Marodes Eisstadion und die Folgen
Eishockey-Spieler beklagen Zustand

von Laura Lorefice

Sanierung oder Neubau? In der aktuellen Diskussion um das in die Jahre gekommene Eisstadion in Holzkirchen, meldet sich nun der ESC zu Wort. Und die Verantwortlichen machen klar: ein Ausfall wäre unverzeihlich.

Beim Heimspiel der 1. Mannschaft gegen Schliersee Ende Dezember 2016 / Quelle: ESC Holzkichen

“In regelmäßigen Abständen wird im Holzkirchner Gemeinderat über die Zukunft des Eisstadions diskutiert und in der Tagespresse darüber berichtet”, heißt es in einem Schreiben des ESC Holzkirchen an die HS. Aus der Sicht des Vereins fehlen in der Diskussion jedoch Hintergrundinformationen zum Spielbetrieb des Vereins. Denn diese machen deutlich, wie sehr der ESC bereits jetzt mit den Bedingungen zu kämpfen hat und wie wichtig ein eigenes Stadion sei. 

Denn der ESC Holzkirchen ist neben den Eiskunstläufern, Eisstockschützen und dem Publikumslauf der Hauptnutzer des Hubertusstadions und auf die Eisfläche im Ort angewiesen.

Kein Aufstieg wegen Stadion

Die vier Monate, die den Holzkirchner Eishockeyspielern pro Saison zur Verfügung stehen, seien dabei nicht einmal ausreichend, um die Punkterunden der Mannschaft komplett abzudecken. Der Bayerische Eissportverband verlangt vom ESC aber je nach Altersklasse, von Anfang/Mitte Oktober bis Mitte März spielen zu können, wie das in anderen Freiluftstadien, beispielsweise in Geretsried oder Ottobrunn, auch der Fall ist.

2015 führte diese Diskrepanz sogar zum Aufstiegsverzicht der Holzkirchner Knabenmannschaft, weil der ESC bis zur zweiten Novemberwoche bereits sieben Heimspiele hätte ausrichten müssen, was aber nicht möglich war. Wie der Sprecher des Vereins Stefan Kammler erklärt, müsse man für die Trainingszeiten auf kostspielige Alternativen zurückgreifen. Denn ein so technisch anspruchsvoller Sport wie Eishockey bedürfe selbst in den untersten Spielklassen einer Saisonvorbereitung:

Deshalb mietet der Verein je nach Altersklasse ab August oder September Trainingszeiten auf den beiden Eisflächen in Bad Tölz und heuer auch in Grafing an. Da alle Eishallen in der Region die Nachfrage nach Eiszeiten nicht befriedigen können, bekommt auch der ESC in der Vorbereitung nicht einmal genug Eis, um alle Nachwuchsmannschaften auch nur einmal wöchentlich ab Ende der Sommerferien trainieren lassen zu können.

Pro Stunde koste so eine Eisfläche zwischen 150 und 160 Euro, so Kammler. Das Ziel des Vereins sei es die Erste Mannschaft ab Ende August/September zweimal wöchentlich trainieren zu lassen und den Nachwuchs einmal pro Woche. Doch das funktioniere nur selten. Aus Kostengründen, fahre der ESC auf “Sparflamme” und miete die Eisflächen in der Umgebung nur selten an.

Die U8 des ESC / Quelle: ESC Holzkichen

Laut Kammler liege das Problem vor allem in den Rohren, die seit knapp 60 Jahren die Eisfläche kühlen sollen. Diese seien mittlerweile marode. Das würde man auch an der Beschaffenheit des Eises sehen, das vor allem an den Seiten bei Temperaturen über fünf Grad Plus mehr Matsch als Eis sei. Und er schließt:

Für Holzkirchen, dessen Infrastruktur in den letzten Jahrzehnten nicht im Gleichschritt mit dem Ort gewachsen ist, wäre der Ausfall einer derart beliebten Freizeiteinrichtung unverzeihlich.

Wie berichtet ist die Situation auch dem Holzkirchner Gemeinderat bewusst. Immer wieder werde die 20 Kilometer lange Verrohrung unter der Eisfläche überprüft und bei Bedarf notdürftig repariert. Das erklärte Holzkirchens Kämmerer Dominik Wendlinger letzte Woche. Allerdings würde eine umfassende Sanierung über 100.000 Euro kosten.

Eine Summe, die zwar billiger als ein neues Millionen-Euro-teures Stadion sei. Doch die Gemeinde denkt eher in Richtung Auslagerung der derzeit zentral gelegenen Einrichtung. So könnte man sich einen Naubau am Moarhölzl oder in der Nähe des Geothermie-Bohrplatzes vorstellen. Eine Lösung könnte auch sein, die Halle im Sommer als Mehrzweckraum für Veranstaltungen zu nutzen. “Wir bleiben dran”, betonte Bürgermeister Olaf von Löwis in der Gemeinderatssitzung.


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