Erster Ort zum Abschied nehmen im Landkreis

von Nina Häußinger

Wohin gehen, wenn das Leben sich dem Ende zuneigt? Im Landkreis Miesbach gibt es keinen Ort zwischen Krankenhaus und eigenem Zuhause. Das soll sich nun ändern. Die Pläne für ein Hospiz in Bad Wiessee werden konkret.

Das Josefsheim kommt weg – es soll ein Hospiz entstehen

Das Josefsheim ist ein sehr bekanntes altes Gebäude in der Gemeinde Bad Wiessee. Viele Erinnerungen, wie beispielsweise Kommunions- und Firmvorbereitungen, verbinden die Bürger mit diesem Haus.

Jetzt soll auf dem Grundstück eine neue, aber mindestens genauso wichtige Institution ihren Platz finden. Die Marion-von-Tessin-Stiftung, die den Schwestern des Dritten Ordens des Heiligen Dominikus in Speyer das Grundstück im Löblweg abgekauft hat, plant ein Hospiz. Hierfür wird eine eigene GmbH gegründet, an der die Stiftung, Hospizkreis und dessen Förderverein beteiligt sein sollen.

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Kapelle soll erhalten bleiben

Architekt Johannes Wegmann wird sich mit seinem Team in Schliersee um die Gestaltung des neuen Gebäudes kümmern. Er stellte dem Gemeinderat vergangene Woche das neue Konzept vor. Gleich zu Beginn betonte er:

Ein Hospiz ist eine Aufgabe, die nichts mit einem Hotel oder einem Altenheim zu tun hat. Das muss ganz andere Funktionen erfüllen.

Das Grundstück gleicht einem Dreieck mit einer Hangkante im hinteren Bereich. Deshalb sei es nicht leicht zu bebauen. Trotzdem soll der alte Charme mit der Kapelle und dem Kreuz im vorderen Bereich erhalten bleiben. Da es keine Option ist, das alte Josefsheim zu erhalten, ist man nun schon mitten in der Planung für ein neues Gebäude.

Zwölf Zimmer für Gäste – wie man die zum Sterben gekommenen Bewohner eines Hospizes nennt – sind angedacht. Außerdem werden ebenfalls im Erdgeschoss Nutzungsräume und Pflegeräume ihren Platz finden. Zudem geplant ist ein großes Bad für entspannte Momente und ein Raum der Besinnung.

Wichtig war dem Planer zu betonen, dass all diese Räume auf einer Ebene im Erdgeschoss sein müssen. „Es müssen immer alle Pflegekräfte um die Gäste herum sein.“ In der Mitte der Räume im Erdgeschoss wird ein Begegnungszimmer mit Küche eingerichtet.

Eine Akademie für die Ausbildung

Im ersten Stock, der sich aber nur über einen kleinen Teil des Gebäudes erstreckt, wird eine Akademie eingerichtet. Hier sollen Menschen für die Aufgaben in einem Hospiz ausgebildet werden. Der übrige Teil, der nicht mit einem Stockwerk bebaut wird, ist als Flachdach mit Begrünung geplant. Zudem wird es eine Teilunterkellerung mit Tiefgarage und Technikräumen geben.

Bauamtsleiter Anton Bammer erklärte, dass er eigentlich kein Flachdach-Fan sei, aber für dieses Gebäude sei es genau das richtige. „Besondere Aufgabenstellung erfordern sehr besondere Räumlichkeiten. Das ist ein gemeinschaftlich entwickeltes Projekt.“

Auch der gesamte Gemeinderat stellte sich hinter das geplante Konzept. Die Änderung des Bebauungsplans wurde verabschiedet. Somit kann die Planung für das bisher einzige Hospiz im Landkreis Miesbach vorangehen. Schon 2023 will man mit dem Bau beginnen.

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