Was für die Biker getan werden soll

Gmund prescht beim Radeln vor

Am vergangenen Wochenende hat man es wieder einmal live miterleben können: das Tegernseer Tal ist ein Opfer der Blechlawinen. Alle Nebenstraßen belagert. Alle Parkplätze belegt. Doch das soll sich bald ändern.

In Gmund soll das Fahrradfahren gefördert werden – Fahrradwege sind schon in Planung

„Eine vernünftige Verkehrspolitik geht der Frage nach, wie wollen wir in Zukunft leben? Wie können wir weniger Verkehr erreichen? Da sind wir alle Opfer und Täter!“ So leitete Bürgermeister Alfons Besel den Tagesordnungspunkt zum Fahrradkonzept im Gmunder Gemeinderat ein.

Ein Mobilitätskonzept für das Tegernseer Tal wäre ein guter Weg. Dieses müsse aber auch über‘s Tegernseer Tal hinaus gehen. Und alle Verkehrsteilnehmer umfassen. „Alle Maßnahmen müssen verzahnt werden“. Eine bessere Taktung und ein einfacheres Tarifsystem von Bus und Bahn und auch Angebote für Fußgänger und Fahrradfahrer. „Nur noch in Ausnahmefällen auf‘s Auto zurückgreifen.“

So brachte Besel eine zugegebenermaßen ziemlich hoch gesteckte Vision auf den Punkt. Passiert ist in letzter Zeit einiges. Unter anderem wäre der Arbeitskreis Verkehr zusammengekommen und hätte ein Konzept erarbeitet, wie man zu einer fahrradfreundlichen Kommune gelangen könne.

Gmund will fahrradfreundliche Kommune werden

Denn abgesehen von der Gründung des Gmunder Arbeitskreises hat die Gemeinde vor, einem Verein beizutreten, der sie durch regelmäßigen Erfahrungsaustausch mit 60 weiteren Kommunen stärken kann. Die „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ (AGFK Bayern) ist ein Netzwerk bayerischer Kommunen, das 2012 von 38 Gründungsmitgliedern und maßgeblicher Unterstützung der Bayerischen Landesregierung ins Leben gerufen wurde. Leitidee des Vereins ist der Netzwerkgedanke und regelmäßige Erfahrungsaustausch. Erfahrungen lokaler Projektarbeiten werden den Mitgliedern zugänglich gemacht und ermöglichen Synergieeffekte, die alleine nur schwer erreichbar und umsetzbar wären.

Die angestrebte Mitgliedschaft in dem Verein hat für Besel zwei Ziele: den Fahrradverkehr in der Gemeinde zu fördern sowie den vorhandenen Fahrradverkehr zu kanalisieren. Dorit Guttenberg hielt im Namen des gemeindlichen Arbeitskreises den Vortrag, dessen Ergebnisse ebenso einfließen sollen. Schon lange hat sie persönlich das Thema Radeln zu ihrem erklärt. Vor allem seien es Sicherheitsmängel im Gmunder Verkehrsnetz, die ihr Sorgen bereiten.

Schwache sollen gestärkt werden

Das Gemeindegebiet stelle Radfahrer schon vor Herausforderungen, weiß auch der Bürgermeister, wie er ergänzte. Es gilt als Einfallstor ins Tegernseer Tal, hält aber viele Steigungen parat. So sind es Schulkinder, deren Eltern, aber auch Senioren und Pendler, die Besel zur Zielgruppe der Radfahrer hinzugehörig sieht:„Schwache zu stärken ist das Ziel. Wir wollen aber auch die ansprechen, die sich bisher nicht getraut haben fahrradzufahren.“

Auf einer Tour nach Schweden hätte sie viele gute Ideen gesammelt und diese gemeinsam mit den 15 AK-Mitgliedern weiterentwickelt, berichtet Dorit Guttenberg den Gemeinderatsmitgliedern. Landratsamtsmitarbeiter Peter Schiffmann hätte ebenso sein Know-How als Verkehrsexperte mit einfließen lassen.

Erste Maßnahmen zur Verbesserung des Radnetzes sei einerseits, Schutzstreifen einzubauen. Sie seien günstig, sehr schnell herzustellen und man hätte keine lästigen Grundstücksverhandlungen und keinen Flächenverbrauch. An Gefahrenstellen würde man dazu einfach die Fahrradspuren mit Farbe rot unterlegen, so seien Autofahrer gewarnt.

Sicherheit erhöhen – Radwegenetz verbessern

Als weitere Maßnahmen sieht Guttenberg Infrastrukturmaßnahmen, beispielsweise mehr überdachte Fahrrad-Parkplätze, vor allem auch an Bahnhöfen der Bayerischen Oberlandbahn, Fahrradverleihstationen an Bahnhöfen, Übungsgelände für Radfahrer sowie E-Bike-Ladestationen.

Zusätzlich sollen die Radwege im Gemeindegebiet verbessert werden – durch Entfernen der Gefahrenzonen oder weiteren Ausbau. Beispielsweise am westlich geführten Radweg von Moosrain zum Gmunder Berg oder am Radweg von Hauserdörfl nach Kaltenbrunn. Dem Radweg von der Holzsstraße bis zum Gmunder Berg. Oder von Osten kommend dem Wasserweg, der vom Zahlersberg kommt und über die Rainmühle nach Gmund-Stachus führt. „Viele Wege enden auf einmal irgendwo.“

So könnte man auch das Radwegenetz erweitern. Guttenberg schwebt ein Radweg vom Gmunder Bahnhof zum Volksfestplatz vor. Pendlern könnte man eine alternative Route anbieten, von Moosrain aus, immer der Bahnlinie entlang bis ins Dorf.

Landratsamt und Gemeinde wollen radeln

Für Schüler könnte man sich auch einen Weg von Dürnbach aus über den Ahornweg und Buchenweg vorstellen. „Da müsste allerdings vom Untergrund her viel gemacht werden, das ist ein echtes Schlammloch.“ Angeblich sei zusätzlich ein Radweg von Holzkirchen aus an der Bahnlinie entlang geplant. Schlussendlich könnte man auch fest installierte Geschwindigkeitskontrollen einbauen: „Fußgänger und Radfahrer müssen geschützt werden.“

Die Gemeinderatsmitglieder fanden die Ausführungen der Arbeitskreis-Sprecherin lobenswert. Helga Wagner (GRÜNE) meinte, wenn man das alles umsetzen würde, werde der Autoverkehr automatisch behindert und das wäre ihr Wunsch.

Bürgermeister Besel ergänzte noch ein paar Fakten zur angestrebten Mitgliedschaft im Verein „Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.“ Man hätte die Mitgliedschaft beantragt, bewusst aber noch die Ergebnisse dieses Arbeitskreises abgewartet, um das Ergebnis beisteuern zu können. Ende April wollen Vertreter des Landratsamtes und des Vereins betreffende Strecken abradeln, um gemeinsam einen Arbeitsplan zu erarbeiten.


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