Nach Zugunglück von Bad Aibling

Fahrdienstleiter vorzeitig aus Haft entlassen

Zweieinhalb Jahre nach dem Zusammenstoß zweier Meridian-Züge der BOB auf der Mangfalltalbahn bei Bad Aibling ist der verantwortliche Fahrdienstleiter aus dem Gefängnis entlassen worden. Laut Staatsanwaltschaft hat er zwei Drittel seiner Strafe verbüßt.

Der Fahrdienstleiter Michael P. (links) sitzt am 10.11.2016 in Traunstein (Bayern) im Sitzungssaal des Landgerichts neben seiner Anwältin Ulrike Thole (2.v.l.), die dem Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Traunstein, Jürgen Branz (r), die Hand gibt. Foto: Peter Kneffel/dpa (Der Angeklagte ist auf Anforderung seiner Anwälte zum Schutz seiner Persönlichkeitsrechte unkenntlich gemacht worden.) | Verwendung weltweit

Am 5. Dezember wurde der für das Zugunglück von Bad Aibling verantwortliche Fahrdienstleiter zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Wie berichtet hatte sich der Mann während seines Dienstes durch ein Computerspiel ablenken lassen und falsche Signale gesetzt.

Infolgedessen stießen am 9. Februar 2016 zwei Meridian-Züge der Bayerischen Oberlandbahn auf der eingleisigen Strecke Holzkirchen-Rosenheim zusammen. Zwölf Menschen starben, 89 wurden teils schwer verletzt.

Fahrdienstleiter seit Anfang Juli raus aus Haft

Anfang Juli ist der Fahrdienstleiter jetzt vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Laut Staatsanwaltschaft hat der 40-Jährige zwei Drittel seiner Strafe verbüßt. Medienberichten zufolge begründet Staatsanwalt Oliver Mößner die Entscheidung des Landgerichts Traunstein damit, dass es „trotz der schrecklichen Folgen letztlich ein Fahrlässigkeitsdelit war“.

Schon nach Ende des Gerichtsprozesses soll erwartet worden sein, dass der Fahrdienstleiter nicht die gesamte Haftstrafe absitzen würde. Richter Fuchs wies damals in seiner Urteilsbegründung darauf hin, dass der Angeklagte “kein Krimineller, sondern selbst Opfer” sei.


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