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Proteste rund um AfD-Veranstaltung in Holzkirchen

Großer Aufmarsch gegen Rechtspopulisten

Von Katja Markatos

Die AfD kommt und die Demonstranten sind schon da. So läuft es bayernweit beim diesjährigen Landtagswahlkampf. So geschehen auch gestern Abend in Holzkirchen, wo 60 AfD-Sympathisanten auf 400 Protestler trafen. Darunter auch Landrat Wolfgang Rzehak.

Vor dem Kultur im Oberbräu kamen gestern 400 Demonstranten zu einer Veranstaltung der AfD.

Zum Thema „Alternativen zur Massenmigration“ hatte der AfD-Kreisverband Oberbayern ins FoolsTheater in Holzkirchen eingeladen. Das umstrittene Wahlprogramm der Rechtspopulisten mit Punkten wie „Aufklärung und harte Hand statt falscher Toleranz“ und „Ideologisch motivierte Inklusion beenden“ erregt im Wahlkampf die Gemüter. Grund genug für Lydia Starkulla und Tim Roll, zu einer Mahnwache mit dem Thema „Wir sind bunt“ vor dem KULTUR im Oberbräu aufzurufen.

Laut Starkulla ging es den Initatoren nicht darum die AfD-Veranstaltung zu stören, sondern einfach Präsenz zu zeigen und sich klar für Offenheit und Toleranz zu positionieren. Beworben wurde die Veranstaltung über Medien und Facebook, die Mundpropaganda tat ihr Übriges.

Löwis fehlt, Rzehak kommt

Die Holzkirchner folgten dem Aufruf mit großem Engagement, so dass zu Beginn der AfD-Veranstaltung rund 400 Mahnwachen den 60 Besuchern der AfD-Veranstaltung im Theatersaal gegenüberstanden. Von alt bis jung mahnten die Menschen in angeregten Diskussionen zu politischer Vielfalt und Toleranz. Transparente wie „Zu Risiken und Nebenwirkungen von Rassismus fragen Sie Ihre Großeltern“ und „Habt ihr im Geschichtsunterricht nur gepennt?“ brachten die Sorgen der Protestanten zum Ausdruck.

Der große Zustrom der bunt gekleideten Mahnwachen erstaunte sogar die Initiatoren. So betonte Lydia Starkulla:

Unser Ziel war es, mehr zu sein. Da haben wir die volle Punktzahl geholt. Mein Traum ist es, dass wir nach der Veranstaltung in das Kultur-Cafe einkehren und dann einfach für die Gäste der AfD kein Platz mehr ist.

Während einige der friedlichen Demonstranten ihre Verwunderung äußerten, dass die Gemeinde Holzkirchen und deren Bürgermeister Olaf von Löwis (CSU) keine Präsenz zeigten, ließ es sich Landrat Rzehak (Grüne) nicht nehmen, die Mahnwache zu unterstützen:

Jeder, der Demokrat ist, sollte da dabei sein, sollte ein Zeichen setzen, das haben wir gemacht. Überwältigend, sehr viele Leute. Dagegen ist es fast schon lächerlich, wie wenig Leute heute zur AfD gegangen sind. Das ist ein schönes Zeichen für Holzkirchen, ein schönes Zeichen fürs Oberland und für den Landkreis Miesbach. Der Landkreis Miesbach ist bunt, nicht braun und das haben wir heute gemeinsam gezeigt.

Nach Angaben der Holzkirchner Polizei verliefen beide Veranstaltungen reibungslos. Die „Mahnwache“ wurde gegen 19:30 Uhr beendet, die Versammlung der AfD endete gegen 22 Uhr. Der Protest soll zur kommenden Veranstaltung der AfD am Mittwoch, dem 10. Oktober ab 18 Uhr fortgesetzt werden. Und auch da wollen die Holzkirchner wieder unter Beweis stellen, dass die politische Vielfalt überwiegt.


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