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Jetzt klagt die Ehefrau

Föchinger Kuhglocken-Streit geht in nächste Runde

Die Geschichte rund um die Kuhglocken in Föching wird immer skurriler. Zunächst klagte nur ein Mann gegen das Gebimmel auf der Nachbarwiese. Doch das Urteil ist noch nicht einmal gefallen, da zieht die Ehefrau nach.

Jetzt klagt auch noch die Ehefrau eines Föchingers gegen die Kuhglocken

Kuhglocken gehören in Bayern eben einfach dazu – möchte man meinen. Das sehen aber nicht alle so. Immer wieder gibt es Beschwerden wegen des Lärms, den die bimmelnden Herden verursachen.
Schon 2015 gab es auch in Föching einen Fall. Die Bäuerin Regina Killer wurde damals von ihrem Nachbarn verklagt. Das Ergebnis: nachts müssen die Kühe mit Glocken mindestens 100 Meter von der Wohnbebauung entfernt stehen. Ein hohes Bußgeld sollte fällig werden, wenn sich Killer nicht an die Abmachung hält.

Im Oktober klagte eben genau dieser Nachbar erneut. So will er erreichen, dass Killer künftig gar keine Kühe mehr, auch nicht tagsüber, auf der an sein Grundstück angrenzenden Wiese halten darf. Ein Urteil ist bisher nicht gefallen. Morgen sollte das Landgericht München II weiter verhandeln.

Ehefrau klagt mit

Doch der Streit geht schon vorher in eine neue Runde. Die Ehefrau des Klägers reicht nun eine eigene Klage beim Landgericht ein, das berichtet die Süddeutsche Zeitung. Diese sei, im Gegensatz zu der des Mannes, noch unbelastet von der vorherigen Verhandlung 2015 und dem daraus resultierenden Vergleich.

Für das Ehepaar ist klar: Sie fühlen sich in ihrer Ruhe gestört, leiden unter Schlafstörungen, ja sogar Depressionen. Auch befürchten sie einen Wertverlust der eigenen Immobilie. Auf der anderen Seite steht die Gemeinde Holzkirchen, die die Wiesen an die Bäuerin verpachtet. Und die Landwirtin selbst, deren Existenz von ihren Tieren abhängt. Für sie gehören Kuhglocken zur Tradition und seien auch einfach notwendig, um entlaufene Kühe wiederzufinden. Von einer GPS-Ortung, die der Kläger laut SZ auf eigenen Kosten installieren würde, wolle sie nichts wissen.

Einen solchen Kompromiss konnte man im österreichischen Vorarlberg finden. In anderen Regionen entschied das Gericht schon gegen die Kuhglocken. Ob die bayerische Tradition in Holzkirchen am Ende weichen muss, oder ein erneuter Kompromiss das Dilemma löst, könnte sich schon morgen entscheiden, wenn die Verhandlung in München fortgesetzt wird.


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