcklereien soll Architekt Michael Huber das eingefangene Stimmungsbild nun mitnehmen, überarbeiten, mit der Kindergartenleitung abstimmen und dann wiederkommen ins Gremium, damit dafür ein Beschluss gefasst werde.
 

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