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Facebook nutzen und verstehen

Von Rose Beyer

Die Alten treffen sich zum Ratschen im Bräustüberl oder im Moschner. Eigentlich nichts anderes machen die Jungen, die sich im Internet treffen: Sie ratschen, plaudern und unterhalten sich. „Das kostet nichts, und man kommt schnell ins Gespräch“, weiß auch der 15-jährige David.

David ist da, wo gerade fast alle sind – und nicht nur die Jungen: bei Facebook. 800 Millionen Mitglieder zählt die Seite aktuell. Verteilt über die ganze Welt. Das macht auch den Reiz für den jungen Wiesseer aus: Bevor er mit seinen Eltern an den Tegernsee kam, wohnte er für einige Zeit in Kiel, München und Paris.

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Über Facebook kann er mit allen Freunden und Bekannten in Kontakt bleiben, egal, wo er ist, und egal, wo die anderen sind. Facebook und andere Internetplattformen haben aber nicht nur Fans.

Die Profilseite der Tegernseer Stimme auf Facebook

In der klassischen Presse wurde in letzter Zeit viel über unlautere Datenschutzpraktiken und zahlreiche Verstöße gegen das deutsche sowie das EU-Datenschutzgesetz berichtet. Oft geht es in den Berichten um die mangelnde Privatsphäre auf den Profilseiten, die sich jeder Nutzer auf Facebook einrichten kann.

Einstellungen, die mit ein wenig Hintergrundwissen, ohne weiteres möglich ist und die Privatsphäre relativ zuverlässig dort belässt, wo man sie haben will.

Wenn man sich die Arbeit macht, ist die private Profilseite ein relativ sicherer Ort für Kommunikation: Dort stellen sich die “User” vor, laden private Fotos und Videos hoch und zeigen sie so ihren Freunden. Andere können auf den Profilseiten Nachrichten hinterlassen oder sich gegenseitig in gemeinsame Interessengruppen und zu Veranstaltungen einladen.

Das Hauptproblem haben häufig die Eltern

Der 15-jährige David kennt es nicht anders. Er ist mit Facebook & Co. aufgewachsen. Leute über das Internet kennenzulernen, ist für ihn ganz alltäglich und hat sogar echte Vorteile: „Man kann drüber nachdenken, was man schreibt.“ So fällt der erste Kontakt zu Mädels auch leichter, wenn man genug Zeit hat, den Fettnäpfchen auszuweichen.

Viele Eltern treibt dagegen die Sorge um, mit wem sich ihre Kinder im Netz einlassen. Zahlreiche Berichte über Mobbing, sexuelle Belästigung und den falschen Umgang mit der eigenen Privatsphäre verunsichern die Erwachsenen.

Schwer zu definierende Ängste bringen oftmals seltsame Reaktionen hervor. Schnell wird das gesamte Internet verteufelt, und am liebsten würde man den Kindern den Umgang damit komplett verbieten. Was dabei oft vergessen wird, ist der Umstand, dass die Gesetze unserer Gesellschaft im Netz genauso gelten wie im realen Leben.

Lediglich wenige würden ihrem Kind die Bushaltestelle verbieten als Reaktion auf die Begegnung mit einem Exhibitionisten. Stattdessen bringt man den Vorfall zur Anzeige und spricht mit den Kindern über das Geschehene. Gleiches gilt auch im Netz: Das Übermitteln unzulässiger Bilder und Texte ist ebenso verboten wie der Versuch der sexuellen Annäherung an Minderjährige oder sexuelle Belästigung zwischen Erwachsenen.

Darum der Tipp: Versuchen Sie, solche Vorfälle so genau wie möglich zu dokumentieren. Notieren Sie sich Datum, die exakte Uhrzeit, Namen oder Nickname und machen Sie am besten Screenshots der E-Mails oder Chatnachrichten. Und damit gehen Sie zur Polizei – so wie im normalen Leben auch.

Die Regeln sind da – man darf Verstöße nicht akzeptieren

Auf www.jugendschutz.net erhalten Erziehungsberechtigte wichtige Informationen, wie man seine Kinder im Internet optimal begleiten kann. Danach sollten Eltern mit ihren Kindern gemeinsam die passenden Internetseiten aussuchen. Jugendliche, die bereits chatten, brauchen ebenfalls ein offenes Ohr. Eltern, die von der vollständigen Thematik keine Ahnung haben, werden auch von ihren Kindern mit ihren Bedenken nicht ernst genommen werden.

Für Kinder und Jugendliche ist das Internet ein vollkommen normaler Teil ihres Lebens. Und so sollte man ihn auch behandeln. Verbieten, verteufeln und oft auf Unwissen basierende Vorurteile – das sind alles Aspekte, die Eltern nichts bringen und bei Kindern und Jugendlichen höchstens auf Unverständnis stoßen.

Trotzdem muss man auch im Internet nichts akzeptieren, was man in der „reelen Welt“ nicht akzeptieren würde. Dafür gibt es Gesetze, und damit sich Menschen daran halten, muss man das auch ganz aktiv mit Anzeigen bei Verstößen einfordern. Das ist sinnvoller, als mit Verboten zu agieren.

Das Chatten und das Flirten mit den Mädels wird David sowieso niemand verbieten können. Und nur, weil die ältere Generation das irgendwie unromantisch und komisch findet, ist es noch lange nicht gefährlich, findet David.

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