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Algenplage? Wasserwirtschaftsamt gibt Entwarnung

Es grünt so grün in der Weissach

Von Lydia Dartsch

Der Sommer heuer ist warm und trocken. Was Sonnenfreunde freut, verändert die Gewässer rund ums Tal. Algen vermehren sich. Einige Bäche trocknen aus oder bekommen grüne Flecken. So auch an der Weissach. Doch zu einer Plage ist es noch weit entfernt.

Grüne Algen unterhalb des Wehrs zum Wasserkraftwerk an der Weissach.
Grüne Algen unterhalb des Wehrs zum Wasserkraftwerk an der Weissach.

Die Weissach ist in den vergangenen Wochen kleiner geworden: Wegen des wenigen Regens, fließt weniger Wasser als sonst durch den Bachlauf, und es fließt langsamer. Vor allem unterhalb des Wehres zum Wasserkraftwerk. Mehrere Spaziergänger haben grüne Flecken entdeckt, ein TS-Leser meldete den Fund letzte Woche und betitelte seine Bilder mit: „Algen scheinen sich unterhalb des Wehres gerade sehr wohl zu fühlen und zu vermehren.“

Eine Plage sei dort allerdings nicht zu erkennen, erklärt Andreas Holderer vom Wasserwirtschaftsamt auf Nachfrage. Davon spreche man erst, wenn das Algenwachstum in einem Gewässer so stark ist, dass es zu kippen droht und eine Gefahr für die darin lebenden Fische, Tiere und Pflanzen besteht. Dies sei hier aber nicht der Fall.

Algen wachsen vermehrt, aber keine Plage

Weder die Leser noch Holderer verwundert das üppige Wachstum der Algen: „Der Algenbefall ist nur unterhalb von dem Wehr wo Wasser für das Kraftwerk abgezweigt wird“, so der Leser. Hinzu kommt noch, dass es heuer in ganz Bayern besonders trocken war. Auch im Tal sei nur die Hälfte der sonst üblichen Regenmenge gefallen, so Holderer:

Je wärmer ein Gewässer ist, je mehr Nährstoffe im Wasser sind und je geringer der Abfluss ist, desto besser wachsen Algen.

Weil die Weissach aus Grundwasser gespeist wird, sei die Temperatur bisher konstant bei 9,4 Grad. Nur in den Gumpen könne es vorkommen, dass es wärmer ist, so Holderer. Auch der niedrige Wasserstand des Baches sei nicht besorgniserregend: „Es passiert schon, dass die Weissach im Sommer oberirdisch austrocknet und unter dem Kies weiter in den Tegernsee fließt. Das ist bei der Rottach ähnlich.“ Von Niedrigstwasser sei man noch weit entfernt.

Algen Weissach 2015

Den Vorschlag, Algenwuchs zu verhindern, indem man zweimal pro Woche nachts das Wehr öffnet, um die Algen wegzuspülen, würde zwar funktionieren, so Holderer weiter. Er ist zu diesem Zeitpunkt aber nicht umsetzbar:

Das E-Werk hat eine wasserrechtliche Genehmigung, um das Wasser in sein Kraftwerk umzuleiten. Der Betreiber wäre sicher nicht begeistert, wenn man das Wasser stattdessen die Weissach runterplätschern lassen würde.

Ein Einschreiten seitens des Wasserwirtschaftsamts sei derzeit nicht notwendig. Das werde erst der Fall sein, wenn Fische oder andere Lebewesen in den Gewässern gefährdet wären, weil beispielsweise zu wenig Wasser fließt.

Gesundheitliche Auswirkungen durch die Algen seien bislang ebenfalls nicht bekannt, sagen Holderer und Georg Brandl, Pressesprecher des Landratsamts Miesbach. Dem Gesundheitsamt sei der verstärkte Algenwuchs bisher nicht bekannt gewesen. Man werde die Situation am Montag überprüfen, so Brandl weiter. Insgesamt seien der Tegernsee und die Bäche sehr sauber, so Holderer. Allerdings sollte man bedenken, dass diese als Naturgewässer keine Trinkwasser-Qualität haben.

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