Mit Genossenschaftswohnungen gegen Luxussanierungen im Tal?

Einheimische gegen unbezahlbaren Wohnraum

Unbezahlbaren Wohnraum gibt es nicht nur in München. Auch im Tal machen sich immer mehr Investoren breit und verdrängen durch teure Luxussanierungen die zahlreichen einheimischen Mieter. Doch eine SPD-Parteifrau will sich mit einer Bürgerinitiative wehren.

Am Tegernsee wollen viele gerne wohnen – Wohnungen werden aber immer unbezahlbarer

Christine Negele (SPD) will nun vielen Bürgern Mut machen. Alle Prognosen sagen einen weiteren Zuzug rund um München, auch im Tegernseer Tal, voraus. Die Preise für Bauland und Immobilien steigen und auch Mieter stehen unter Druck. Bei Eigentümerwechseln droht nicht selten die Kündigung. Das löst zu Recht Angst bei einheimischen Mietern in den Talgemeinden aus. Deshalb will Negele jetzt aktiv werden und eine Initiative für ein bezahlbares nachbarschaftliches Wohnen einheimischer Bürger und Bürgerinnen gründen.

Die Erzieherin und Sozialpädagogin weiß, wovon sie spricht. Sie war selbst Betroffene einer Luxussanierung am Tegernsee. Der neue Eigentümer des Hauses habe sofort nach Erwerb des Hauses angekündigt alle Wohnungen in Luxus-Wohnungen umzuwandeln und allen Mietern Druck gemacht, schnellstmöglich auszuziehen, damit er mit der Sanierung beginnen könne. Daher hat sie nun beschlossen, dem Mietwahnsinn, dem sich Einheimische mit normalen Gehältern oft ausgesetzt fühlen, eine Alternative entgegenzusetzen.

Schutz vor Kündigung durch Genossenschaftsanteile

Sie will bezahlbaren Wohnraum schaffen, aber nicht irgendwelchen. Zum einen will sie, dass Mieter nicht mehr so leicht kündbar sind. Deswegen sind Genossenschaftswohnungen das Mittel der Wahl. Dafür hat sie auch schon geeignete Genossenschaften wie die Maro e.G. aus Ohlstadt kontaktiert. Doch fehlen ihr noch die notwendigen Unterstützer. Denn erst mit einer Bürgerinitiative können die Genossenschaften tätig werden, das heißt, wenn genügend Menschen ein solches Wohnprojekt für sich selbst in Betracht ziehen würden.

Für alle, die sich für das Thema interessieren und sich vorstellen können, selbst einmal in einer genossenschaftlichen Wohnung zu wohnen, gibt es deshalb am 4. September um 19 Uhr abends eine Info-Veranstaltung im Seehotel zur Post in Tegernsee. Dort möchte Christine Negele gerne ihr Wissen zu ähnlichen Projekten weitergeben. Sie will den Interessenten Informationen über gelungene BürgerInnen-Wohnprojekte in anderen oberbayerischen Gemeinden an die Hand geben. Darin findet sich auch eine Erläuterung, wie in diesen Projekten die Stichworte “sozial”, “inklusiv”, “gelebte Nachbarschaft” und “Mehrgenerationen” umgesetzt werden.

Wohnprojekte mit gelebter Nachbarschaft

Denn auch auf generationenübergreifende Nachbarschaftlichkeit kommt es Christine Negele an. Sie nimmt sich dabei das Seniorenwohnheim an der Schwaighofbucht zum Vorbild. Ähnlich wie dessen Innenhof will sie auch in den neuen Wohnungen einen Gemeinschaftsort für die Bewohner schaffen. Doch nicht nur ältere Bürger sollen in den neu entstehenden Wohnanlagen wohnen, sondern alle Generationen und auch Familien bis hin zu generationsübergreifenden Wohngemeinschaften.

So soll eine echte Begegnungsstätte für Jung und Alt entstehen, in der man sich gegenseitig unter die Arme greift oder einfach nur zusammen ratscht und kocht. Wenn sich dann genügend Unterstützer in der Initiative versammelt haben, ist der nächste Schritt, sich an die Gemeinden oder die Stadt Tegernsee zu wenden.

Von dort brauche die Initiative Unterstützung in Form eines Baugrundes oder eines Gebäudes, das umgebaut werden könnte. Finanzielle Zuschüsse können im Rahmen von Fördermitteln bei Land oder Bund angefordert werden, wenn besondere Bedingungen eingehalten werden.


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