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Wie Gemeinden die Vereine unterstützen

Förderung? Kommt drauf an!

Von Lydia Dartsch

Sport- und Kulturvereine bereichern das Leben im Tal: Sie veranstalten Sportturniere, Konzerte, Ausstellungen oder Vereinsfeste und geben ihren Mitgliedern die Möglichkeit, ihrem Hobby oder Lieblingssport nachzugehen.

Ihre Einnahmen bestreiten die Vereine aus Mitgliedsbeiträgen und Einnahmen aus Festen. Manche erhalten Spenden oder werden von Verbänden gefördert. Und auch die Gemeinden unterstützen, wo es geht. Bei Schnupftabakdosen für den Bartverein ist jedoch Schluss.

Aus den Waldfesteinnahmen
Einige Vereine im Tal finanzieren sich zum Teil durch die Einnahmen aus den Waldfesten.

Wie fördern die Talgemeinden ihre Vereine?, fragte uns ein Leser vor einiger Zeit in einem Kommentar. Wir fragten nach, wie die Regeln in den Verwaltungen sind, nach denen Vereine unterstützt werden und wer darüber entscheidet.

„Das kommt auf den Einzelfall an“, so die einhellige Antwort aus den Rathäusern. Konkrete Richtlinien gäbe es nicht. Üblicherweise beantrage ein Verein Unterstützung für ein konkretes Projekt, und je nach Höhe der dafür anfallenden Kosten entscheide der Bürgermeister oder ‒ bei einer höheren Summe ‒ der Gemeinderat, erklärt Michael Herrmann, Geschäftsleiter von Bad Wiessee. Und Hans Staudacher, sein Pendant in Tegernsee, betont:

Maßgeblich ist dabei, inwieweit die Förderung das Gemeinwohl betrifft.

Wenn beispielsweise der Eissportclub einen Zuschuss beantrage, um die auch von der Öffentlichkeit genutzte Eisbahn zu erneuern, sei dies gegeben. Einen Zuschuss für neue Schnupftabakdosen für die Mitglieder des Bart- und Schnupfvereins diene dagegen nicht dem Gemeinwohl, sagt Staudacher.

Infrastruktur für wenig Geld

Ähnlich sieht es auch in Bad Wiessee, Rottach-Egern und Gmund aus. In Gmund erhielten derzeit der Sport- und der Tennisverein Übungsleiterzuschüsse auf freiwilliger Basis, sagt Geschäftsleiter Alfons Besel.

Die hauptsächliche Förderung erhalten die Vereine durch die Bereitstellung von gemeindeeigener Infrastruktur: Sportplätze und Veranstaltungshallen. Oder durch die Bereitstellung des Personals, um diese in Topform zu halten.

Thomas Erler, Vorstand des TSV Bad Wiessee, zeigt sich zufrieden. Man merke zwar, dass die Gemeinde nicht mehr über unermessliche Mittel verfüge. Sie helfe aber, wo es geht:

Wir dürfen den Kunstrasenplatz und die Sporthalle kostenfrei benutzen. Das ist eine sehr große Unterstützung.

Erst kürzlich habe der Verein in Absprache mit der Gemeinde eine Schneefräse für den Kunstrasenplatz gekauft, die er nun an andere Vereine vermieten kann. Im Gegenzug habe die Gemeinde eine Reinigungsmaschine für die Pflege des Platzes gekauft, und sie stelle auch den Platzwart.

Schneefräse
Die Schneefräse des TSV im Einsatz.

Andere Zuschüsse erhalte der Verein derzeit nicht. Die Förderrichtlinie des verantwortlichen Staatsministeriums greife für den TSV nicht. Dafür seien dessen Mitgliedsbeiträge zu niedrig, sagt Erler. Für eine Anpassung derselben würde sich die Förderung aber auch nicht lohnen.

Gemeinde stellt Platz und Instandhaltung

Auch Toni Erlacher vom FC Rottach-Egern zeigt sich zufrieden mit der Unterstützung seitens der Gemeinde. Der Fußballverein dürfe das Vereinsgelände kostenfrei nutzen. Die Gemeinde kümmere sich um die Betreuung und Pflege, sagt er. Ansonsten finanziere sich der Verein aus den Beiträgen seiner 600 Mitglieder, aus Einnahmen von Sponsoren sowie aus der Bewirtung bei großen Festen, wie etwa dem Waldfest. Zuschüsse erhalte der FC vom Bayerischen Fußballverband und vom Landkreis.

Der Förderverein Kunst und Kultur Rottach-Egern finanziert sich dagegen hauptsächlich aus den Mitgliedsbeiträgen seiner knapp 160 Mitglieder, so die Vorsitzende Gabriele Schultes-Joskalla. Gemeinderäume dürften von ihnen kostenfrei für Veranstaltungen genutzt werden. Man arbeite ehrenamtlich und sei darauf bedacht, dass sich die Einnahmen durch Eintrittspreise und Ausgaben ‒ beispielsweise die Künstlergagen ‒ etwa ausgleichen.

Zum Thema „finanzielle Zuschüsse“ sagt Schultes-Jaskolla: „Wir haben noch nie einen Antrag gestellt.“ Und sei damit, so die Rottacher Gemeinderätin, eigentlich immer gut gefahren.

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