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Nach Rückzug vom Fockensteinbergweg in Wiessee

Vorwürfe von Bauern – Gemeinde rechtfertigt sich

Weil die Gemeinde Bad Wiessee einen Weg nicht mehr Instand halten will, wollen die Bauern ihre Wiesen im Winter nicht mehr für die Langläufer zur Verfügung stellen. Die Landwirte fühlen sich alleine gelassen, die Gemeinde pocht auf die rechtliche Lage. Jetzt erklärt die Gemeinde, was es mit dem Fockensteinbergweg auf sich hat.

Gibt es diesen Winter keine Loipen in Wiessee? Archivbild TTT

Nach mehrjähriger Bauphase ist der Fockensteinbergweg 1983 fertiggestellt worden. Damals wollte vor allem das Wasserwirtschaftsamt den Ausbau, um das Wildbach-Einzugsgebiet am Söllbach besser sanieren zu können. Auch die Almbauern und Waldbesitzer waren interessiert am Ausbau eines größeren Weges.

2.050.000 DM fielen damals an. Von der Gemeinde Bad Wiessee wurden 100.000 Euro übernommen, obwohl sie keinerlei Waldbesitz im Wegebereich hatte, erklärt Bürgermeister Robert Huber in einem Schreiben vom 2. Oktober. 75 Prozent der übrigen Kosten trug der Freistaat, den Rest mussten die Beteiligten unter sich aufteilen. „Auch bei späteren Instandsetzungs- und Ausbaumaßnahmen hat sich die Gemeinde – ohne irgendeine Rechtspflicht – stets großzügig an den Kosten beteiligt“, so Huber weiter. Darunter Instandhaltung, aber auch Leistungen der Verwaltung, die hier einige Aufgaben übernommen habe. Huber erklärt:

All diese Leistungen wurden auf Kosten des allgemeinen Steuerzahlers für einen Privatweg erbracht, an dem die Gemeinde weder eigentumsrechtlich noch in sonstiger Weise beteiligt ist.

Zwar handle es sich freilich um einen wichtigen Wanderweg, das rechtfertige aber in keiner Weise das bisherige gemeindliche Engagement. Rechtfertigen ließe sich das Vorgehen der Gemeinde nur, wenn es sich um einen gewidmeten ausgebauten öffentlichen Feld- und Waldweg handeln würde. „Eine entsprechende Widmung des Weges wurde von den Beteiligten jedoch bisher abgelehnt“, so Huber. So wie die Lage aktuell ist, sei die Gemeinde rechtlich zu diesem Schritt gezwungen.

Der Wegfall der Gemeinde bedeute jetzt, dass die Wegebeteiligten nun selbst Verantwortung übernehmen. Eine Vollversammlung der Eigentümer wäre hierbei der erste Schritt meint Huber. Die Gemeinde sei durchaus bereit einer Person bei der Einarbeitung in die Organisation zu helfen. Außerdem sei davon auszugehen, dass sich die Gemeinde auch künftig an Baumaßnahmen finanziell beteiligt. Das müsse dann allerdings der Bauausschuss entscheiden.

Während die Landwirte das Vorgehen der Gemeinde nicht verstehen, ist TTT-Chef Christian Kausch wegen der Loipen-Frage besorgt. Er finde es grundsätzlich nicht gut, wenn nicht zusammenhängende Themen miteinander vermischt werden. „Langlaufen ist einer unserer wichtigsten Winterthemen im Tegernseer Tal, weswegen es fatal wäre, wenn die Loipen tatsächlich wegfallen würden.” Aktuell laufen noch die Gespräche mit den beiden Parteien, so Kausch. Sollte sich keine Lösung finden lassen, müsse man einiges umplanen. Zum Beispiel die Beschilderung und die Darstellung auf der Webseite.


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