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„Interkultureller Garten“ für ein Stück Lebensqualität in Holzkirchen

Gemeinsam garteln

Von Marius Mestermann

Wohnen in Containern ist sicher kein Traum – gerade vom Wohlfühlfaktor her. Doch schon mit kleinen Aktionen lässt sich der Alltag von Asylbewerbern verbessern, wie ein Beispiel in Holzkirchen zeigt.

Das Blumenpflanzen machte den Asylbewerbern sichtlich Spaß - und führte sofort zu einer Verschönerung.
Das Blumenpflanzen machte den Asylbewerbern sichtlich Spaß – und führte sofort zu einer Verschönerung.

In Holzkirchen einen grünen Daumen zu haben, gehört zum guten Ton. Suggeriert zumindest das dauerpositive, grasgrüne Logo der Marktgemeinde mit dem nach oben gestreckten Finger. Das geht auch an den neuen Mitbürgern nicht vorbei, die seit geraumer Zeit die Containerunterkünfte in der Erich-Kästner-Straße bewohnen.

Die sind zwar funktional und als Unterkunft auf Zeit wohl die beste Notlösung. Aber schön sind sie nicht – geschweige denn der Lärmschutzwall oder die Umgebung. Gemeinsam mit den Asylbewerbern entschlossen sich daher einige Mitglieder des örtlichen Helferkreises, ein Projekt namens „Interkultureller Garten“ zu starten.

Grundgedanke ist dabei laut Ute Haury von „Holzkirchen engagiert“, in einem partizipativen Prozess mit Bewohnern der Asyl-Wohncontainer zu überlegen, wie der Außenbereich der Containeranlage funktional und gärtnerisch etwas weiter entwickelt werden kann.“ Dazu fand zunächst ein Planungstreffen statt, an dem sechs Helfer und rund 15 der Containerbewohner teilnahmen.

Blumenerde kann Wunder wirken - auch in dem Boden an der Erich-Kästner-Straße, der sonst eher nach Brachland aussieht.
Blumenerde kann Wunder wirken – auch in dem Boden an der Erich-Kästner-Straße, der sonst eher nach Brachland aussieht.

Mithilfe von Luftbildvergrößerungen und Karten wurde das Umfeld der Unterkunft auf mögliche Verschönerungen geprüft. Die Asylbewerber wünschten sich simple Ausstattungen wie eine Spielecke mit Sandkasten für den Nachwuchs, eine Reckstange zum Workout, Sträucher und Bäume, eine überdachte Fahrradabstellanlage und vor allem eins: Blumen.

Einige Teilprojekte wurden bereits realisiert, wie die Integrationsbeauftragte Maria Korell mitteilt. Bei einer ersten Pflanzaktion beteiligten sich mehr als zehn Asylbewerber, nach dem Pflanzentauschmarkt Ende April folgte eine weitere. Dabei habe der Verschönerungstrupp großzügige Spenden nicht verkaufter „Rest-Pflanzen“ von Holzkirchner Organisationen und Bürgern erhalten, so Ute Haury.

Individuelle Blumenbeete vor dem eigenen Fenster

Das Projekt „Interkultureller Garten“ hat mit der Bepflanzung einen ersten Abschnitt abgeschlossen. Im Herbst können die Beete nach Interesse der Bewohner weiterentwickelt werden. Aktuell sind daher keine Spenden gefragt. Denn mittlerweile haben die Asylbewerber sogar einen Gartentisch mit zwei Bänken aus Holz, den eine Holzkirchner Familie erst vor kurzem vorbeibrachte.

Haurys Mitstreiter bei „Holzkirchen engagiert“, Frank Strathmann, zieht ein positives Fazit: „Es war interessant, wie kreativ einige Bewohner vor ihren Containerfenstern „individuelle Blumenbeete“ angelegt haben und diese sich nun kontinuierlich weiter entwickeln. Gut angenommen wird auch die neue Sitzecke der Eritreer, für die Kies und eine Gartengarnitur gespendet wurden.“

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