BOB-Mitarbeiter gewinnen Bundespreise
Erfolg auf ganzer Schiene

von Filiz Eskiler

Die Gewinner von “Eisenbahner mit Herz 2020” stehen fest. Gleich zwei Mitarbeiter der Bayerischen Oberland GmbH wurden mit besonderen Preisen ausgezeichnet: Ein “Engel in Not”, der einem Miesbacher zur Seite stand, und ein beherzter Mitarbeiter, der einer Frau das Leben rettete.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

„Erfolg auf ganzer Schiene“, schreibt Christoph Raabe, Pressesprecher der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. Mit diesem Wortwitz spielt er auf die Gewinner von „Eisenbahner mit Herz 2020“ an – denn in diesem Jahr bringen gleich zwei Mitarbeiter der Bayerischen Oberlandbahn GmbH jeweils einen Bundespreis nach Bayern.

Aus dem Gleisbett gerettet

Christoph Angstl, habe die Fachjury besonders beeindruckt, und das mit recht. Eigentlich repariert er als Elektriker die Züge, Im Dezember 2019 hatte der BOB-Mitarbeiter allerdings einen lebensrettenden Einsatz in Rosenheim: Eine 51-jährige Frau ist ins Gleisbett gestürzt – zeitgleich fuhr ein Zug ein. Die Frau befand sich in Lebensgefahr, war allerdings nicht in der Lage sich selbst zu befreien. Angstl erinnert sich in einem Interview an den Moment, als sei es gestern gewesen:

Auf einmal habe ich im Augenwinkel eine Person gesehen, die ins Gleis gestürzt ist. Ein Schockmoment. Da ging der Puls richtig hoch. Es war dunkel. Ich konnte die Person kaum sehen, die auf Gleis 2 lag. Am Bahnsteig habe ich schnell nach einer Notrufsäule gesucht, in der Hektik aber keine gefunden. Dann rief ich laut: „Achtung! Person im Gleis!“.

Auf seinen Aufschrei reagierte ein Mann. Dank seiner Hilfe konnten sie die Frau gemeinsam auf ein Nachbargleis ziehen. „Dieser selbstlose Einsatz wird von der Jury mit dem Bundespreis in Gold gewürdigt“, so Raabe.

BOB-Mitarbeiterin rettet Miesbacher

Der Bundespreis in Bronze geht ebenfalls an eine Mitarbeiterin der BOB: Kundenbetreuerin Tamara Lang. Zufällig war sie am Starnberger Flügelbahnhof des Münchner Hauptbahnhofs, als der Miesbacher Roman Mayr einen Kreislaufzusammenbruch erleidet. Nachdem Lang vor Ort erste Hilfe geleistet hat, brachte sie den Miesbacher sogar bis zu dessen Wohnort in Miesbach. Sie erklärt in einem Gespräch, wie es dazu kam:

Ich habe mitbekommen, dass Roman unbedingt mit der BOB weiterfahren wollte, um nach Hause zu kommen. Dabei stand ihm der kalte Schweiß auf der Stirn. Also habe ich mich erst einmal mit Roman auf die Bank gesetzt und mit ihm geredet. Ob er denn genügend gegessen habe? Seine Antwort: „Hmmm. Ja. Ein Zwetschgendatschi“.

Die BOB-Mitarbeiterin blieb also bei dem Mann, bis weitere Hilfe eintraf. Die Rettungssanitäter haben einen Kreislaufkollaps diagnostizert, im Grunde sei er aber wieder stabil. „Nur wollte ich ihn nicht allein nach Hause fahren lassen“, erklärt Lang.

Stattdessen begleitete sie ihn bis nach Miesbach, und erkundigte sich abends nochmal telefonisch nach dem Wohlergehen des Fahrgastes. „Sie war ein Engel in der Not“, schreibt Roman Mayr in seiner Nominierung, was die Jury nun mit der Auszeichnung bestätigt.

Zwei von drei Bundespreisen des Wettbewerbs „Eisenbahner mit Herz“ gehen in diesem Jahr an Mitarbeiter der Bayerischen Oberlandbahn GmbH: Tamara Lang und Christoph Angstl. / Quelle: Bayerische Oberlandbahn GmbH / Fotograf: Andreas Leder

Die feierliche Preisverleihung der zehnten bundesweiten Wettbewerbs „Eisenbahner mit Herz“ musste in diesem Jahr leider aufgrund der Corona-Krise entfallen. Dennoch beweise die Verkündung der Gewinner den großartigen Einsatz, den die Mitarbeitenden der Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland jeden Tag erbringen.

 


Diskutieren Sie mit uns
Melden Sie sich an und teilen Sie
Ihre Meinung.
Wählen Sie dazu unten den Button
„Kommentare anzeigen“ aus