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Grundsanierung Container

Flüchtlinge müssen selber putzen

Von Laura Lorefice

Nachdem bekannt wurde, dass die Asyl-Container in der Erich-Kästner-Straße durch eine externe Firma saniert werden, war der Aufschrei in Holzkirchen groß. Warum putzen die Flüchtlinge nicht selber? Doch das tun sie – zusammen mit der Reinigungsfirma.

Die Holzkirchner Asyl-Container
Die Holzkirchner Asyl-Container

Wie berichtet muss die Containerlandschaft am Ortsrand von Holzkirchen nach zwei Jahren grundsaniert werden. Die Unterkunft weise starke Abnutzungen auf, so das Landratsamt. Deswegen wurde für die Reinigungsarbeiten eine externe Putzfirma beauftragt. Das passte vielen Holzkirchnern nicht. Die Leserkommentare auf diese Meldung explodierten regelrecht. „Warum wird den Bewohnern hinterher geräumt?“, „Jeder sollte für seine Sachen selber verantwortlich sein“ war der allgemeine Tenor.

Gestern fand in den Containern eine Begehung mit den zuständigen Mitarbeitern des Landratsamtes und der Reinigungsfirma statt, um zu klären was alles gemacht werden muss. Gerhard Brandl, Pressesprecher vom Landratsamt Miesbach erklärt:

Wir haben ausgemacht, dass die Bewohner ihren persönlichen Bereich selber putzen. Gemeinschaftsräume wie der Küchen- und Sanitärbereich werden von der Firma gereinigt. Aufgrund des Verschmutzungsgrades werden hier scharfe Reinigungsmittel und spezielle Geräte verwendet. Für Laien wäre der Umgang mit solchen Mitteln zu gefährlich. Schließlich muss die Reinigung auch hygienetechnisch einwandfrei sein.

Für die Flüchtlinge gebe es Putzpläne. Heißt, auch wenn die Bewohner in der Zwischenzeit in der Tragluftghalle leben, müssen sie täglich zu den Container um dort zu putzen. Auch die Integrationsbeauftragte Maria Korell äußerte sich zu den Vorwürfen: „Natürlich müssen die Flüchtlinge selber putzen. Das ist auch gut so. Dafür gibt es die Putzpläne. Es wäre nicht gut, wenn die komplette Sanierung eine Firma übernimmt.“

Wer zieht in die Container?

Ob die Firma, welche gestern bei der Begehung dabei war, den Auftrag bekomme, sei laut Brandl „noch nicht sicher“. Diese müsse zuerst ein Angebot abgeben. Bezahlen wird die Regierung von Oberbayern.

In 14 Tagen soll es soweit sein und die Bewohner ziehen in die Traglufthalle, so Brandl. Sobald die Container komplett leergeräumt wurden, führe man eine Schadensbegehung durch, um Schäden wie das kaputte Fenster aufzunehmen.

Nach zirka zwei Monaten können die Container dann wieder belegt werden. Doch ob wieder die gleichen Bewohner einziehen, sei „noch unklar“. Je nach aktueller Situation werde entschieden, wer in die Container einziehen wird, erklärt der Sprecher abschließend.


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