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Vierbeiner als Tourismus-Faktor im Tal

Hundehimmel oder Problemfall?

Von Nina Häußinger

Der Hund – der beste Freund des Menschen. Viele Familien wollen oder können nicht ohne ihren vierbeinigen Begleiter in den Urlaub fahren.

In einem Brief an die Talbürgermeister spricht Gisella Fiebiger-Riel dieses Thema an und berichtet von Gesprächen mit Gästen, die das Tal als nicht unbedingt hundefreundlich einstufen würden. Die TTT und einige Hotelbetreiber sehen das anders.

Auf einer Seite der Weißach dürfen die Hunde sich austoben und spielen
Auf einer Seite der Weissach dürfen die Hunde sich austoben und spielen.

Rund 80 Hotels und Gasthäuser bieten, nach Angaben der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT), die Möglichkeit, mit dem Hund am Tegernsee zu verweilen. Das ist bei insgesamt 691 Vermietern nicht gerade viel. Das sieht auch Gisella Fiebiger-Riel so. In einem Brief an die Talbürgermeister berichtet die Rottacherin von ihren Erfahrungen mit Gästen.

Seit etwa vier Monaten bin ich auch wieder Hundebesitzer und in meinen täglichen Spaziergängen spreche ich viel mit unseren Gästen (mit Hund) rund um den See.

Und das, was die Gäste berichten, scheint nicht durchweg positiv zu sein. Vor allem die Suche nach einem Hotelzimmer gestalte sich, nach Angaben der Urlauber, als schwierig. Trotzdem bestätigen viele Hotels auf Nachfrage, dass sie den Service für Hunde gerne anbieten. Im Terrassenhof in Bad Wiessee dürfen die Vierbeiner für 15 Euro die Nacht mitkommen. Dazu gibt es Wassernäpfe und sogar Trockenfutter.

Extra Hundezimmer im Hotel

„Viele Gäste sind sehr zufrieden mit diesem Angebot, weil es nicht überall üblich ist, dass man Hunde mitbringen darf“, erklärt eine Mitarbeiterin des Hotels. Auch darüber, dass die Hunde mit an die Seepromenade dürfen, seien viele Gäste dankbar. Auch das sei nicht der Normalfall.

Der Alpenhof in Bad Wiessee habe sich besonders auf Hunde spezialisiert, meint Petra Berger von der TTT. Das kann auch der Besitzer Christian John bestätigen.

Bei uns sind Hunde herzlich Willkommen und wir haben auch keine überzogenen Preise.

So kostet die Nacht für die Vierbeiner hier nur fünf Euro. Außerdem gibt es für jeden Hundegast Näpfe und Willkommensleckerlies. Und sogar extra Türschilder stehen bereit, damit das Zimmermädchen weiß, wann der Hund Gassi ist oder lieber gerade schlafen will.

Das Hotel Bachmair Weissach kann ebenfalls nur Positives berichten. „Wir haben einige Gäste mit Hund und haben hauptsächlich gute Erfahrungen gemacht“, berichtet Sabine Gascha. Bei ihnen gebe es sogar zehn extra Hundezimmer. Auch ihre Gäste hätten sich noch nie über das Tegernseer Tal beschwert und seien alle zufrieden mit dem Angebot.

Hundestrände als Schwachpunkt?

Ein Gegenbeispiel ist das Haus Scherer in Bad Wiessee. „Wir nehmen keine Hunde“, erklärt Betreiberin Elke Fischhaber. Viele Gäste fragen sogar vorher nach, ob bei ihnen auch wirklich keine Hunde übernachten dürfen, um das explizit auszuschließen.

Touristikerin Berger ist jedenfalls überzeugt: „Im Allgemeinen ist die Region Tegernsee umfangreich für das Verreisen mit Hund aufgestellt.“ Auch die Wanderwege und Seeuferwege, die fast alle mit Hund begehbar seien, hebt Berger hervor. Trotzdem gibt es auch hier große Unterschiede. So ist beispielsweise der Dammweg entlang der Weissach nur einseitig für Hundebesitzer begehbar. Mit dem Schiff dürfen die Vierbeiner für einen kleinen Beitrag ohne Probleme mitfahren. Die RVO nimmt Hunde kostenlos mit.

Ein weiteres Argument, das Fiebiger-Riel in ihrem Brief anmerkt, sind die Hundestrände am Tegernsee. Sowohl Rottach-Egern, als auch Bad Wiessee haben am See ein kleines Fleckchen für Hundebesitzer freigemacht. Ausbaufähig, wenn es nach Fiebiger-Riel geht. „Die meisten Hundestrände lassen zu wünschen übrig“, meint sie.

Diese Dame aus München entspannt mit ihren Hunden an der Seepromenade in Bad Wiessee
Diese Dame aus München entspannt mit ihren Hunden an der Seepromenade in Bad Wiessee.

Die Gemeinden rund um den See können das Ganze jedoch nicht ganz nachvollziehen. Trotzdem gibt es Meinungen zu diesem Thema. Michael Herrmann, Geschäftsleiter der Gemeinde Bad Wiessee, betont: „Ich habe selbst einen Hund und denke, es gibt genug Möglichkeiten rund um den See, mit seinem Hund etwas zu unternehmen.“

Dass der Hundestrand nicht unbedingt das Sahnestück sei, weiß Herrmann genau. Trotzdem sei er groß genug zum Spielen und Schwimmen. Und der Wiesseer ist überzeugt:

Ich persönlich würde mich als Hund am Tegernsee sehr wohl fühlen.

Auch Hans Staudacher, Geschäftsführer in Tegernsee, versteht die Aufregung nicht. „Man kann überall, außer an der Point, mit seinem Hund spazierengehen. Ich denke, alles in allem ist Tegernsee ein sehr hundefreundlicher Ort.“

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