Gewerbesteuererhöhung – Wie man in Bad Wiessee neue Firmen anlocken möchte

Bürgermeister Peter Höß denkt über neue Möglichkeiten zur Ansiedelung von Gewerbe nach

Nicht nur auf der heutigen Gemeinderatssitzung in Gmund möchte man die Gewerbesteuer erhöhen. Auch in Bad Wiessee sollte man eigentlich mit den anderen Gemeinden im Tal gleichziehen und wird damit aller Voraussicht nach den Hebesatz von derzeit 300 auf 350 erhöhen (müssen).

Jedoch ist die Gefahr, die von einer deutlichen Erhöhung ausgeht, nicht zu unterschätzen. Vor allem als Signal in Richtung bestehendes und neues Gewerbe. Und damit sieht es bekanntermaßen in Bad Wiessee derzeit nicht sehr rosig aus. Viele Geschäfte müssen zumachen, weil die Touristen wegbleiben.

Auch der Haushalt, den der Gemeinderat in den kommenden Wochen verabschieden wird, wird von Bürgermeister Peter Höß als angespannt bezeichnet. Die Einnahmeausfälle sind nur schwer auszugleichen. Der Schuldenstand bei offiziellen 3,8 Millionen Euro. Aber die noch lange nicht abbezahlte und selber in großen Schwierigkeiten steckende Spielbank sowie andere Altlasten lassen die Schulden der Gemeinde auf inoffizielle 22 Millionen anwachsen.

Da ist eine Steigerung des Gewerbes ein probates Mittel, um auch die Einnahmensituation zu verbessern und andererseits nicht so abhängig zu sein vom Tourismus.

Wie das genau erreicht werden soll, hat Peter Höß auf der letzten Gemeinderatssitzung kurz skizziert. Und Höß möchte einen ganz besonderen Weg einschlagen, der seinen Worten nach bereits in etlichen anderen Gemeinden in Oberbayern funktioniert hat. Der Hebesteuersatz wird zwar erhöht. Aber der Bürgermeister wird ihn wieder auf unter 250 absenken lassen, wenn es der Gemeinde in naher Zukunft gelingt, genügend Firmen mit hohem Gewerbesteueraufkommen zu gewinnen.

Wiessee habe laut Höß durchaus eine attraktive Adresse und Bewohner die auch in anderen Orten Gewerbe betreiben. Damit gebe es keinen Grund warum diese dann nicht in Bad Wiessee ihr Gewerbe betreiben sollen. Dafür werde man kämpfen und Überzeugungsarbeit leisten.

Im Kampf der Tal-Gemeinden würde das natürlich einen deutlichen Standortvorteil bedeuten. Zwischen 330 (Kreuth) und 380 (Tegernsee) liegen die Hebesätze. 130 Punkte Unterschied könnte für einige Unternehmen bereits ein ausschlaggebender Faktor sein, um sich einen Umzug zu überlegen. Denn bei Geld hört ja bekanntlich nicht nur die Freundschaft auf.

Gemüsehändler, die frisches Obst nach Hause liefern, Restaurants, die Tagesgerichte durch offene Fenster verkaufen: Unternehmen im Oberland werden erfinderisch im Überlebenskampf gegen die Corona-Krise. Nur müssen die Menschen im Tegernseer Tal und darüberhinaus auch von diesem Erfindungsreichtum erfahren.

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Martina von Dall`Armi E-Mail martina@tegernseerstimme.de Tel 08022 / 509 21 20

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