Die Portraits einer Hundegruppe sind verschwunden
Gesichterraub am Tegernseer Schwaighof

von Laetitia Schwende

Spaziergänger in der Schwaighofanlage konnten sich in der letzten Woche über eine kostenlose Kunstausstellung freuen. Eine Hobbymalerin hat eine Hundegruppe, die „Schwaighofgang“, portraitiert und aufgehängt. Die Freude war aber nur von kurzer Dauer.

Zwei der portraitierten Hunde

„Jeden Morgen um dieselbe Zeit treffen wir uns in der Schwaighofanlage“, erzählt Karin Kraus, die Initiatorin des Hundetreffs “Schwaighofgang”. „Da können die Hunde noch richtig frei sein und rennen“. Seit geraumer Zeit schon gehört der morgendliche Treff für Hund und Frauchen zum Alltag. Mit „ihrer Pauli“ sei sie oft in der Schwaighofanlage spazieren gegangen und man habe immer wieder die gleichen Hundebesitzer getroffen. Irgendwann habe sie dann beschlossen den Hundetrupp „die Schwaighofgang“ zu taufen.

Aus Spaß an der Sache und Freude über die regelmäßigen Treffen, habe Kraus dann angefangen alle Hunde zu portraitieren. Die Hobbymalerin hat sich schon früher auf Portraits spezialisiert und sogar einmal eine Benefizausstellung für das Rottacher Tierheim organisiert.

Du musst die Portraits ausstellen,

haben die Bekannten gesagt, aber auf öffentliche Ausstellungen habe sie keine Lust gehabt. Ungesehen sollten die Kunstwerke dann aber doch nicht bleiben und so wurden die 13 Portraits wetterfest am Zaun zwischen Kinderspielplatz und Brücke aufgehängt und konnten frei von allen bewundert werden.

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Gestern Abend folgte dann der Schock. „Wir sind einigermaßen perplex“, so Kraus. Denn: alle Portraits wurden entfernt. „Sauber abgeräumt“, beschreibt die Malerin. Eine unerklärliche Aktion, denn die Künstlerin hatte die Erlaubnis aller Anwohner, die Bilder aufzuhängen und eigentlichen „hatten sich alle gefreut und die Werke bewundert“.

Vandalismus schließt Kraus aus, denn die Bilder seien richtig säuberlich entfernt worden. „Wir verstehen nicht, wen das gestört haben könnte.” Trotzdem meint sie abschließend: „Wir hatten unseren Spaß und fanden das sehr schön, wenn auch nur drei Tage lang“.

Heinz Frizberger, ein weiteres Mitglied der “Gang” hat das Treffen und die Ausstellung in einem Video dokumentiert. Viel Spaß beim Reinschauen.


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