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Gymnasium Tegernsee kämpft um Fortbestand

Mit kleinen Schritten in Richtung Zukunft

Von Nina Häußinger

Seitdem feststeht, dass das Holzkirchner Gymnasium gebaut wird, machen sich die Verantwortlichen am Gymnasium Tegernsee viele Gedanken, wie die altehrwürdige Schule weiter fortbestehen kann.

Optionen, wie unter anderem ein Schülerheim, wurden schon in Erwägung gezogen. Jetzt ist ein erster Schritt getan. Dabei geht es um die Erstattung der Fahrtkosten für Schüler aus Holzkirchen.

Das Gymnasium Tegernsee kämpft weiterhin um seinen Fortbestand
Das Gymnasium Tegernsee kämpft weiterhin um den Fortbestand.

Das Gymnasium Tegernsee hat eine lange Tradition. Ein Tegernseer Tal ohne die Schule in den Gemäuern des Klosters können sich die meisten gar nicht mehr vorstellen. Wenn man sich jedoch die Zahlen anschaut, besteht berechtigter Zweifel über den Erhalt der Einrichtung.

Derzeit besuchen 750 Schüler das Gymnasium. Davon kommen 300 aus dem Raum Holzkirchen. Sollen also im kommenden Jahr, wenn das Holzkirchner Gymnasium eröffnet wird, tatsächlich nur noch 450 Schüler die Tegernseer Schule besuchen? Ganz so endgültig kann man das nicht sagen. Christoph Scholz, Leiter des Elternbeirats, ist sich sicher: „Tegernsee ist eine attraktive Schule. Wer da einmal war, will nicht mehr weg.“

Ein weiterer wichtiger Faktor für Eltern, fern von emotionalen Entscheidungen, ist die Übernahme der Fahrtkosten. Bisher galt die Regelung, dass die Schüler nur die günstigsten Beförderungskosten in Anspruch nehmen dürfen. Also zu der Schule, die dem Wohnort am nächsten gelegen ist. Das würde sicherlich viele Holzkirchner Eltern, auch wenn sie das Tegernseer Gymnasium für ihre Kinder als besser empfinden, in ihrer Entscheidung zugunsten der neuen Schule im Norden des Landkreises beeinflussen.
 

Fahrtkosten für Vorklassen werden weiterhin übernommen

Dabei hat das Tegernseer Gymnasium bereits ein gewisses Alleinstellungsmerkmal. Die Schule bleibt weiterhin die einzige im Landkreis, die einen neusprachlichen Zweig anbietet. Holzkirchen wird nur den wirtschafts- und naturwissenschaftlichen Zweig einführen. Für sprachbegabte Schüler bleibt Tegernsee damit auch in Zukunft die erste Wahl.

Die Fahrtkosten für einige Schüler sollen auch weiterhin vom Landratsamt übernommen werden.
Die Fahrtkosten für einige Schüler sollen auch weiterhin vom Landratsamt übernommen werden.

Wer sich für den Sprachzug entscheidet, würde die Fahrkosten also auch weiterhin erstattet bekommen. Da man sich aber frühestens in der siebten Klasse für den jeweiligen Zweig entscheidet, stellen die Fahrtkosten für die niedrigeren Klassen ab dem kommenden Jahr ein Problem dar. Deshalb haben die Tegernseer jetzt in einem Schreiben an das Landratsamt beantragt, die Fahrtkosten für die Vorklassen ebenfalls zu übernehmen.

Dem habe das Landratsamt, so Christoph Scholz, inzwischen zugestimmt. Trotzdem wäre dem Gymnasium ein komplett freier Wettbewerb bei der Schulwahl natürlich lieber. „Doch da wird sich der Landrat wehren“, meint Scholz.

Schülerheim als große Vision

Aktuell betreibt das Gymnasium einen offenen Nachmittagsunterricht. Das bedeutet, die Schüler haben die Möglichkeit, nachmittags in der Schule ihre Hausaufgaben zu erledigen. „Dieser Zug wird sehr gut angenommen“, meint Scholz. Umfragen bei den Eltern haben dagegen gezeigt, dass ein gebundener Zug, der auch am Nachmittag ganz normalen Unterricht statt nur Betreuung vorsehen würde, nicht wirklich gut ankommt.

Doch nicht nur an einer besseren Nachmittagsbetreuung, sondern auch am langfristigen Plan eines Schülerheims wird weiter gearbeitet. „Diese Idee ist genial“, findet Scholz. Nur müsse man einen privaten Träger und ein geeignetes Gebäude finden. Dieses Projekt würde dem Gymnasium ein echtes Alleinstellungsmerkmal einbringen, ist sich der Vorsitzende des Elternbeirats sicher.

Auch die von den Eltern zu tragenden Kosten wären nicht übermäßig hoch, da nur die Unterbringung, nicht aber der Unterricht in der staatlichen Schule zu zahlen ist. „Ich werde mich bemühen, ein Exposé zu erstellen, um das Ganze in die Wege zu leiten“, so Scholz abschließend. Das sei für ihn die beste Idee, um einen festen Schülerstamm nach Tegernsee zu holen. Spätestens dann wäre die Zukunft der Schule weniger unsicher.

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