Tegernsee plant Ortskern weiter

Guck mal, am Guggemos geht’s gemächlich voran

Von Nina Häußinger

Nach vielen vielen Jahren schreitet die Planung für das alte Guggemos in Tegernsee langsam voran. Nach zweieinhalb Jahren wagt man nun endlich den nächsten Schritt. Wie sieht der Plan aus?

Ein erster Entwurf für die neuen Pläne am Guggemos in Tegernsee / Quelle: Brauhaus Tegernsee

Es ist zweieinhalb Jahre her, dass das alte Guggemos im Tegernseer Ortskern Thema im Stadtrat war. Damals konnten sich die Stadt und das Brauhaus Tegernsee als Eigentümer auf eine neue Idee für das seit über zehn Jahren leerstehende Gebäude einigen.

Zuvor gab der Bebauungsplan lange Jahre vor, dass an selber Stelle wieder ein Hotel entstehen muss. Damit war das Brauhaus aber nicht einverstanden. Doch manchmal muss man nur lange genug warten. Vor zwei Jahren wurde der Stadtrat rund um Bürgermeister Johannes Hagn weich und stimmte der Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans zu.

Was entsteht auf dem Guggemos-Areal?

Geplant sind nun zwei große Häuser direkt an der Straße – jedoch auf Wunsch des Stadtrates ein wenig nach hinten versetzt. Hier werden Gewerbeflächen, Läden und zehn Wohnungen untergebracht. Sechs Wohnungen werden hier im Tegernseer Modell zu günstigen Konditionen vermietet. Im hinteren Bereich entstehen zwei weitere Wohnhäuser mit insgesamt drei Wohnungen und ein Gebäude für Gastronomie mit Terrasse und Biergarten. Außerdem ist eine Tiefgarage mit 47 Stellplätzen in die Planung integriert. Verbunden wird alles mit einer Art Passage und einem kleinen Platz zum verweilen. Auch der Steg am Seeufer wird über die Hauptstraße zugänglich gemacht.

Am Dienstagabend lag dem Stadtrat in einer Endlos-Sitzung nun der Entwurf für den Bebauungsplan vor. Detailliert wurde den Räten erneut die genaue Planung vorgestellt und mit ersten Entwürfen visualisiert.

Die Ansicht vom See auf das Guggemos-Areal mit den geplanten Gebäuden / Quelle: Brauhaus Tegernsee

Außerdem wurde mittlerweile ein Verkehrsgutachten mit schalltechnischer Untersuchung erstellt. Dieses sagt aus, dass bei einer 12.700 vorbeifahrenden Autos am Tag eine Linksabbiegerspur in die Tiefgarage nicht notwendig wird. Wegen des starken Verkehrslärms werden aber gewisse Grenzwerte überschritten, die nun durch verschiedene Schallschutzmaßnahmen bautechnisch in das Vorhaben aufgenommen wurden.

Auch die Hochwasserlage direkt am Seeufer wurde mit einkalkuliert und bereits erste Lösungen angedacht. Verlegt werden muss außerdem ein Kanal des Abwasserzweckverbands und ein Regenabflussrohr. Beides verläuft aktuell mitten durch das Grundstück.

Menschen die gegen Mauern fahren?

Der Stadtrat war mit den Planung der Brauhauses zufrieden. Nur die Grünen-Räte Ursula Janssen und Marcus Staudacher machten sich Sorgen. Ob die Menschen nun vielleicht, weil vor den Häusern ein breiterer Gehweg entstehen soll, als vor dem Nachbarhaus, gegen Mauern rennen oder fahren? Schließlich macht der Weg jetzt quasi eine kleine Kurve.

Nach langem Hin und Her und viel Unverständnis Seitens des Architekten Oliver Kiermeier von der Haushamer KPSW Architekten-GmbH und der übrigen Räte, stimmte nur Thomas Mandl gemeinsam mit der Grünen-Fraktion gegen die Genehmigung des Bebauungsplanentwurfs. Damit wird der Entwurf nun für die Öffentlichkeit ausgelegt. Mit dem Bau beginnen will man im Winter 2023/2024. Dauer: Mindestens 2,5 Jahre.


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