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LINT Züge: Politik sieht Verbesserungen - Anwohner eher nicht

“Es wird gepfiffen, Gas gegeben oder gequietscht”

Von Laetitia Schwende

Der Dauerbrenner Quietsche-Züge der BRB, kriegt ein Update. Ilse Aigner hat nach einer Bestandsaufnahme ein erstes Fazit gezogen. Hier ist unter anderem die Rede von positiver Rückmeldung und Verbesserung. Ein Lob, das einige Anwohner so gar nicht nachvollziehen können.

Die neuen LINT Züge der BRB stehen bei Anwohnern weiterhin in der Kritik

Schon lange müssen sich Anwohner der Bahnstrecken der Bayerischen Regionalbahn (BRB) über das nervtötende Quietschen und Pfeifen der neuen LINT Züge ärgern. Die Beschwerden häuften sich und die BRB gelobte Besserung. Bevor die Verantwortlichen erneut an einem runden Tisch zusammenkommen, hat sich Ilse Aigner gemeinsam mit Landrat Olaf von Löwis ein Bild des aktuellen Verbesserungsstandes gemacht. Fazit: einige Punkte wurden bereits in Angriff genommen. Das Hauptärgernis Quietschen und Pfeifen an Bahnübergängen wird die Betroffenen aber wohl noch eine Weile beschäftigen.

Angepasste Lautstärke, Schalldämpfer und stationäre Druckluft

Arnulf Schuchmann, Technischer Geschäftsführer bei der BRB, erklärt: Die Tür-Sounder, also die Pfeiftöne, die für Sehbehinderte beim Öffnen und Schließen der Türen zu hören sind, seien seit Ende November 2020 auf die adaptive Steuerung umgestellt worden. In Abhängigkeit von der Umgebungslautstärke wird die Lautstärke der Türsignale damit reguliert, sodass die Türsignale in aller Regel deutlich leiser sind als vorher.

Beim Ablassen der Druckluft bei Bremsproben kommt es zu einer Art Knall, der zu Beschwerden geführt hat. Die Lösung hierfür: Bis Ende Juni sollen der Einbau eines Schalldämpfers und die Verlegung der Leitung in das Fahrzeug über die Bühne gehen.

Anwohner der BRB sind genervt

Anwohner, die sich durch den Lärm der Züge ständig gestört fühlen, zeigen sich bisher wenig beeindruckt über die Neuerungen.

Es ist wirklich unerträglich, es hat sich überhaupt nichts getan,

klagt eine Dame aus St.Quirin. Mieter hätten sich beschwert und Feriengäste wollten nicht mehr wiederkommen, da sie den Lärm der Züge als derart störend empfinden. “Im Winter war es mal kurzzeitig etwas besser, aber sobald es nur etwas wärmer wird, ist es genauso nervig, wie bisher”, fügt ihr Mann hinzu. “Ständig wird gepfiffen, Gas gegeben oder gequietscht.”

Dass das Quietschen stark temperaturabhängig ist, liegt an simplen physikalischen Gegebenheiten, weiß Heino Seeger, Geschäftsführer der Tegernseer Bahn. Die Schienen sind aus Stahl, der sich bei wärmeren Temperaturen ausdehnt. In Kombination mit Trockenheit begünstigt das natürlich das Quietschen.

Pfeifen am Bahnübergang verpflichtend

Die Situation bei den so genannten Makrophonen, also den Signalen, die an Bahnübergängen abgegeben werden müssen, bleibe aber schwierig, denn die Bahnführer sind dazu verpflichtet, an nicht technisch gesicherten oder geschlossenen Bahnübergängen zu pfeifen.

Hier habe man eine Reduzierung der Lautstärke innerhalb der Norm um ungefähr drei Dezibel erreicht. Eine Reduktion, die sich, wie Heino Seeger auf Nachfrage erklärt, durchaus schon bemerkbar machen kann. Man müsse auch berücksichtigen, dass das Lärm und Störempfinden rein subjektiv sei. Was dem einen zu laut ist, nimmt der andere vielleicht kaum wahr.

“Am Quietschen arbeiten wir noch”, so Seeger weiter. Besonders in die sogenannten Schallabsorber, die ab Ende April testweise verbaut werden sollen, legt er große Hoffnung. Dass diese Lärmquelle damit dauerhaft ausgeschaltet wird, sei sehr wahrscheinlich. Auch Vibrationen dürften so der Vergangenheit angehören.

Übergangslösung: Spurkranzschmieranlagen

Auch wenn sie neben den Absorberringen bestenfalls eine unterstützende Wirkung haben, setzt man zwischenzeitlich zusätzlich auf Spurkranzschmieranlagen, die allerdings ständig neu eingestellt werden müssen und deren Funktion dauerhaft kontrolliert werden muss. “Wir hoffen dass es sehr bald besser wird”, so Seeger. Die LINT Züge seien gute Fahrzeuge, sie müssten nur noch etwas passend gemacht werden. Im Mai – wenn voraussichtlich die ersten Test-Ergebnisse zu den Absorberringen vorliegen – soll ein neuer Runder Tisch zum LINT stattfinden.


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