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Kreuther Gemeinderat einverstanden mit Hotelplänen in Wildbad Kreuth

Herzogin Helene kann weiter planen

Von Nina Häußinger

Seit rund drei Jahren steht der historische Gebäudekomplex in Wildbad Kreuth leer. Statt einem Sanatorium soll nun ein Hotel entstehen. Die Kreuther zeigten sich begeistert von den Plänen der Herzogin Helene. Nur eine Sache wollten sie abgesichert wissen.

Herzogin Helene hat neue Pläne für das historische Gebäude in Wildbad Kreuth. / Quelle: Archiv

Seit dem Auszug der Hanns-Seidel-Stiftung vor über drei Jahren steht das Schmuckstück in Wildbad Kreuth leer. Lediglich ein Nebentrakt wird von Herzogin Helene selbst bewohnt. Im Februar 2017 schien die Zukunft dann gesetzt: Aus dem ehemaligen Bildungszentrum sollte eine Klinik mit rund 120 Betten entstehen – passend also zur medizinischen Historie des Gebäudekomplexes. Denn bevor die Hanns-Seidel-Stiftung das Wildbad als Pächterin übernahm und die jährlichen CSU-Klausurtagungen in Kreuth stattfanden, wurde der herzogliche Besitz als Sanatorium geführt.

Doch nun scheint Herzogin Helene diese Pläne wieder revidiert zu haben. „Am 12. September haben mein Team und ich den Mitgliedern des Gemeinderates von Kreuth unsere Basisplanung für die Zukunft von Wildbad Kreuth vorgestellt“, so Herzogin Helene Anfang Oktober. Geplant sei nun ein Hotel. Nachdem Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) verlauten ließ, dass ein Hotel im Sinne der Gemeinde wäre, durfte nun gestern sein Gemeinderat über die neuen Pläne beraten.

Anwalt klärt wichtiges Detail

„Wir haben uns mit der Thematik ja schon befasst in der letzten Sitzung und waren uns vom Grundsatz einig, dass wir es begrüßen, dass in Wildbad Kreuth wieder Leben einzieht“, eröffnete Bierschneider die gestrige Diskussion. Nicht ganz einig war man sich aber über den Weg des Verfahrens. Bauvorbescheid oder Bebauungsplan? Die Herzogin hatte beim Gemeinderat nämlich einen „Antrag auf Vorbescheid“ eingereicht. Nun habe man sich Rat beim einem Fachjuristen eingeholt, so Bierschneider.

Demnach wäre eine Satzungsänderung durchaus möglich. Allein der Abbruch und Neubau der Gebäude auf der Westseite sei vielleicht nicht vom Außenbereich umfasst. Das solle das Landratsamt nochmal prüfen. Auch die insgesamt neun Anträge, die zur Nutzungsänderung des Anwesens an den Gemeinderat gestellt wurden, konnte allesamt mit Ja beantwortet werden. Somit ist der Umbau planungsrechtlich zulässig und es muss kein komplett neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Grundsätzlich sei die Planung etwas, was wirklich gut passen würde, befand der Bürgermeister.

Was genau geplant ist

Das Hauptgebäude soll mit bislang 129 Gästezimmern in Zukunft rund 65 zeitgemäße Gästezimmer umfassen. Hinzu kommen Gastronomie und Veranstaltungsräume, zu denen auch der Festsaaltrakt sowie Seminarräume zählen. Das Badehaus mit bislang nur einer Schwimmhalle und einer Sauna soll durch ein zweigeschossiges Badehaus samt Spa, Schwimmbädern und Flächen für Saunen, Massage, Wellness und Fitness ersetzt werden.

„Das landwirtschaftlich genutzte Scheunengebäude an der Ostseite, zu der auch eine Pferdestallung, Nebenräume und die Gutsverwalterwohnungen zählen, soll künftig die Beherbergungseinrichtung samt Restauration versorgen“, erläuterte die Herzogin ihr Vorhaben in einem Schreiben. Das bestehende landwirtschaftlich genutzte Gebäude im Norden mit Schmiede und Werkstatt soll künftig als Lounge für Gäste genutzt werden. Die Remise bietet sich als Lobby für die Gäste an. An der Westseite, anstelle des bestehenden baufälligen Stadels, soll ein zweigeschossiges Gebäude zusätzlich 15 Gästezimmer bieten. Die historische Fassade nach Vorne bleibe in jedem Fall erhalten.

Das denkt der Gemeinderat

Was den Räten wichtig war ist, dass wirklich die Hotelnutzung festgeschrieben wird und es keine Nutzungsänderung gebe, so Bierschneider. Laut dem hinzugezogenen Anwalt könne man, sollte dieser Fall eintreten, mit einer Veränderungssperre oder einem Bebauungsplan noch ein Veto einlegen. Die Herzogin selbst betonte aber, dass das in keinem Fall in ihrem Sinne sei. Auch Martin Walch (SPD) zeigte sich positiv gestimmt:

Dem kann man durchaus zustimmen. Wichtig ist, dass der Gesamteindruck erhalten bleibt und dass es nicht später mal eine Nutzungsänderung gibt. Für uns wäre es der Supergau, wenn hier Zweitwohnungen entstehen. Aber so ist unsere Fraktion voll dafür.

Dem stimmte auch der zweite Bürgermeister Wolfgang Rebensburg (FWG) zu. „Der Charme ist so besser, als wenn wir einen Bebauungsplan aufstellen. So kann relativ schnell wieder Bewegung in die Sache und Leben ins Gebäude kommen.“ Martin Mehringer von der CSU betonte: „Des gfoid ma gar ned moi so schlecht.“ Sorgen machte er sich aber um die Unterbringung des Personals. Dem stimmte auch Robert Kasper (SPD) zu: „Mir fehlt auch das Personalhaus.“ Die Herzogin meldete sich aus den Reihen der Zuhörer zu Wort:“ Ich werde mal darüber hirnen, ob mir was einfällt.“ Auch Bierschneider meinte, sich Gedanken über das Personal zu machen sei in jedem Fall wichtig. „Davon hängt ja auch das Gelingen des Ganzen ab.“

So stimmte der Gemeinderat einstimmig dem Vorantrag der Herzogin zu, mit dem Hinweis, dass zur genauen Gestaltung noch keine Pläne vorliegen und man darüber noch keine Aussagen treffen könne. Außerdem wies man daraufhin, dass die Straße zum neuen Hotel ausgebaut und gewidmet werden müsse.


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