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Wie die Gabriele-Oemisch-Stiftung zu mehr Integration verhilft

Harfe bei Handicap

Von Rose Beyer

Ein Lied spielen ohne Notenkenntnisse – und das nach zwei Stunden? Möglich macht das die sogenannte Veeh-Harfe. Auf dem Hof des Erfinders Hermann Veeh in Franken geht das genauso wie bei uns im Tal.

Veeh hatte das Instrument für seinen behinderten Sohn erfunden. Bei uns freuen sich etliche Menschen mit Handicap über den Zuschuss von einer Stiftung, die den Veeh-Harfen-Unterricht mitfinanziert hat.

Zu jedem Lied gibt es ein eigenes Notenblatt, das unterhalb der Saiten angebracht wird. So ist das Instrument leicht spielbar.

Eigentlich ist das Wort „Erfindung“ nur zum Teil richtig. Denn die Akkord-Zither, aus der Veeh sein Instrument damals entwickelte, gibt es schon seit 150 Jahren. Neu war allerdings die Notenschrift, die es so leicht macht, auf dem Instrument ohne Vorkenntnisse zu spielen. Und das kommt Menschen mit Behinderung zugute, die meist eine große Liebe zur Musik entwickeln.

Einfach Musik machen

Weil Notenlesen ein ziemlich komplizierter Vorgang ist, der gerade für Menschen mit geistiger Behinderung häufig nicht oder nur mit Mühe möglich ist, hatte sich Hermann Veeh damals Gedanken zur Vereinfachung gemacht. Die Anforderung, die Punkte auf den fünf Linien zu erkennen und zu deuten, was das für mein Instrument bedeutet, fiel damit weg.

Der Vorgang „Notenlesen“ und das „Musizieren“ verschmelzen bei der Veeh-Harfe zu einem Vorgang. In Kombination mit der Notenschablone ist das Instrument dann leicht spielbar. Das Instrument darf also durchaus als großer Segen bezeichnet werden – besonders für Menschen mit Handicap.

Wie die Stiftung hilft

Und um diese geht es der Gabriele-Oemisch-Stiftung für Menschen mit Behinderung. Der Kreisausschuss nahm kürzlich vom Jahresabschluss 2013 der im Jahr 2010 gegründeten Stiftung Kenntnis. Kreiskämmerer Gerhard De Biasio referierte über die Zahlen. Außerdem erzählte er auch ein wenig über die Historie dieser Institution.

Gabriele Oemisch, die im Januar 2010 verstorben ist, hatte in ihrem Testament den Landkreis Miesbach als Alleinerben eingesetzt. Dieser errichtete die „Gabriele-Oemisch-Stiftung für behinderte Menschen“, deren Stiftungszweck die einmalige oder dauernde Unterstützung behinderter Menschen im Landkreis Miesbach ist. Der Zweck der Stiftung ist es, Menschen mit Behinderung zu fördern und am Leben teilhaben zu lassen. Dazu gehören beispielsweise infrastrukturelle Hilfen wie das Einbauen eines Liftes oder einer Rampe.

Anton Grafwallner, Behindertenbeauftragter im Landkreis und zudem Mitglied im Stiftungsrat, erzählt auf unsere Nachfrage, dass etwa für die Wallfahrtskapelle in Birkenstein in der Gemeinde Fischbachau die Errichtung einer Behindertentoilette sowie ein behindertengerechter Aufzug geplant seien. „Damit die Gläubigen, die zur Mutter Gottes wollen, hier ihre Einkehr finden“, so Grafwallner. Auch viele Menschen aus dem Tegernseer Tal begrüßten das.

Kreisausschuss gewährt Stiftungsgeld

Er weiß auch, dass etwa acht bis zehn Kinder regelmäßig mit den Veeh-Harfen üben. Das sei deshalb so wichtig, weil in der Musikschule behinderte mit nichtbehinderten Mädchen und Jungen zusammen üben und damit der Gedanke der Inklusion verfolgt werde. Die Gabriele-Oemisch-Stiftung hat den Musikunterricht ermöglicht.

Ob Musik, infrastrukturelle Hilfe oder auch praktische Unterstützung wie die Anschaffung technischer Hilfsmittel: Mit knapp 30.000 Euro konnte die Stiftung Menschen mit Handicap die Integration in ein unabhängigeres Leben ermöglichen. Die Kreisausschussmitglieder fanden das in Ordnung und gaben den Weg des Abschlusses frei für den Rechnungsprüfungsausschuss. Die Schlussbilanz 2013 weist nun ein Stiftungskapital in Höhe von insgesamt 1.936.029,32 Euro aus (zum 31.12.2013) – im Vorjahr: 1.970.791,09 €.

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