Kritik an Gmunder Radstreifen
Fahrradstreifen endet im Nichts

von Laetitia Schwende

Das Thema Fahrradstreifen hat bereits in Bad Wiessee für Kritik und Aufregung gesorgt. Nun zweifeln auch in Gmund Bürger an der Sinnhaftigkeit und Sicherheit eines Radstreifens in der Gemeinde. Der Zuständige für Mobilität im Landkreis Peter Schiffmann nimmt nun Stellung.

Ziemlich abrupt endet hier der Radstreifen für Fahrradfahrer.

Der Radstreifen in Gmund, nach dem Bahnhof Richtung Bad Wiessee, sorgt bei manchen für Stirnrunzeln. Mitten auf der Straße endet die Markierung, der Radweg wirkt unsicher. Was sagt der Zuständige für Mobilität im Landkreis Miesbach, Peter Schiffmann, zu den Zweifeln?

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Die Sorge über eine übermäßig beengte Fahrbahn kann Schiffmann direkt nehmen. Gemäß den „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ sind die Maße für Schutzstreifen hierfür vorgegeben mit jeweils 1.50 Meter, mindestens aber 1.25 Meter, erklärt Schiffmann. “In der Mitte der Fahrbahn soll eine Restfahrbahnbreite von mindestens 4.50 Meter, besser fünf Meter, verleiben, um den Begegnungsverkehr zweier PKW ohne Inanspruchnahme der Schutzstreifen zu ermöglichen”. Sollten sich PKW-LKW oder LKW-LKW begegnen, kann und darf auf die Schutzstreifen ausgewichen werden.

Eine Mittelmarkierung sei außerdem nicht notwendig. Diese werden innerorts bereits seit längerem nur noch dort aufgebracht, wo man an Abbiegespuren, Lichtsignalanlagen oder Querungshilfen den Verkehr führen muss, klärt Schiffmann auf.

Muss man sich hier in Luft auflösen?

Dass der Fahrradstreifen mitten auf der Fahrbahn endet, hat einen recht praktischen Grund. Die Umsetzung in Gmund erfolgte relativ kurzfristig. Denn im Zuge der Vorplanung ergab sich für das gesamte Bahnhofsareal, dass die erforderlichen Breiten bereits bestehen – es waren also keine baulichen Maßnahmen notwendig. Dort wo der Streifen endet, bestehen diese erforderlichen Breiten nicht mehr, eine korrekte Markierung wäre also ab diesem Punkt nicht mehr möglich. Schiffmann erklärt:

Dies ist unter anderem auch als Test gedacht, ob hier in der endgültigen Planung Schutzstreifen Sinn machen und zum Beispiel das illegale und unsichere „Gehwegradeln“ reduzieren. Langfristig sollte freilich die Führung des Radverkehrs besser aneinander anschließen.

Zu den Schutzstreifen halten sich positive und negative Rückmeldungen die Waage, so Schiffmann. Den Eindruck, dass diese „unsicher“ seien, habe der Fachbereich Mobilität nicht: “Unfälle sind beispielsweise bisher nicht bekannt”, so der Fachbereichsleiter.

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