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Einsatzkräfte aus Tegernsee und Gmund proben den Ernstfall

Simulierter Zugunfall in St. Quirin

Von Rose Beyer

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Ein Wegstück im Wald zwischen St. Quirin und Tegernsee. Unter einer Lok ist ein Mensch eingeklemmt, ein weiterer unter einem Baum. Das Gelände ist unwegsam. Wie soll hier eine Bergung klappen? Der Alarm ist ausgelöst und 25 Minuten später sind die Einsatzkräfte vor Ort. In einer Stunde gelingt es ihnen, den Verletzten zu befreien. Zum Glück war es nur eine Übung. Sie wurde geheim gehalten – nur wenige Eingeweihte wussten Bescheid.

Michael Thanner ist sehr zufrieden. Sein Plan ist aufgegangen: Der Ausbilder und Gerätewart der Gmunder Feuerwehr hatte bereits vor einem Jahr den Plan für eine Rettungsübung auf einem intakten Zuggleis geschmiedet. Jetzt spielte ihm sozusagen der Zufall in die Hand, dass die hiesigen Bahnübergänge gerade wegen Instandhaltungsmaßnahmen gesperrt sind. Während des laufenden Zugverkehrs wäre die Übung nicht durchführbar gewesen.

Der Plan vom Unfall auf der Schiene

Die Intention dabei ist, zu überprüfen, ob alle sogenannten „Einsatzmittelketten“ von Anfang an funktionieren. Also von der Unfallmeldung bis zur gelungenen Rettung. Denn da spiele viel ineinander, wie Thanner erklärt. „Jedes Glied muss seine Aufgabe gut machen, damit die Gruppe Erfolg hat. Außerdem sollte logistisch geprobt werden, wie man in unwegsamem Gelände Rettungsmaterial zu den Unfallopfern bringen kann.“

Dazu wurde alles minutiös vorbereitet. Bescheid über die Übung wussten nur Thanner selbst, Feuerwehrkommandant Johann Haslauer, Vize-Kommandant Thomas Hilgenrainer von der Gmunder Feuerwehr sowie Heino Seeger von der Tegernsee-Bahn.

So wurde inszeniert

Kurz nach 19 Uhr am Dienstagabend sei die Tegernsee-Bahn mit der Lok rausgefahren, erzählt Thanner den Hergang. Derweil haben er und seine Helfer die beiden Übungspuppen auf dem Gleis verstaut. Sofort gab der Fahrdienstleiter die Unfallmeldung an die Rettungsleitstelle in Rosenheim weiter, dass Personen am Gleis verletzt seien. Dies setzte dann den ganzen Rettungsapparat in Gang. „Vier Minuten hat es gedauert, bis der Alarm ausgelöst wurde“, so Thanner.

Einen Rettungsleitwagen hatte man schon nach St. Quirin geschickt, ein weiteres Fahrzeug an die Wallbergstraße. Eine Rettung gehe leichter, wenn man das Ganze über die Schienen ziehe, so der Feuerwehrmann. Die Unfallstelle befand sich schließlich in sehr unwegsamem Gelände mitten im Wald. Wichtig sei vor allem die erste Erkundung durch den Einsatzleiter, so Thanner.

Wenn man was vergisst, hat man den ganzen Weg nochmal.

Nachdem Vize-Kommandant Thomas Hilgenrainer – am gestrigen Abend der Einsatzleiter – die Situation erfasst hatte, wurde entschieden, welches Material auf die Loren – die Schienenwägen – geladen werden soll. Vier kräftige Männer waren damit beschäftigt, die Lore händisch zum Unfallort zu ziehen. Damit die Männer das überhaupt tun konnten, musste vorher noch die Schienen-Freigabe durch die Bahn erfolgen.

Hatte man es dann geschafft, in Windeseile den etwa 200 Kilogramm schweren Wagen zu den Verletzten zu ziehen, konnte die eigentliche Bergung beginnen. Insgesamt waren bei der Übung 40 Feuerwehrler aus Gmund und Tegernsee im Einsatz.

Die Übungspuppe hat das realistische Gewicht eines echten Menschen
Die Übungspuppe hat das realistische Gewicht eines echten Menschen.

Nach etwa 25 Minuten waren die ersten Einsatzkräfte bei den Verunfallten. Zur Bergung musste zwar die schwere Lok hochgehoben werden, doch das ging sehr zügig. Bereits eine Stunde nach der Alarmierung waren die Verletzten befreit. Auch der Baum, der auf der Schiene lag, wurde von den Rettungskräften entfernt. „Es hat alles wunderbar hingehauen – ich bin sehr zufrieden“, so Michael Thanner nach der Übung.

Auch Feuerwehrkollege Michael Haller aus Tegernsee zeigte sich zufrieden. Unter anderem auch mit der Zeit, die man benötigte, um die Personen zu retten.

Wenn man eine Lokomotive aufheben muss, dann dauert das einfach.

Monatlich finden etwa zwei bis drei Übungen bei der Feuerwehr statt – wenn auch nicht solch ausgefeilte. Nicht nur die Feuerwehr war vor Ort, um zu sehen, was da oben los ist. Auch Bürgermeister Georg von Preysing und Tegernsee-Bahn-Chef Heino Seeger konnten sich vom Gelingen der Übung überzeugen lassen. So gab Seeger dann auch noch sein sorgenfreies Urteil dazu:

Die Übungseinheiten haben funktioniert – es gibt eben Dinge, die muss man einfach ausprobieren.

Hier noch einige Bilder von der gestrigen Übung:

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