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Zahlen im Landkreis enorm hoch

Grippewelle fällt besonders heftig aus

Von Nina Häußinger

Die Grippewelle scheint den Landkreis heuer besonders heftig zu treffen. Schon jetzt sind mehr Fälle als im gesamten letzten Jahr gemeldet. Und auch die Impfung soll heuer nur bedingt helfen.

Hatschi: Typische Symptome einer Grippe sind Schnupfen, Halsschmerzen und Fieber. /Bild: S. Hofschlaeger_pixelio.de

Derzeit hustet, schnupft und fiebert es wieder ordentlich in Bayern. Wie jedes Jahr plagt uns auch heuer die Grippewelle. Im vergangenen Jahr war diese besonders heftig ausgefallen. 3,4 Millionen Menschen waren aufgrund der Influenza zeitweise arbeitsunfähig. Rund 30.000 mussten sogar ins Krankenhaus.

Aber auch die Grippewelle 2017/2018 scheint es in sich zu haben. Schon jetzt sind 82.000 Menschen deutschlandweit erkrankt. 136 Influenza-Kranke sind sogar verstorben. Im Landkreis wurden bisher 320 Grippe-Fälle gemeldet. „2017 waren es im gesamten Jahr nur 218 Fälle“, so Sophie Stadler, Pressesprecherin im Landratsamt Miesbach. Und auch in den kommenden Wochen sei weiterhin mit hohen Meldezahlen zu rechnen.

Viren und Bakterien – nicht zu verwechseln!

„Generell kann man sagen, dass jeder enge persönliche Kontakt mit einem bereits Erkrankten zu einer Infektion mit Influenzaviren führen kann, ob beim Karneval, bei anderen Großveranstaltungen oder dort, wo Menschen eng beisammen sind“, erklärt Stadler weiter.

Typische Grippe-Symptome sind Fieber, Halsweh, Reizhusten sowie Kopf- und Gliederschmerzen und ein plötzlicher Krankheitsbeginn. Erkrankte fühlen sich schwach, sind meist appetitlos und leiden unter Schüttelfrost. Die Grippe sollte aber nicht mit einer Erkältung verwechselt werden. Die wird von anderen Viren verursacht und verläuft weniger schlimm. Außerdem setzt sie im Gegensatz zur Grippe schleichend ein.

Wie kann man sich schützen?

„Gründliches Händewaschen ist immer noch der beste Schutz vor einer Ansteckung“, empfiehlt der Gesundheitsexperte des Landratsamtes Miesbach, Dr. Christian Auracher. Gegen die „echte“ Grippe, die Influenza, bietet eine Impfung den bestmöglichen Schutz.

Um rechtzeitig geschützt zu sein, werde empfohlen, sich bereits in den Monaten Oktober oder November impfen zu lassen. Selbst zu Beginn und im Verlauf der Grippewelle könne es aber noch sinnvoll sein, eine versäumte Impfung nachzuholen, so Stadler.

Impfung hilft heuer nur bedingt

In dieser Saison scheint die herkömmliche Impfung aber nur geringen Schutz zu bieten, das berichtet unter anderem die Augsburger Allgemeine Zeitung. Im Dreifach-Impfstoff sei ein Virustyp nicht berücksichtigt worden, der heuer besonders häufig auftritt.

Bakterien und Viren verbreiten sich vor allem durch die Atemluft. Deshalb gilt bei erhöhtem Erkältungsaufkommen: möglichst aufs Händeschütteln verzichten. Auch sollte man die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen so wenig wie möglich mit den Händen berühren. Dazu empfehlen sich Maßnahmen, die das körpereigene Abwehrsystem stärken, wie vitaminreiche Kost und genügend Flüssigkeitsaufnahme, ausreichend Bewegung an frischer Luft und ausreichend Schlaf.

Was empfiehlt die Heilpraktikerin?

Neben den gängigen Präparaten aus der Apotheke sind mittlerweile auch homöopathische Mittel beliebt. Praktische Tipps hat die Holzkirchner Heilpraktikerin und Osteopathin Sabine Lutje parat. Ein warmes Fußbad beispielsweise wirke manchmal Wunder: Man sollte das Immunsystem in der kalten Jahreszeit besonders stärken. Warme Füße sind wichtig.

Kratzt es trotz aller vorbeugenden Maßnahmen dennoch im Hals, gibt es auf dem Markt zahlreiche pflanzliche Präparate, die das Immunsystem unterstützen sollen. „Olivenblattextrakt oder Acerola zum Beispiel“, berichtet die Heilpraktikerin. Auch Vitamin C könne man jederzeit einnehmen. Da es ein wasserlösliches Vitamin ist, besteht kaum Gefahr der Überdosierung wie beispielsweise bei fettlöslichen Vitaminen.

Den Gang zum Schulmediziner empfiehlt Sabine Lutje bei starkem Krankheitsgefühl, hohem Fieber und heftigen Halsschmerzen. Diese Symptome könnten Hinweise auf eine bakterielle Infektion sein. Und in diesem Fall hilft meist nur noch die Gabe eines Antibiotikums.


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