Christine Obermüllers Bewährungsprobe im Rottacher Bauamt
Die Neue in stürmischen Zeiten

von Rose Beyer

Rottach-Egern sieht sich einer zunehmenden Flächenverdichtung ausgesetzt. Bauträger versuchen, ihre Vorstellungen oft mit aller Macht durchzudrücken.

Mit Walter Hübsch geht der routinierte Bauamtsleiter der Gemeinde zum Jahresende in den Ruhestand. Auf seine Nachfolgerin Christine Obermüller wartet eine schwierige Aufgabe.

Auf dem Grundstück des Gasthof Glasl enstehen bald einige Mehrfamilienhäuser. Nicht die einzige Rottacher Fläche die immer weiter verdichtet wird.
Auf dem Grundstück des Glasl entstehen Mehrfamilienhäuser. Nicht die einzige Rottacher Fläche, die verdichtet wird.

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Obwohl Rottach seit über 30 Jahren kein neues Bauland mehr ausgewiesen hat, werden die Flächen in der Gemeinde immer dichter bebaut. Fügt sich das Bauvorhaben auch in die Nachbarschaft ein, muss die Gemeinde in fast allen Fällen eine Genehmigung erteilen. Maßgebend ist die Bayerische Bauordnung. Bauträger versuchen dabei meistens, die vorhandene Ortssatzung der Gemeinde so weit wie möglich auszureizen. Dieser Praxis versucht die Gemeinde schon länger einen Riegel vorzuschieben.

Dichte Bebauung – große Herausforderung für Bauamt und Bürgermeister

Nicht immer finden solche Verwehrungen jedoch Freunde. Wie wir berichteten, hatte ein Anlieger der Kommune mit Klage gedroht. Die Gemeinde will sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen und führt den eingeschlagenen Weg unbeirrt fort. Nur wer sich im Baurecht gut auskennt, kann Tricks und Kniffe im Alltag eines Bauamts zum Erfolg führen.

Im Rathaus plädiert man dafür, in gewissen Bereichen nur noch eine bestimmte Größe zuzulassen. Darin sind sich Bürgermeister und Bauamt einig. Auch Christine Obermüller hat dies in der vergangenen Gemeinderatssitzung bestätigt. Seit April arbeitet sie im Rottacher Bauamt. Ab 1. Januar wird sie den bisherigen Leiter Walter Hübsch ablösen. Im September vergangenen Jahres hatten sich die Verantwortlichen für die Verwaltungsfachwirtin entschieden. Das lässt auf eine reibungslose Amtsübergabe zum Jahresende schließen. Wie routiniert „die Neue“ die Pfründe der Rottacher verteidigen kann, wird sich im Alltag zeigen. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, erklärt Obermüller.

Christine Obermüller, wirkt – trotz zierlicher Statur – recht routiniert. Den hohen Anforderungen sieht sie sich gewachsen. Mit 13 Jahren Erfahrung als Bauamtsleiterin der Gemeinde Schliersee ist sie alles andere als eine Neueinsteigerin. Mit ihrer Erfahrung traute sie es sich zu, sich auf die ausgeschriebene Stelle zu bewerben.

Christine Obermüller
Christine Obermüller tritt im Rottacher Bauamt ein schwieriges Erbe an.

Nach der Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in der Gemeinde Gmund und einer 13-jährigen Tätigkeit dort leitete sie im Anschluss daran das Schlierseer Bauamt. Vor sechs Jahren zog sie wieder zurück nach Rottach-Egern, was für ihre jetzige berufliche Tätigkeit von Vorteil ist. Obermüller betont: „Ich kenne mich örtlich schon gut aus.“

Neben der Neubesetzung im Bauamt stehen im Rottacher Rathaus noch weitere personelle Veränderungen an. Auch die Posten des Kämmerers und des Geschäftsleiters werden zum Jahreswechsel neu besetzt. Der bisherige Geschäftsleiter Josef Brummer verabschiedet sich nach 27 Jahren im Amt in den Ruhestand. Seine Aufgaben als Leiter der Verwaltung wird künftig der momentane Gemeindekämmerer Gerhard Hofmann übernehmen. Dieser übergibt wiederum sein Amt an Toni Pietzko, der ebenfalls Mitarbeiter der Gemeinde Rottach-Egern ist.

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