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Ermittlungen nach Aufstand in Miesbach laufen auf Hochtouren

Mutter des mutmaßlichen Opfers von Polizei befragt

Von Redaktion

Gestern kam es an der Miesbach Polizeistation zu einer tätlichen Auseinandersetzung zwischen einer Großfamilie und Polizeikräften. Auslöser der Eskalation war die Festnahme eines 22-jährigen Familienmitgliedes. Dem Mann wird ein sexueller Übergriff auf ein Kind aus der Familie vorgeworfen. Nun werden weitere Einzelheiten bekannt.

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Update vom 11.08.2021 – 14:30 Uhr

Wie die Polizei heute mitteilte, hat sich die Lage weiter beruhigt. Die Staatsanwaltschaft in München hat heute über Haftbefehle gegen die vier gestern festgenommenen „Rädelsführer“ wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung erlassen.

Die vier Männer im Alter zwischen 23 und 48 Jahren wurden nach der Vorführung beim Ermittlungsrichter umgehend in verschiedene Justizvollzugsanstalten überführt.

Zusätzlich laufen gegen weitere 23 Personen der Gruppe Ermittlungen wegen Verdacht auf Landfriedensbruch und anderer Delikte, wie Martin Emig, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Rosenheim, bestätigte.

Mutter des Kindes von Polizei befragt

Im Rahmen der Ermittlungen gegen den 22-Jährigen, der wegen des dringenden Tatverdachtes einer Sexualstraftat gegen ein Kind der Großfamilie verübt zu haben, in Untersuchungshaft sitzt, wurde gestern die Mutter des Kindes von der Polizei befragt.

Die Frau erhielt bei der Befragung durch die Beamten Unterstützung durch einen Dolmetscher, wie Emig berichtete. „Mutter und Kind sind wieder bei den Angehörigen“, sagte der Pressesprecher. Es wurde nicht der Wunsch geäußert in ein Frauenhaus gebracht zu werden, führte Emig weiter aus.

Über den momentanen Aufenthaltsort der Familie konnte Emig keine Aussage treffen aber man gehe davon aus, dass sich alle Familienmitglieder noch im Raum Miesbach aufhalten. Das Landratsamt Miesbach bestätigt auf unsere Nachfrage, dass das Jugendamt zu keinem Zeitpunkt in das Geschehen eingebunden oder um Hilfe angesucht wurde. Weder von der Polizei noch von Seiten der Familie.

Update vom 10.08.2021 – 17.23 Uhr
Heute Nachmittag kam es in Miesbach, an der Polizeiinspektion zu einem groß angelegten Polizeieinsatz. Eine Gruppe von rund 25 rumänischen Staatsbürgern versuchte in die Inspektion einzudringen und warfen Steine und Schuhe gegen das Gebäude – dabei wurde die Eingangstüre stark beschädigt, schildert das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd nun.

Hintergrund der Randale war die Festnahme eines 22-Jährigen – er soll ein Kind im Vorschulalter sexuell missbraucht haben und wurde durch Miesbacher Polizisten vorläufig festgenommen. Der 22-Jährige und das mutmaßliche Opfer gehören zu einer Gruppe, welche sich gerade auf der Durchreise durch Deutschland befindet.

Der Rest der Gruppe, rund 25 Personen, begab sich im Laufe des Vormittages vor die Polizeiinspektion Miesbach, um die Freilassung des Festgenommen zu fordern. Polizeibeamte versuchten, deeskalierend auf die Personen einzuwirken. Die Stimmung innerhalb der Personengruppe heizte sich im weiteren Verlauf jedoch stark auf, sodass die Beamten zu Pfefferspray und Schlagstöcken greifen mussten, nachdem ein Beamter leicht verletzt wurde.

Haftbefehl gegen 22-Jährigen

Um die Situation unter Kontrolle zu bekommen, forderte die Miesbacher Polizei in weiterer Folge Unterstützung aus den umliegenden Dienststellen sowie den geschlossenen Einheiten des Polizeipräsidiums München und der Bayerischen Bereitschaftspolizei an. Laut Informationen des Polizeipräsidiums waren an der Spitze 135 Polizisten an dem Einsatz beteiligt.

Nachdem die Situation unter Kontrolle war, stellte die Polizei die Identitäten aller beteiligten Personen fest und nahm vier mutmaßliche Rädelsführer fest. Die Staatsanwaltschaft prüft nun die Stellung von Haftanträgen – unter anderem wegen des Verdachts des Landfriedensbruchs, des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und der gefährlichen Körperverletzung.

In Miesbach läuft ein großer Polizeieinsatz.

Für die Betreuung von Frauen und Kindern der Gruppe stand das BRK Miesbach mit der Krisenintervention und Einsatzleitung mit insgesamt rund 30 Einsatzkräften zur Verfügung. Der tatverdächtige 22-Jährige, der den Angriff auf das Dienstgebäude auslöste, wurde laut neuesten Polizeiinformationen am Dienstagnachmittag dem Ermittlungsrichter vorgeführt – dieser erließ einen Haftbefehl.

Update vom 10.08.2021 – 13.55 Uhr
Der Einsatz sei mittlerweile einigermaßen unter Kontrolle, der Hubschrauber ist wieder abgezogen. Wie nun klar wurde, versuchte eine Gruppe bestehend aus etwa 25 rumänischen Staatsbürgern die Polizeiinspektion in Miesbach anzugreifen. Grund sei die Verhaftung eines ihrer Freunde gewesen, ein 22-Jähriger. Dieser wurde am Montag wegen des Verdachts eines Sexualdelikt gegen ein Kind aus der eigenen Familie festgenommen – die angreifende Gruppe wollte ihn daraufhin befreien. Ein Polizist wurde dabei mit Faustschlägen verletzt.

Zu Beginn des Einsatzes versuchte die Polizei noch die Situation verbal zu deeskalieren – ohne Erfolg. Daraufhin kamen Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz. Mittlerweile befinden sich alle Angreifer auf der Wiese am Waizinger Keller und werden von den Beamten einzeln in die Inspektion zur Untersuchung und anschließenden Vernehmung geführt.

Aktuell weiß die Polizei noch nicht genau woher die Gruppe kam, die Beamten gehen jedoch davon aus, dass sie sich bereits seit einem oder zwei Monaten im Landkreis aufhalten, hier jedoch nicht wohnhaft sind.

In Miesbach läuft aktuell ein großer Polizeieinsatz.
Hier wird die Gruppe aktuell bewacht

Ursprünglicher Artikel vom 10.08.2021 mit der Überschrift: „Größerer Polizeieinsatz in Miesbach“

Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd, Stefan Sonntag, mitteilt findet im Bereich des Volksfestplatzes in Miesbach aktuell ein größerer Polizeieinsatz statt – ortskundige Autofahrer werden gebeten, den Bereich zu umfahren. Sonntag versichert: „Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht.“

Laut Münchner Merkur soll eine Gruppe Personen bei der naheliegenden Polizeiinspektion randalieren – es soll auch ein Stein geworfen worden sein und ein Polizist tätlich angegangen sein. Auslöser war laut Bericht des Merkurs eine Festnahme am Montagabend – die Gruppe versuchte wohl den Verhafteten zu befreien.

Aktuell sind mehrere Krankenwägen vor Ort und auch Hubschrauber befinden sich im Einsatz.

Weitere Informationen sind noch nicht bekannt.


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