Fixe Idee oder interessantes Konzept?

Der Dorfladen im neuen Maximilian

Von Nicole Posztos

Ergänzung vom 6. März 2012 / 11:09 Uhr
Nach einer turbulenten Anfangsphase wird es mittlerweile immer ruhiger um den Gmunder Dorfladen. Dabei ist das vor allem ein Zeichen für die Stabilisierung des kleinen Geschäftes. Wenn nicht über Konzept oder finanzielle Probleme geredet wird, können die Verantwortlichen sich auf das Entscheidende konzentrieren: den Kunden.

So ist es auf den ersten Blick ein wenig verwunderlich, dass in dieser Situation die Idee aufkommt, den Dorfladen in den neu entstehenden Maximilian umzuziehen. Eine Idee, die Bürgermeister Georg von Preysing auf seiner Wahlveranstaltung kurz skizzierte. Ob überhaupt, wie genau und vor allem mit welchem Sortiment sei derzeit allerdings offen.

Der Dorfladen (rechts) in das neue Maximilian (links hinten)?

Johann Schmid aus dem Beirat des Dorfladens erklärt die Idee folgendermaßen:

Mitte Februar saßen die Gesellschafter und der Beirat zusammen und haben über das Maximilian gesesprochen. Vor allem die Auswirkungen des Baus für den Dorfladen haben uns interessiert.

Da wir eine Alternative zum derzeitigen Standort aufbauen wollten, kam die Idee auf den Dorfladen neu zu positionieren und bei Fertigstellung in den Maximilian umzuziehen.

Allerdings so Schmid, seien das alles nur erste Überlegungen. Wenn es der Dorfladen in den nächsten zwei Jahren schaffen sollte in die schwarzen Zahlen zu kommen, gäbe es keinen Grund für einen Umzug. Das dürfte dann auch den meisten Kunden entgegenkommen.

Das Dorfladen-Team bestätigt auf Nachfrage, dass vor allem die Stammkunden einem Umzug eher skeptisch gegenüberstehen würden. Die Idee ein Spezialitätengeschäft auf deutlich kleinerer Fläche, neben dem Vollsortimenter, im Maximilian zu positionieren werde kritisch gesehen. „Das wäre dann kein echter Dorfladen mehr,“ so die Meinung der Käufer.

Und die hat sich scheinbar auf das Dorfladen-Konzept eingestellt. Die Zahlen seinen zwar nicht exobitant höher als noch im letzten Winter. Aber aufgrund der deutlich niedrigeren Personalkosten trägt sich das Konzept mittlerweile. Geschäftsführer Remo Schramm freut sich: „wir haben die 8.000 Euro, die uns die Gemeinde im letzten Jahr zugeschossen hat, noch nicht antasten müssen. Und jetzt kommt das Frühjahr und dann der meistens sehr gute Sommer. Alles in allem sind wir also zufrieden.“

Ursprünglicher Artikel vom 12. Januar:
Der Dorfladen entwickelt sich: Gute Zahlen, spannende Kooperationen

Vor zwei Monaten noch war das Schicksal des Gmunder Dorfladens alles andere als gesichert. Die Gemeinde Gmund hatte sich, trotz Bedenken, dazu entschieden ein letztes Mal Geld in ein scheinbares „Fass ohne Boden“ zu stecken. Insgesamt 8.000 Euro wurden als Darlehen bereitgestellt. Die selbstgesteckten Ziele waren einfach und wurden klar kommuniziert: „Nur über den Winter kommen“.

Und so hatte der Dorfladen nochmal eine letzte Chance erhalten. Eine Chance, die das neue Team um Remo Schramm unbedingt nutzen will. Dabei ist die Entwicklung der letzten Herbstmonate mehr als erfreulich. So wie es derzeit aussieht nehmen immer mehr Kunden den Dorfladen als interessante Alternative wahr.

Positive Entwicklung, interessante Kooperationen

Die internen Zahlen zeigen, dass im Gegensatz zum vergangenen Jahr, der Umsatzeinbruch nach dem starken Sommergeschäft ausgeblieben ist. Zwar ist die Anzahl der Kunden zurückgegangen, die Touristen fehlen eben, aber der „durchschnittliche Warenkorb“ sei deutlich gestiegen, so die Verantwortlichen. Eine Entwicklung, die zeigt, das Konzept werde mehr und mehr angenommen.

Kooperationen mit lokalen Lieferanten, wie der Tegernseer Kaffeerösterei, sind für den Laden eine interessante Möglichkeit.

Einer der Gründe kann auch an der immer besseren Einbindung lokaler Lieferanten liegen. Vergangenen Freitag hat beispielsweise die Tegernseer Kaffeerösterei einen „Außenposten“ im Gmunder Dorfladen eröffnet. Die Initiative dazu kam vom neu gegründeten Beirat. Eine größere Werbekampagne sorgte für viel Aufmerksamkeit und einen Strom interessierter Kunden bis zum frühen Freitag Abend.

Der Umfang der Kooperation ist klar geregelt: Mario Liebold, Eigentümer der Kaffeerösterei mit Sitz in Weissach, liefert Know How und hochwertigen Kaffee. Schramm und sein Team treffen eine Vorauswahl von insgesamt zehn Sorten und beraten die Kunden hinsichtlich des passenden Kaffees und Mahlgrad.

Mit umfangreichen Tests und Proben möchte man den etwas teureren Preis verargumentieren. Zwischen 6,90 und 7,90 pro 250-Gramm-Packung müssen schließlich bezahlt werden. Aber wer den Kaffee, so wie am vergangenen Freitag, getestet hat, weiß wofür er das Geld ausgibt. Denn, so ein Zitat eines Kunden: „Guter Kaffee bleibt eben guter Kaffee.“


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