Gstanzlsingen – was ist das eigentlich genau?

Von Redaktion

Quirin Kampfhammer - einer der Gstanzlsänger auf der Abschlussveranstaltung der Kunst- und Kulturtage in Rottach-Egern

Für die, die sich gestern nach unserem Veranstaltungs-Tipps gefragt haben, was eigentlich dieses „Gstanzlsingen“ ist. Und warum es schon etwas außergewöhnliches ist, wenn das ein 9-jähriger sehr gut kann. Für all diejenigen haben wir hier eine schöne Beschreibung über das Gstanzlsingen an sich, seinen Ursprung und die Bedeutung im Tegernseer Tal. Der Vorsitzende des Fördervereins für Kunst- und Kultur, Konrad Niedermaier, hat uns den Text zur Verfügung gestellt. Und wir finden besser erklärt haben wir es noch nirgends gelesen. Vielen Dank nochmal Herr Niedermaier.

Gstanzlsingen – Bayern wie es lebt!

„Gstanzlsingen“ – das setzt voraus, dass man aus dem Stehgreif Texte zusammenreimt, die meist humorvoller Natur sind. Ja wenn das so einfach wäre…………
Der Roider Jackl war einer der bekanntesten Gstanzlsänger, der oft einen ganzen Abend lang improvisierend über Politiker und anwesende Zuhörer singen konnte.
In unserer Gegend sind Gstanzlsänger vergleichbar mit Hochzeitsladern, die beim „Abdanken“ in Reimform über die Hochzeitsgäste einiges wissen – allerdings ohne Melodie und Musikbegleitung.
Bei uns im Tegernseer Tal war es mit Gstanzlsängern (oder –innen) noch nie so richtig dicht gesät, zumal man sagen muss, dass das Gstanzlsingen in der Miesbacher Region eigentlich nicht daheim ist. Was aber nicht heißen soll, dass es keiner gekonnt oder probiert hätte. Meist wurde hier in der Gegend zu späterer Stunde in Wirtshäusern per Gstanzl Unterhaltung geboten die aber oft nicht auf eine bestimmte Person ausgerichtet waren, sondern eher allgemein gehalten wurden.
Da war es dann gut wenn die Einheimischen unter sich waren, weil die Gäste und Zuagroasten die Texte eh nicht verstanden hätten………
Da gibt es z.B. das Lied von der „kropferten Pinzgerin“ das trotz seiner fast endlosen Strophen sehr gerne und oft gesungen wurde, und auch den Gstanzltext:„Neilich hob i d´Schof o gschaugt – no hamm mi d´Schof o´gschaugt, na hob i wieda d´Schof o´gschaugt, do hamm d´Schof g´schaugt“. Oder: „Drauss z´Kaltenbrunn, sitz a Aff in da Sunn, frisst a Bratl sauft an Wein, a so a Aff mecht i sein“!
Texte mehr oder weniger geistreich – aber a riesen Gaudi war´s.
Heute sind die Texte von den Gstanzlsängern oftmals der Zeit und auch dem Tagesgeschehen angepasst, und wenn es da einer versteht auf die Erwartungen der Anwesenden Zuhörer einzugehen, dann ist das nicht weniger lustig als die oft lustig-frivolen Texte der vergangenen Zeit. Aus dem Stehgreif singen, das ist das Können das die eingeladenen Gstanzlsänger an unserem Abschlussabend mitbringen. Josef Piendl aus Roding, geboren an einem Faschingssamstag, ist einer von den drei humorvollen Sängern und Ansagern die für Kurzweil sorgen werden. Georg Nickl aus Jesendorf wird mit ihm dagegensingen und der erst 9-jährige Quirin Kapfhammer aus Wörth macht das Trio komplett. Für die entsprechend passende Musik sorgen die „Tanngrindler Musikanten“, Ltg. Dr. Frieder Rosskopf, die schon oft bei Gstanzlsingertreffen den richtigen Ton angaben. Dass wir aber in den Bergen daheim sind und wir dies auch an diesem Abend spüren und zeigen wollen, haben wir Manfred Wörndle mit den Wetterstoa Musikanten aus Mittenwald eingeladen die für „ganz normale“ ausgleichende Stückln sorgen werden. Freuen Sie sich drauf!

Wer sich über den Verein informieren möchte, findet einige Infos und Bilder von den letzten Kunst- und Kulturtagen auf deren Webseite. Einfach hier klicken.


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