Holzkirchens ewige Ruine

von Laura Lorefice

Wer kannte sie nicht: Die marode Ruine in der Münchner Straße, die Jahrzehnte überdauerte. Vom “Schandfleck von Holzkirchen” war die Rede. Nun wurde das Gebäude endlich abgerissen und Neues soll entstehen. Doch die derzeitigen Bauarbeiten stocken.

"Wohnen im Zentrum" Noch dieses Jahr soll hier ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen./ Bild: Lorefice
“Wohnen im Zentrum” Noch dieses Jahr soll hier ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. / Bild: Lorefice

Gefühlt über 40 Jahre fuhr man tagaus, tagein an dem maroden Gebäude in der Münchner Straße vorbei. Ganze Generationen überdauerten die bekannte Ruine. Einheimische sprachen vom “Schandfleck von Holzkirchen”.

Nun wurde das Gebäude endlich abgerissen. Ein neues Wohn- und Geschäftshaus soll dort entstehen. Geplant sind vier lichtdurchflutete Eigentumswohnungen mit gehobener Ausstattung und Lift sowie zwei Büros im Erd- und Untergeschoss.

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Zu hohe Auflagen der Gemeinde?

Die Baugrube wurde bereits ausgehoben, doch viel mehr ist bislang nicht passiert. Seit einigen Wochen stocken die Arbeiten an der Baustelle. Bis Weihnachten wolle man laut Bauherrn Günther Gabriel mit dem Neubau fertig werden. “Doch wenn das so weiter geht, verzögern sich die Bauarbeiten”, so Gabriel auf Nachfrage der HS.

Er kritisiert die hohen Bauauflagen der Gemeinde, durch die die Arbeiten zum Stillstand gekommen seien. Laut Günther müsse er für die Baustelle unter anderem einen extra Fußgängertunnel bauen und eine Kaution hinterlegen, die sicher stellt, dass der umliegende Gehweg wieder repariert wird. Die Baugenehmigung für das neue Projekt fehlt demnach noch. Die Bauamtsverwaltung der Gemeinde weiß von all den Komplikationen nichts:

Wir warten lediglich auf die geänderten Baupläne. Das ist reine Sache des Architekten, wie lange er dafür braucht. Zudem ist das keine gemeindliche Baustelle, sondern eine private. 

Bürgermeister Olaf von Löwis hat nach eigener Aussage nur am Rande die gestoppten Bauarbeiten in der Münchner Straße bemerkt und sich selbst darüber gewundert:

Ich kenne die Auflagen nicht, aber ich weiß, dass es um die Baustelle Bereiche gibt, auf denen keine schweren Fahrzeuge fahren dürfen. Sonst würde alles zusammenbrechen. Das liegt nicht im Ermessen der Gemeinde, das ist halt dann so.

Außerdem seien viele Zufahrtswege in Privatbesitz. Wenn die dortigen Eigentümer das Durchfahren verbieten, könne die Gemeinde da auch nichts machen, so von Löwis. Derzeit arbeite man laut Bauherrn Gabriel an Vorbereitungen für den Frostschutz. Ob die Arbeiten bei den Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Bauherrn und Gemeinde bis Weihnachten fertig werden, darf bezweifelt werden.

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