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Anwohner der Gasse wünschen sich eine Anliegerstaße

Das Verkehrsproblem in der Idylle

Von Redaktion

Die Gasse in Gmund ist nicht nur für ihre Idylle, sondern auch für die wohl originellste Tankstelle im ganzen Tegernseer Tal bekannt. Im Sommer nehmen aber auch viele Autofahrer den Umweg über die Gasse, um dem Stau auf der Bundesstraße zu entkommen.

Den Anwohnern ist das schon lange ein Dorn im Auge. Zur Verkehrsberuhigung wünschen sie sich eine Anliegerstraße. Dem stehen rechtliche Hürden im Weg.

Um dem Stau auf der Bundesstraße zu entkommen nutzen viele Autofahrer den Umweg über die Gasse.
Um dem Stau auf der Bundesstraße zu entkommen, nutzen viele Autofahrer den Umweg über die Gasse.

Die Gasse in Gmund gehört zu den idyllischsten Fleckchen am Tegernsee – wenn nicht gerade Autos auf der schmalen Straße fahren. Gerade im Sommer ist dies jedoch häufig der Fall: Wenn sich an der Hauptstraße der Verkehr staut, ist der Schleichweg über die Gasse sehr beliebt.

Anwohner hoffen daher weiter, dass die Strecke über die Gasse zu einer Anliegerstraße wird. So wäre die Durchfahrt nur noch Anwohnern und deren Gästen gestattet. Bei der jüngsten Gmunder Bürgerversammlung fragte daher ein Gmunder nochmal genauer nach: „Gibt es dort eine Möglichkeit für eine Anliegerstraße?“, wollte der Anwohner vom Gmunder Bürgermeister Georg von Preysing wissen. Dem Gmunder Rathauschef, der selbst in der Gasse wohnt, ist dieses Thema indes nicht neu. Er betonte, dass es solche Überlegungen schon einmal gab und versprach, dass die Gemeinde die Optionen nochmals prüfen wird.

Laut Gmunds Geschäftsleiter Alfons Besel ist die Anliegerstraße jedoch inzwischen vom Tisch. Da es in der Gasse einen Hofladen, eine Tankstelle und Zimmer-Vermieter gibt, ist eine solche Verkehrseinschränkung dort nicht möglich. „Der Verkehr würde dadurch vom Hofladen und der Tankstelle ferngehalten. Das ist rechtlich nicht durchsetzbar“, erklärt Besel.

„Eine Anliegerstraße ergibt dort wenig Sinn“

Dies bestätigt auch Markus Schäpe aus der Rechtsabteilung des ADAC. Eine Anliegerstraße sei eine Straße, die nur zur Erschließung der Grundstücke dient und sei daher auch nur in reinen Wohngebieten umsetzbar, wo kein Durchgangsverkehr stattfinde. Aufgrund der Tankstelle und des Geschäftes „ergibt das in diesem Fall wenig Sinn“, meint Schäpe.

Sowohl Besel als auch Schäpe betonen zudem, dass eine solche Anliegerstraße auch deswegen in der Gasse sinnlos sei, weil es ein nicht zu unterschätzendes Schlupfloch gibt: Jeder, der die Straße benutzen will, könnte einfach behaupten, er wolle tanken. Es ist jeder ein Anlieger, der ein Anliegen hat. „Und das kann auch Tanken sein“, so Schäpe weiter. Die Regelung wäre also wertlos.

Die vielen Autos sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Sie wünschen sich eine Anliegerstraße.
Die vielen Autos sind den Anwohnern ein Dorn im Auge. Sie wünschen sich eine Anliegerstraße.

Die Gemeinde wird sich daher auch nicht weiter mit dem Thema beschäftigen. „Es gibt keinen Ansatz, den man weiter verfolgen könnte“, sagt Besel. Gmunder Bürger, die in der Gasse wohnen, bedauern diese Entscheidung. „Der Verkehr ist in den letzten Jahren immer mehr geworden“, betont ein Anwohner. Dies bestätigt auch eine Nachbarin: Vor allem bei schönem Wetter herrsche dort wahnsinnig viel Ausflugsverkehr, erklärt die 40-Jährige. Doch damit werden sich die Bewohner der Gasse wohl auch in Zukunft abfinden müssen. Denn der nächste sonnige Tag und damit auch die Autos in der Gasse kommen bestimmt.

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