Holz vor die Hütte – nur wie?

von Marius Mestermann

Man mag es kaum glauben: im November wird es kalt in Holzkirchen. Ein Mittel gegen kalte Füße ist es den Ofen anzuheizen. Dafür benötigt man Brennholz. Doch die Beschaffung ist nicht nur eine Frage des Geldes.

Bei der Beschaffung von Brennholz ist einiges zu beachten. Christiane Ginschel / pixelio.de
Bei der Beschaffung von Brennholz ist einiges zu beachten. Foto: Christiane Ginschel/pixelio.de

Spätestens Anfang November kommt – wie fast jedes Jahr – der Winter zu uns. Viele Häuser, vor allem in der Voralpenregion, haben neben Heizungen noch eine andere Methode um es warm zu halten: Einen Ofen. Egal ob ein einfacher Holzofen oder weitaus kompliziertere Kachel- oder Kaminöfen, alle benötigen Holz. Die Beschaffung ist dabei häufig eine Glaubens- und Gewissensfrage.

Denn die Umwelt bleibt durch Holzöfen alles andere als unberührt. Wird Brennholz verbrannt, wenn es noch zu feucht ist, entsteht eine erhebliche Feinstaubbelastung. Nach dem Gesetz darf Feuerholz bei der Verbrennung nicht mehr als 25 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Allerdings ist diese Regelung schwer zu kontrollieren.

Ein paar Millionen mit Holz betriebene Öfen in Deutschland stoßen dabei im Jahr genau so viel Feinstaub aus wie alle Pkw, Lkw und Motorräder in Deutschland zusammen. Das Umweltbundesamt fordert daher schon lange, das Holzöfen sauberer werden müssen.

Die Qual der Wahl

Welches Holz man am besten als Brennholz nutzt, kann man nur schwer festlegen. Jedes Holz hat unterschiedliche Heizwerte und Brenndauer. Sogar Flammenbild und Geruch unterscheiden sich. Doch sowohl im Raum Holzkirchen als auch im Tegernseer Tal sind Fichte und Buche die meist gewählten Hölzer – nicht nur weil sie hier so zahlreich vorhanden sind.

Neben der Fichte, die sich sehr schnell anzünden lässt, ist die Buche die beliebteste Kaminholzart. Buche hat neben einem schönen Flammenbild die Eigenschaft, dass sie sehr lange nach dem Verbrennen weiter glüht. Diese Glut hält auch ohne aktives Feuer noch warm.

Glaube und Gewissen

Für die meisten Einheimischen hat die Beschaffung von Brennholz schon fast etwas traditionelles. Jeder hat die Bezugsquelle seines Vertrauens. Der lokale Bauer, der jedes Jahr für den selben Preis das Holz bis vor die Haustür fährt. Der selbe Wald, aus dem das Holz jeden Herbst stammt. Oder derselbe Forstbetrieb, der kontaktiert wird, um Holz selbst fällen zu dürfen. Einheimische kennen ihre Möglichkeiten.

Einer der Wege, der von einigen begangen wird, ist schlicht illegal. Egal ob staatlicher Wald oder Privatwald – immer wieder fahren Bürger selbst in den Wald hinein und bedienen sich an mühsam aufgestellten Holzstapeln. Dabei ist der Holzdiebstahl nicht nur strafbar, sondern auch gefährlich. Immer wieder verletzten sich Leute bei dem Versuch, Holz zu klauen.

Staat oder Bauer

Einfacher sind die legalen Wege der Holzbeschaffung: Sowohl der Staat als auch Privatleute bieten Brennholz zum Verkauf an. Als staatliche Instanz verkaufen Forstbetriebe der Bayrischen Staatsforsten Brennholz. Auch die Suche nach einem ansässigen Bauern kann sich lohnen. Oft sind diese nämlich billiger als die Brennhölzer der Staatswälder.

Verkauft wird Holz für gewöhnlich in der Einheit Ster, auch genannt Raummeter. Ein Ster Holz entspricht einem Würfel mit Seitenmaß von einem Meter. Der Preis dabei liegt im Landkreis Miesbach bei etwa 70 bis 110 Euro – je nach Holzart. Der Preis bleibt das ganze Jahr über stabil.

Weiterhin ist es möglich, sich mit eigener Arbeit Holz aus Wäldern zu schlagen. Dabei darf man allerdings nicht einfach drauf los sägen. In welchen Wäldern man überhaupt fällen darf, wie viel und welches Holz, ist mit dem lokalen Forstbetrieb in Schliersee zu klären. Es gibt strenge Auflagen bezüglich Sicherheit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz.


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