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Asylbewerber das zweite Mal vor dem Amtsgericht

„Fight, fight, fight“

Von Nina Häußinger

Ein 20-jähriger Asylbewerber fährt an einem November Abend mit der S-Bahn von München Richtung Holzkirchen. Er ist alkoholisiert und hat keinen Fahrschein. Der Security Dienst muss ihn aus der Bahn tragen. Er wird nicht zum ersten Mal straffällig.

In der S-Bahn von München Richtung Holzkirchen wurde der Somalier auffällig - diesmal kam er noch glimpflich davon
In der S-Bahn von München Richtung Holzkirchen wurde der Somalier auffällig – diesmal kam er noch glimpflich davon

Seit rund zwei Jahren lebt Sahal A. in den Containern in der Erich-Kästner-Straße in Holzkirchen. Am 18. November war der gebürtige Somalier mit der S3 von München Richtung Holzkirchen unterwegs. Dabei wurde er gegen 21 Uhr von einer Security Firma aus München kontrolliert, die für die Sicherheit in der S-Bahn zuständig ist. Doch er konnte keinen Fahrschein vorzeigen. Der Security Mitarbeiter schilderte die Situation vor dem Miesbacher Amtsgericht am Mittwoch wie folgt:

Er hatte eine Bierflasche dabei und hat laut Musik gehört. Seinen Fahrschein wollte er nicht zeigen. Dann ist er aufgestanden und hat geschrien ‚fight, fight, fight‘.

Zu Handgreiflichkeiten sei es nicht gekommen. Man habe ihn aber aus der S-Bahn tragen müssen und auch die Bundespolizei sei hinzugezogen worden, so der Mann vom Sicherheitsdienst, der als Zeuge geladen war.

In der Heimat verfolgt

Sahal A. ist vor rund zwei Jahren aus Somalia nach Deutschland gekommen. Seitdem läuft sein Asylantrag. Mit 16 hat der jetzt 21-Jährige in seiner Heimat ein Mädchen einer anderen Ethnie geheiratet. Deshalb werde er nach eigenen Angaben dort verfolgt. Seine Geschwister und seine Mutter leben genau wie seine Frau noch in Somalia.

In Deutschland ist Sahal bereits einmal straffällig geworden. Damals ist er in der Asylunterkunft mit der Gabel auf einen anderen Flüchtling losgegangen. Anfangs habe Sahal viel Alkohol konsumiert, berichtet die Jugendgerichtshilfe. Erst nach einem Magendurchbruch und einem längeren Krankenhausaufenthalt habe sich das gebessert.

Mittlerweile habe er sich aber ganz gut eingelebt und nehme auch die Angebote des Helferkreises an. Aktuell besucht Sahal fünf Tage die Woche immer von 8 bis 16 Uhr einen Sprachkurs. Im wöchentlichen Wechsel nimmt er außerdem an einem Praktikum teil. Er will KFZ-Mechaniker werden.

„Je öfter man auftaucht, desto strenger wird es“

Da sowohl die Jugendgerichtshilfe, als auch die Staatsanwaltschaft den Somalier als Heranwachsenden einstufen, der in seiner Entwicklung eher noch dem Jugendstrafrecht zuzuordnen ist, fiel das Urteil recht milde aus. Sahal muss innerhalb der nächsten drei Monate 40 Sozialstunden ableisten. Außerdem sind drei Beratungsgespräche mit der Jugendgerichtshilfe anberaumt.

Trotzdem wurde dem jungen Mann nochmal verdeutlicht, dass ihm vier Wochen Arrest drohen, sollte er sich nicht an die Vorgaben halten. Außerdem betonte der Richter abschließend, dass er künftig nach dem Erwachsenenstraftrecht verurteilt werde und ihm dann Geld- und Freiheitsstrafen drohen. „Denn je öfter man vor Gericht auftaucht, desto strenger wird es.“

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