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Wie Ranger unsere Heimat schützen sollen

„Es sind nicht nur die Münchner“

Von Laetitia Schwende

Der Druck auf die Natur durch den großen Ansturm an erholungssuchenden Tagestouristen nahm im vergangenen Jahr, befeuert zusätzlich durch Corona, extrem zu. Nun sind schon seit Anfang Juli Ranger im Landkreis im Einsatz. Aber was machen die eigentlich?

Landrat Olaf von Löwis gemeinsam mit Rangern aus dem Suttengebiet / Quelle: LRA

Strahlender Sonnenschein, grüne Wiesen und Pferde, die sich neugierig der Gruppe von Menschen nähern, die sich da auf dem Weg zwischen Monialm und Suttensee versammelt hat. Grund hierfür: Gemeinsam mit Landrat Olaf von Löwis, dem Rottacher Bürgermeister Christian Köck, und den Mitarbeitern des Landratsamtes stellen sich die neuen Ranger des Landkreis Miesbach und die Projektinitiatoren vor.

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Die neuen Ranger – das sind Alexander Römer aus Gmund und Andreas Köpferl aus Holzkirchen. Die beiden wurden aus einem großen Pool an Bewerbern herausgepickt und bekamen die begehrten Stellen als Ranger aufgrund ihrer fachlichen und persönlichen Qualifikationen. Doch woraus besteht der denn jetzt genau ihr neuer Job? Landrat Olaf von Löwis stellt klar:

Wir müssen aufpassen, dass unsere wunderbare Landschaft erhalten bleibt..

Der verständliche Freizeitwunsch von zahlreichen Ausflüglern müsse maßvoll sein und im Interesse der Landschaft umgesetzt werden. Ziel ist die Aufrechterhaltung der schönen Natur aber zugleich auch des Freizeitangebots für Leute aus nah und fern.

Mit Betonung auf nah und fern, denn, so Löwis, es seien nicht immer nur die so stigmatisierten Münchener Tagestouristen, die sich falsch verhielten. Auch Ortsansässige erlauben sich wohl des öfteren einen Fehltritt.

Aufklärung und Sensibilisierung

Die Ranger sollen die Menschen aufklären, über Fehlverhalten informieren und ins Gespräch kommen, erklärt von Löwis. „Aber“, betont er, „wir wollen auch kein stumpfes Schwert“. Gegebenenfalls sollten Regeln und Maßnahmen auch mit Nachdruck durchgesetzt werden

Die Ranger haben zwar keine polizeilichen Rechte, dürfen aber Personalien aufnehmen und Platzverweise erteilen. Im Umgang mit uneinsichtigen Personen, die doch leider ab und an unterwegs sind, wurden die Ranger bereits von der Polizei beraten und unterstützt.

Für den Rottacher Bürgermeister ist das ganze ein wichtiges Thema. Man müsse sich einfach an gewisse Spielregeln halten, denn, wir befinden uns in einem sensiblen Gebiet. Zu jeder Jahreszeit gibt es Besonderheiten, die man beachten muss.

Aufklärung auch vermehrt an Schulen

Deshalb ist das Thema der Sensibilisierung und Aufklärung zentrales Thema, nicht nur in der Natur, sondern auch an Schulen soll mehr Fokus auf den Umgang der Natur gelegt werden. Wie der Gebietsbetreuer des Mangfallgebirges Florian Bossert gerne sagt:

Man schützt nur, was man kennt.

Bereits in jungen Jahren sollte ein Bewusstsein für die Natur und ihren Schutz entstehen. Diese Meinung teilt auch der langjährige Naturschutzwächter Klaus Altmann. Er erzählt: „Wenn ich in der Natur Kinder sehe mit einer abgerissenen seltenen Pflanze in der Hand, dann spreche ich die Eltern an und erkläre ihnen: Ihr seid meine Multiplikatoren! Es ist eure Aufgabe den Kindern zu vermitteln, dass die Natur schützenswert ist und man Rücksicht nehmen muss.“

Bossert ist froh um die Unterstützung und den fachlichen Austausch, der nun möglich ist. Für ihn wäre das Projekt jedoch am erfolgreichsten, wenn die Verhängung von möglichen Strafen im Konjunktiv bliebe.

Die neuen Ranger

Sich in jungen Jahren mit der Natur und ihrem Schutz beschäftigt, das haben auch die neuen Ranger getan. Nach dem Andreas Köpferl Zimmererausbildung und Bautechniker Meister abgeschlossen hatte, merkt er: Es fehlt etwas. Das im Büro sitzen sei nicht seins gewesen.

Kurzerhand macht er die zweijährige Ausbildung zum Berufsjäger, um dann knapp 20 Jahre als Revierjagdmeister in Schliersee zu arbeiten. Doch noch immer kam ihm bei dieser Arbeit die Natur und vor allem ihr Schutz zu kurz. Deshalb bewarb er sich direkt auf die Stelle des Rangers beim Landratsamt Miesbach. „Ich sehe viel Potenzial in diesem Betätigungsfeld,“ erklärt er. Die meisten Konflikte entstehen eh aufgrund von Unwissenheit.

Wir sind keine Rambos, die Strafzettel ausstellen. Wir wollen aufklären.

Alexander Römer konnte im vergangenen Winter schon als ATS Ranger Erfahrungen sammeln. Er ist staatlich geprüfter Berg und Skiführer und beschäftigte sich zunächst über seine Begeisterung für Vögel vermehrt mit Naturschutz. Er habe viele Nationalparks auf der ganzen Welt besucht, um Vögel zu beobachten, zuletzt besonders in Australien.

„Die Ranger dort machen eine tollen Job“, schwärmt er. „Wir haben hier auch riesige Vogelschutzgebiete und da habe ich mir gedacht: Ja Sack zefix, in anderen Gebieten herrscht so eine große Sensibilisierung, warum nicht auch bei uns.“

Verständnis zeigen reicht irgendwann nicht mehr…

Josef Fass vom Landratsamt Miesbach ist der Initiator der Ranger Idee. Er habe zahlreiche Anrufe und Beschwerden der Leute bekommen und sagt: „Irgendwann reicht es nicht immer nur mein Verständnis auszusprechen, wir mussten aktiv werden und handeln. Die Ranger sind der Baustein der uns noch gefehlt hat. Sie sind vor Ort, sammeln Erfahrungen und kooperieren.“

Sie sollen alle wesentlichen Akteure der Naturschutzthematik und der Landnutzer vernetzten. Als Teil der Naturschutzverwaltung haben sie somit hoheitliche Rechte und werden von der Polizei unterstützt.

Kooperation und Kommunikation. Darauf baut also das Konzept der Naturschutz Ranger diesen Sommer. Doch auch wenn die Konflikte ohne großen Ärger moderiert werden sollen, wird es wohl dennoch Projekte und Kontrollen mit der Polizei geben, um die Einhaltung der Regeln zu unterstreichen.


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