Freie Fahrt zur Fahndung

von Laura Lorefice

Um Fahndungseinsätze von Zivilbeamten in Zügen zu erleichtern, verstärken BOB, Meridian und BRB künftig die Zusammenarbeit mit der Polizei. Von jetzt an müssen Beamte in den Zügen kein Ticket mehr lösen.

Freie Fahrt für Polizisten: BOB schließt Rahmenvereinbarung ab.

Vor zwei Tagen unterschrieb der Vorsitzende Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn (BOB), Dr. Bernd Rosenbusch, eine Rahmenvereinbarung, welche die Freifahrt von Polizeibeamten in BOB, Meridian und Bayerischer Regiobahn GmbH (BRB) regelt. Dabei geht es um Zivilbeamte, die im Fahndungseinsatz sind. Diese müssen sich in Zukunft durch einen Dienstauftrag und Lichtbildausweis beim Personal ausweisen. Freie Fahrt erhalten weiterhin Bundespolizei- und Polizeibeamte in Uniform. In der offiziellen Erklärung heißt es:

Die Beamten der Bayerischen Polizei sind somit im Rahmen ihrer ordnungsgemäßen Dienstausübung in den Eisenbahnzügen der genannten Eisenbahngesellschaften im Inland von allen Beförderungsentgelten befreit.

Vor dem Hintergrund des hohen Rechtsgut des freien Personen- und Güterverkehrs, stehen Kontrollmaßnahmen von beziehungsweise in Eisenbahnzügen in einem besonderen Spannungsverhältnis hierzu. Um einerseits den freien Personen- und Güterverkehr zu respektieren und die Sicherheit in den Zügen zu gewährleisten und anderseits aber Zugbetreiber und Fahrgäste so wenig wie möglich durch Kontrollen zu stören, wurde nun diese Rahmenvereinbarung getroffen.

Arbeitsalltag vereinfachen

Diese soll vor allem die Arbeit im Alltag vereinfachen. Zuvor galten viele Splitterregelungen, was den Einsatz von Zivilbeamten in Zügen betrifft. Wie Christopher Raabe, Pressesprecher der BOB erklärt, mussten Polizisten bei Kontrollen in der BOB zuerst ein Ticket lösen und dieses dann im Nachgang für eine Erstattung einreichen. Nun hat man sich auf eine bayernweite Regelung geeinigt.

Geschäftsführer Rosenbusch meint dazu:

Die intensivere Präsenz von Polizeibeamten in unseren Zügen wird zusätzlich deeskalierend wirken und die Arbeit unserer Mitarbeiter an Bord unserer Züge erleichtern. Wir sehen dies als Ergänzung zu unseren eigenen Deeskalationstrainings, die integrale Bestandteile unserer Ausbildungen zum Kundenbetreuer und zum Triebfahrzeugführer sind.

Die Deeskalationstrainings in den Ausbildungsprogrammen der Bayerischen Oberlandbahn GmbH und der Bayerischen Regiobahn GmbH kommen durch die finanzielle Unterstützung der Bayerischen Eisenbahngesellschaft mbH (BEG) zustande. Sie plant, finanziert und kontrolliert den Regional- und S-Bahn-Verkehr in ganz Bayern.


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