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Wiesseer haben doch die Wahl - Rolf Neresheimer will Bürgermeister werden

Höß bekommt Gegenkandidaten

Von Lydia Dartsch

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Nun wird es doch kein Alleingang für den Wiesseer Bürgermeister Peter Höß. Gegen den Amtsinhaber antreten will Rolf Neresheimer. Das bestätigte heute der frühere Manager und Tagesvater gegenüber der Tegernseer Stimme. Hauptbeweggrund für seine Kandidatur seien die ambitionierten Pläne rund um das Jodbadareal. „Die Therme ist nicht alternativlos“, sagt Neresheimer.

Die Pläne zur Wiesseer Therme gaben dem 50-Jährigen den Anstoß, sich an der anstehenden Bürgermeisterwahl zu beteiligen. Des Öfteren habe er Kritik an dem Projekt geäußert und Nachfragen gestellt. Zuerst sei er damit zu früh dran gewesen, dann zu spät. Jetzt ist Neresheimer jedoch endgültig der Meinung, man solle den Neubau der Therme lieber noch einmal überdenken.

Badepark erhalten

„Ich werde versuchen, alle Beteiligten und Betroffenen anzuhören. So beschwerlich und mühsam das auch ist“, erklärt der Wiesseer. Denn so festgefahren und alternativlos, wie die Wiesseer Gemeindeverwaltung die Pläne verkaufe, sei die Therme nicht. Beispielsweise wolle er sich dafür einsetzen, dass das Grundstück rund um das Jod-Schwefelbad weiterhin im Eigentum der Gemeinde bleibt.

Es besteht keine Not, das Grundstück abzugeben.

Gleichzeitig möchte Neresheimer die Wärmerückgewinnung sämtlicher Abwässer des Westufers, die beim Badepark vorbeilaufen, nutzen, um auch das Bad zu heizen. Die eigentlich für den Abriss vorgesehene Einrichtung wolle er auf jeden Fall erhalten. Es wäre „saufad“, wenn diese Freizeitmöglichkeiten für junge Familien in Zukunft wegfallen würden, betont der zweifache Vater. Die Abrisspläne nennt er „bürgerfeindlich“.

Badepark-Besucher müssen künftig tiefer in die Tasche greifen
Der Badepark soll eigentlich spätestens in zwei Jahren abgerissen werden.

Zudem dürfe so etwas wie der Verkauf des ehemaligen Spielbankareals nicht wieder passieren, erklärt Neresheimer. Zum einen sei der Preis von 4,7 Millionen Euro, den Thomas Strüngmann bezahlt hat, viel zu billig gewesen für die, wie er sagt, „erste Lage in Bad Wiessee“. „Warum hat Hr. Höß dieses Filetstück zum Schleuderpreis an Hr. Strüngmann abgegeben – obwohl dieser das Rennen um Hotel Lederer verloren hat?“, fragt der frühere Manager.

Jede Mitsprachemöglichkeit der Gemeinde verschenkt

Zum anderen habe Peter Höß jede Mitsprachemöglichkeit der Gemeinde bei der Entwicklung des Areals „verschenkt“, weil er es nicht zur Bedingung gemacht hatte, dass Strüngmann zuerst das Hotel Lederer kaufen müsse. Da sei ihm der jetzige Eigentümer zuvorgekommen, und Strüngmann habe dann das ehemalige Spielbankareal trotzdem gekauft. „Intransparent“ nennt er dieses Vorgehen des amtierenden Bürgermeisters.

Jetzt gäbe es dort, laut Neresheimer, eine Pattsituation: Zwei Großinvestoren säßen sich gegenüber und müssten sich über die Entwicklung der Grundstücke einigen. Denn die könne nur zusammen erfolgen. Zeitdruck hätten weder Strüngmann noch die RDR, und so fürchtet er, dass auf dem in direkter Nachbarschaft zur Seepromenade gelegenen Areal in den nächsten zehn Jahren nichts passieren werde.

„Mit Höß nicht zu schaffen“

Die Idee zu seiner Kandidatur sei zwar erst wenige Tage alt, seine Bewerbungsunterlagen hat sich der Wiesseer aber schon aus dem Rathaus abgeholt. Das Programm müsse er noch formulieren. „Wir haben jetzt die Möglichkeit, Bad Wiessee zu gestalten“, sagt er hoffnungsvoll.

Bis zum Jahr 2050 wolle er beispielsweise die gesamte Gemeinde energieautark gestalten – das nennt er als eines seiner Hauptziele. Halbzeit des Projekts soll 2022 sein. Als weiteres Ziel formuliert er, den Gemeindehaushalt auf „nachhaltig gesunde Füße zu stellen“. Das erfordere jedoch fundamentale Veränderungen in der Infrastruktur. „Mit einem Bürgermeister Höß ist das nicht zu schaffen“, meint der kommende Bürgermeisterkandidat.

Wiessee hat die Wahl

Für die Kandidatur braucht er mindestens sechs Mitstreiter, um eine neue Gemeinderatsliste aufzustellen. Die Nominierungsveranstaltung soll in den kommenden Wochen stattfinden. Erst dann dürfe er in der Gemeinde Unterschriften für seine Kandidatur sammeln. Die benötigten 80 werde er aber erreichen, ist sich Neresheimer sicher.

Dass er im März auch die Bürgermeisterwahl gewinnen kann, glaubt der Wirtschaftsingenieur hingegen nicht. Dazu sei Peter Höß in der Gemeinde viel besser vernetzt. Er hofft allerdings, dass bei der Gemeinderatswahl ein paar Sitze für ihn und seine neue Liste herauskommen:

Auf jeden Fall haben die Wiesseer dann endlich eine echte Wahl, und die Arbeit des Gemeinderates wird sicher viel transparenter.

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