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Corona-Pandemie: Aktuelle Lage im Landkreis Miesbach

Fünf Standorte für Hilfskrankenhäuser werden geprüft

Von Nina Häußinger

Die Zahl der Corona-Erkrankten steigt auch im Landkreis Miesbach weiter an. Aktuell bereitet man sich intensiv auf die kommenden Tage und Wochen vor. Auch die ersten Standorte für Hilfskrankenhäuser sind in Planung.

Derzeit werden im Krankenhaus Agatharied 29 Personen behandelt

Die aktuellen Corona-Zahlen im Landkreis Miesbach: 301 positiv Getestete – plus 13 zum Vortag, 41 davon sind bereits wieder gesundet. Stationär werden 29 Personen betreut, 10 davon intensivmedizinisch (Stand 30.03.2020)
Die Umgestaltung der medizinischen Versorgung der Bürger im Landkreis Miesbach während der Corona-Krise nimmt weiter Gestalt an: Seit Freitag gibt es in jedem Leitstellen-Bereich Mediziner, die als „Ärztliche Leiter“ in der Führungsgruppe Katastrophenschutz der Landkreise mitarbeiten.

Sie sollen Patientenströme in den Landkreisen und kreisfreien Städten dezentral innerhalb der regionalen Krankenhausstrukturen steuern. Für den Bereich der Integrierten Leitstelle Rosenheim (umfasst Stadt und Land Rosenheim sowie den Landkreis Miesbach) übernimmt Dr. Michael Städtler die Aufgabe des Ärztlichen Leiters.

Ärztlicher Leiter entscheidet über Akutkrankenhäuser

Dr. Städtler ist Funktionsoberarzt und Facharzt für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin an der Rosenheimer Klinik RoMed. Als Ärztlicher Leiter Rettungsdienst und Leitender Notarzt im Landkreis Rosenheim sei er bestens für die bevorstehenden Aufgaben geeignet: Die ärztlichen Leiter bei der Führungsgruppe Katastrophenschutz sind für die übergeordnete Steuerung der Patientenströme zuständig.

Sie entscheiden also über die Einrichtung von Hilfskrankenhäusern und über die Belegung von Akutkrankenhäusern und Hilfskrankenhäusern. Sie bestimmen auch über Krankenhäuser, die vorrangig zur Versorgung von Corona-Patienten verwendet werden.

Fünf Standorte für Hilfskrankenhäuser werden geprüft

Als Ergänzung zum Krankenhaus Agatharied läuft bekanntlich die Planung für temporäre Hilfskrankenhäuser im Landkreis Miesbach. Hier sollen voraussichtlich Covid-Patienten post-stationär untergebracht werden. In anderen Häusern könnten nicht-Covid-Patienten nach dem stationären Klinikaufenthalt gebündelt werden. Das Krankenhaus soll damit entlastet werden. Für fünf Standorte wird aktuell die Machbarkeit geprüft. Es handelt sich um zwei größere Hotels, zwei Reha-Kliniken und eine Schule.

Im Auftrag des Innenministeriums wurden am Wochenende die Eckpunkte für die Errichtung von Hilfskrankenhäusern festgelegt. Dr. Florian Meier, stellvertretender Landesarzt des BRK und Leitender Notarzt in Miesbach, leitete diese Arbeitsgruppe. Der Allgemeinmediziner sitzt außerdem seit dem ersten Tag als Vertreter der niedergelassenen Ärzte in der Koordinierungsgruppe Corona und später in der Führungsgruppe Katastrophenschutz.

Er wird jeden Tag per Videokonferenz zur Lagebesprechung zugeschaltet. Dr. Meier konnte die Überlegungen zur Errichtung eines Hilfskrankenhauses, die im Landkreis Miesbach vergleichsweise schon weit fortgeschritten sind, einbringen.

Material wird knapp

Parallel dazu reichte die Führungsgruppe Katastrophenschutz in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern eine Liste mit dringendem Material- und Personalbedarf ein, darunter Beatmungsgeräte plus Zubehör, Schutzausrüstung (u.a. Kittel, Masken, Augenschutz), Testsets, pflegerisches und ärztliches Personal sowie Personal für das Gesundheitsamt. Noch ist nicht bekannt, wann und was von der Anforderung in Miesbach ankommt.

Ministerpräsident Söder kündigte in seiner heutigen Pressekonferenz an, u.a. den besonders von der Ausbreitung des Virus betroffenen Landkreis Miesbach mit Material und Personal unterstützen zu wollen. Aktuell sei beides sehr knapp, berichtet Pressesprecherin des Landratsamts Sophie Stadler. Alle Schutzmaterialien, die die Führungsgruppe Katastrophenschutz über die Oberbehörden erreichen oder auf eigenen Kanälen beschafft werden kann, werden zentral verteilt. Dazu wurde ein Zentrallager eingerichtet, von wo aus Material durch das THW Ortsverband Miesbach priorisiert verteilt wird.

Krankenhaus, Ärzte und Seniorenpflege haben Vorrang. Die Disponierung der Materialien hat die Unterstützungsgruppe der Führungsgruppe Katastrophenschutz, bestehend aus freiwilligen Feuerwehrlern und THWlern, übernommen. Alle Informationen, Kontakte und weiterführende Links zum Thema Corona sind auf der Seite www.landkreis-miesbach.de/coronavirus gesammelt.


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