Bahn sichert Abriss von Bahnübergang und Pfeiftafeln zu

Gruber werden ihren Zug-Wecker los

Von Lydia Dartsch

Aktualisierung vom 08. Februar / 12:54 Uhr
Lange soll es nicht mehr dauern: Dann haben die Anwohner in Grub endlich Ruhe vom Meridian-Zug. Kein Hupen mehr! Nur noch erholsame Stille und vielleicht zweimal stündlich das Rauschen der vorbeifahrenden Züge.

Schön, wenn der Zug fährt. Nicht schön, wenn er einen aus dem Schlaf reißt. Bild: http://bahnland-bayern.de
Schön, wenn der Zug fährt. Nicht schön, wenn er einen aus dem Schlaf reißt. Bild: http://bahnland-bayern.de

Ende des Monats soll es mit dem Hupen vorbei sein, bestätigt Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker auf Anfrage der Holzkirchner Stimme. Das habe die Deutsche Bahn Ende Januar fest zugesagt. Denn dann soll der Bahnübergang „Zum Teufelsgraben“ endgültig zurückgebaut werden. Dann können endlich auch die Pfeiftafeln weg, so Hallmannsecker.

Wenn Züge auf einen ungesicherten Bahnübergang zufahren, müssen sie in einem bestimmten Abstand auf sich aufmerksam machen und hupen. Dafür werden Pfeiftafeln an der Strecke angebracht. Die stehen eigentlich schon sehr lange dort, sagt Hallmannsecker. Aber erst im vergangenen Juli fingen die Beschwerden darüber an.

Gehupt wurde schon immer

Grund waren die neuen Meridian-Züge, die auf der Strecke eingesetzt werden, seit die Veolia den Zuschlag erhalten hatte, die Strecke zu bedienen. Damit wurden auch die Triebwagen der Zuglinie umgestellt. Und das Pfeifen – oder Hupen je nach Sichtweise – wurde mit einem Schlag lauter.

Daraufhin hatten sich die Anwohner bei der Gemeinde beschwert und diverse Unterschriftenaktionen gestartet. Schließlich wurde nach langem Hin und Her ein Begehungstermin mit der Deutschen Bahn verabredet und vom Gemeinderat beschlossen, dass der Bahnübergang „Zum Teufelsgraben“ entwidmet wird – also kein offizieller Weg mehr ist. Da innerhalb der Fristen kein Einspruch gegen den Beschluss erhoben wurde, hat dieser jetzt Rechtskraft, so der Bürgermeister.

Außerdem wurde bei der Bahn beantragt, dass der Weg abgerissen wird. Die langersehnte Zusage der Deutschen Bahn kam vor etwas mehr als einer Woche: bis Ende Februar werde der Rückbau erfolgen. Dann werden auch die Pfeiftafeln entfernt und der Zug muss nur noch hupen, wenn er Personen in der Nähe der Gleise sieht. Spätestens dann dürften die Gruber endlich wieder friedlich schlafen können.

Ursprünglicher Artikel vom 04. Dezember mit der Überschrift: Und täglich grüßt der Meridian… – Gruber Hupstreit findet frühestens im Januar ein Ende
Seit Juli tobt er. Der Streit um die Hupsignale des Meridians im Valleyer Ortsteil Grub. Jetzt hat eine Ortsbegehung zwischen Gemeindevertretern, Mitarbeitern der Deutschen Bahn Netz AG und einigen Anwohnern stattgefunden. Damit die „frisierte Fanfare“ endlich verstummt.

Bald sollen die Gruber wieder in Ruhe schlafen können - ohne ihren ungeliebten Wecker.
Bald sollen die Gruber wieder in Ruhe schlafen können – ohne ihren ungeliebten Wecker.

Schon seit Juli beklagen sich viele Gruber über die schrillen Warnsignale des Meridians. Vor allem nachts und in den frühen Morgenstunden entpuppte sich der Meridian, der seit Ende 2013 zwischen Holzkirchen und Rosenheim unterwegs ist, als Grubs „ungeliebter Wecker“. Viele Bürger hatten das Gefühl, die Gemeinde setze sich nicht genug für ihre Belange ein. Der Gruber Ernst Fichtel initiierte sogar eine Unterschriftenpetition.

Seitens der Gemeinde hieß es, man stehe in ständigem Kontakt mit Vertretern der DB Netz AG, um einen gemeinsamen Begehungstermin festzulegen. Gemeinderat Michael Stacheter (VL) erinnert sich, dass es trotz aller Bemühungen lange „unvorhersehbar“ war, wann ein solches Treffen zustande kommen würde. Die bürokratischen Mühlen mahlten wie immer langsam. Eine Geduldsprobe für die Anwohner der Gruber Bahnübergänge am Kirchweg und zum Teufelsgraben.

So blieb es in jüngster Vergangenheit nicht nur beim Unterschriftensammeln, sondern es kam auch zu einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Unbekannte entfernten zwei Pfeif-Tafeln. Mutmaßliches Motiv: Selbstjustiz. So kam nun das ersehnte Treffen zwischen Vertretern der Deutschen Bahn, der Gemeinde und einigen Gruber Bürgern zustande. Stacheter spricht von einem „harmonischen Treffen“.

Besserung in Sicht

Das Ergebnis der Begehung lässt alle Beteiligten aufatmen. Zumindest die Hupsignale am Bahnübergang zum Teufelsgraben fallen weg – der Gemeinderat hat einstimmig beschlossen ihn zu schließen. Eine Besserung der Situation am Kirchweg sollte, laut Stacheter, ebenfalls machbar sein. Für die Lokführer wäre der Übergang durch den Bewuchs nur schlecht einsehbar. Die Bahn rechnet derzeit aus, in wie weit hier die Motorsäge walten müsste. Ernst Fichtel zeigt sich für die Zukunft schon zuversichtlich:

Bei der Begehung waren sich alle Beteiligten einig. Ich bin jetzt guter Hoffnung, dass das Pfeifen im Teufelsgraben im Gruber Bereich bald verstummt.

Im besten Fall müssten die Lokführer nur noch Warnsignale abgeben, wenn sich Personen im Gleisbereich befänden. Dass die freie Sicht für die Lokführer immer gewährleistet ist, dafür müsste die Gemeinde sorgen, erklärt Stacheter. Für ihn steht nur noch die Frage nach der Haftung im Raum:

Was ist, wenn nicht mehr gehupt wird und doch ein Ast ins Sichtfeld hängt?

Die Gruber wollen weder Gefährdung für Leib noch für Seele. Ob sie endlich wieder ruhig schlafen können, wird sich allerdings erst kommenden Januar zeigen. „Das Treffen war wichtig“, weiß Stacheter, doch jetzt müsse man sich an den bürokratischen Ablauf halten. Die Gemeinde Valley muss jetzt den Rückbau des Übergangs zum Teufelsgraben bei der Deutschen Bahn beantragen.

Wenn die Messungsergebnisse der DB Netz AG vorliegen und die Gemeinde das geforderte Sichtfeld schafft, könnte auch das nervige Hupen am Kirchweg eingestellt werden, erklärt Fichtel, und das „hoffentlich bald“. Ansonsten würde er sich auch nicht davor scheuen, erneut auf die „Barrikaden“ zu gehen.


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