Gute Vorsätze – aber nur für einen Monat

Irgendwelche Vorsätze an Neujahr zu fassen, ist eigentlich ziemlich albern. Denn was unterscheidet den 31. Dezember des alten Jahres vom 1. Januar des neuen Jahres? Nüchtern betrachtet ist es nur ein Sprung des Sekundenzeigers.

Weniger Süßigkeiten? Aber nur für einen Monat ...
Weniger Süßigkeiten? Aber nur für einen Monat …

Mit dem Rauchen aufzuhören und mehr Sport zu treiben sind sicherlich Vorhaben, die man nicht für den 1. Januar ankündigen sollte, möchte man sich nicht gleich den Frust des Versagens abholen. Ich habe an Silvester bei uns zu Hause mit Freunden gefeiert. Kurz vor Mitternacht diskutierten wir gut gelaunt über die Vorsätze für 2016.

“Erst mal soll 2016 einfach besser werden, denn 2015 war eindeutig nicht mein Jahr”, meinte eine Freundin. Ja, dachte ich, da kann ich ihr nur recht geben. Ich hatte im vergangenen Jahr eindeutig zu viel Stress und habe viel zu wenig Zeit für mich gehabt. Kind, Mann und Job haben mich so auf Trab gehalten, dass kaum Zeit zum Durchschnaufen geblieben war.

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Egoistischer sein

“Ich werde 2016 egoistischer sein”, warf ich provokativ in die Runde. “Ich tue endlich mal die Dinge, auf die ich Lust habe.” “Du hast vollkommen Recht”, antwortete eine Freundin. “Mein nächstes Jahr muss auch besser werden.” Ein Freund warf philosophisch ein:

Man kann sich so viel vornehmen wie man will: Letztendlich weiß man nie mit welchen Herausforderungen man konfrontiert wird.

Er sei mit tausend guten Vorsätzen ins Jahr 2015 gestartet und dann habe seine Firma zugemacht. “Ja, das stimmt. Bei Freunden wurde der Sohn schwer krank. Da ging es jeden Tag nur darum, dass der nächste besser wird”, erzählte ein anderer Freund.

Ein Jahr ist ganz schön lang

Das gab mir ganz schön zu denken. Vielleicht muss man seine Ziele einfach kürzer stecken. Ein Jahr ist lang, da kann ganz schön viel passieren. Im Dezember 2015 können andere Dinge wichtig sein, als jetzt im Januar. “Ich glaube, ich werde Monatsvorsätze fassen. Das ist überschaubar, konkreter und wenn man Erfolg hat, kann man sich monatlich freuen”, überlege ich laut und finde in der Runde viel Zustimmung.

Ich nehme mir vor, im Januar meine Steuererklärung zu machen, wöchentlich joggen zu gehen und den Keller auszumisten. Und damit ich mich gut fühle, gönne ich mir einen Wellness-Tag, lese ein schönes Buch und gehe in einen kitschigen Liebesfilm. Das klingt doch schon mal ganz gut, finde ich. Und im Februar? Stopp!! Darüber werde ich erst Ende Januar nachdenken, weiß Gott, was bis dahin passiert.

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