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Fluglotsenstreik: Die reine Ungewissheit

Die deutschen Fluglotsen drohen am Dienstag mit Streik: Was tun, wenn ausgerechnet morgen der lang ersehnte Urlaubsflug gebucht ist?

Leider kann man nichts als Abwarten. Anderes bleibt im Moment nicht einmal den Reisebüros übrig, wie unsere kleine Umfrage am Tegernsee ergeben hat: Erst morgen früh wird sich letztendlich herausstellen, wer pünktlich gen Ferien abheben kann und wer nicht.

Vorsichtshalber sollte man sich jedoch die Telefonnummer seines Reisebüros herrichten oder die Hotline der Fluggesellschaft heraussuchen.

Bayern präsentiert sich heute wieder in seinem typischen Sommergewand 2011: verregnet, grau, trist, ungemütlich. Wer weg will, wer sich seit langem auf den sonnigen Urlaub freut, wer morgen zwischen 6 und 12 Uhr abfliegt, dem vermiesen die Nachrichten, die seit heute früh im Radio laufen, die Stimmung gehörig.

Einen Ausweg aus der Ungewissheit gibt es momentan leider nicht: “Man kann nichts machen. Wir wissen auch nicht mehr als das, was im Radio und Fernsehen läuft”, sagt Helmut Schneider, der ein Reisebüro im Wiesseer Prinzenruhweg betreibt.

Morgen zwischen 6 und 12 Uhr wollen die Fluglotsen laut aktuellen Nachrichten den Dienst niederlegen. Notfallpläne werden gerade von den Airlines ausgearbeitet. Wer davon betroffen ist, für wen sich die Flugzeit ändert, der wird das wohl oder übel ganz kurzfristig erfahren: “Informieren muss man sich selber, morgen früh vor dem Flug. Aber klar, die Situation ist gerade jetzt, in der Urlaubszeit, nicht optimal”, sagt Schneider.

Am Dienstag könnte der Fluglotsenstreik den Flugverkehr lahm legen.

Eine pauschale Antwort, welche Flieger betroffen sein könnten oder nicht, gibt es nicht. Laut Hans Götschl vom Reisebüro Götschl in Rottach-Egern werde man wahrscheinlich heute Abend bereits wissen, ob der Streik stattfindet oder nicht. “Das Gericht wird urteilen und wir hoffen, vor allem für die alleine 20.000 Gäste, die morgen am Münchner Flughafen davon betroffen sein könnten, dass der Streik verboten wird.” So oder so rät Götschl, morgen früh im Internet auf den Seiten der Fluggesellschaften nach der eigenen Flugzeit Ausschau zu halten.

Im Dürnbacher Reisebüro steht das Telefon momentan noch still. Aber man rechnet in der Miesbacher Straße derzeit auch nicht mit weiteren Nachfragen. Zumindest auf Verdacht möchte man dort keinen Gast informieren.

Vorabinformation vom Veranstalter oder vom Reisebüro?

“Definitiv einige Nachfragen” in Sachen Fluglotsenstreik hat Martin Strüber von RTC Rose Travel in Rottach-Egern zu verbuchen: “Das werden nach und nach mehr werden. Wobei wir derzeit nur sagen können, wartet das Urteil heute am späten Nachmittag ab. Danach können wir uns Gedanken machen über den einzelnen Gast und die Optionen für eine Umbuchung oder ähnliches.”

Speziell bei RTC, die als relativ kleiner Veranstalter hauptsächlich Reisen in den Nahen Osten organisieren, werden alle Kunden proaktiv informiert, sobald es die Informationslage zulässt. “Wer morgen abfliegt, wird von uns auf jeden Fall informiert. Da haben wir gegenüber den großen Veranstaltern oder den Reisebüros sicherlich einen gewissen Vorteil”, sagt Strüber.

Übrigens: Wer am Flughafen gestrandet ist, dem muss der Veranstalter oder die Fluggesellschaft Betreuung gewährleisten. Laut eines Spiegel-Artikels hat man gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung Anspruch auf Essen und Trinken, zwei kostenlose Telefonate sowie die Möglichkeit, zu Faxen oder E-Mails zu schreiben.

Wenn der Flug sich auf einen anderen Tag verschiebt, müssen mindestens zwei Übernachtungen im Hotel bezahlt werden.

Fluglotsenstreiks:
Deutsche Fluglotsen wollen morgen zwischen 6 und 12 Uhr streiken. Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) hat bundesweit alle tariflich Beschäftigten dazu aufgerufen. Gefordert werden 6,5 Prozent mehr Lohn. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) will gerichtlich gegen die Streiks während der Hauptreisezeit vorgehen. Schon letzte Woche wurde mit Arbeitsniederlegung an den Flughäfen gedroht – Streiks konnten im letzten Moment abgewendet werden. Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte den Lotsenstreik kurzfristig untersagt.

Anmerkung: Der Artikel erschien heute ürsprünglich bei lokalnews.de. Die Autorin heißt Susanne Wax.


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