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Waakirchen befasst sich mit Zukunftsprojekt

Neuer Ortskern statt Bundesstraße

Von Rose Beyer

Wenn man die anvisierte Mehrzweckhalle einmal erreicht hat, wird man dem Ziel eines „richtigen Dorfes“ vielleicht einen Schritt näher gekommen sein. Die Weiterentwicklung der Waakirchner Turnhalle zur „Festhalle“ läuft. Doch jetzt gehen die Waakirchner ein weiteres, deutlich größeres Zukunftsprojekt an – die Entwicklung des Ortskerns. Doch dafür muss die Bundesstraße weichen.

Die Waakirchner feiern gern - hoffentlich auch bald ihr eigenes Dorfzentrum
Die Waakirchner feiern gern – hoffentlich auch bald ihr eigenes Dorfzentrum.

„Wir haben einen Ort und der soll sich entwickeln. Wie soll er sich entwickeln?“ Diese Frage hatte Gemeinderat und dritter Bürgermeister Rudi Reber (ABV) bereits Ende Januar in den Raum gestellt.

In der Mai-Sitzung des Waakirchner Gemeinderats fragte jetzt Gremiumskollege Andreas Hagleitner (FWG) nach und ließ über den Antrag, sich intensiv mit der Weiterentwicklung des Ortszentrums zu befassen, offiziell abstimmen. Alle Kollegen waren einverstanden. Laut Hagleitner sind im Finanzausschuss für das Projekt auch schon Gelder zurückgelegt worden.

Leben am zentralen Ortskern

Wie Rudi Reber beim Infoabend Verkehr Ende Januar bereits klar gemacht hatte, gehe es in Waakirchen nicht nur darum, eine Verkehrsentlastung zu erreichen. Sondern auch um eine zukunftsträchtige Weiterentwicklung des Ortes an sich.

Im Grunde gehe es darum, den Verkehr so zu leiten, dass die Infrastruktur gefördert werde. Ziel sei es, in Zukunft dort, wo die jetzige B472 verlaufe, wieder eine kleine Ortsstraße zu haben. Während eine Umgehungsstraße den Schwerlastverkehr um den Ort herum leitet, soll sich innerhalb Waakirchens ein richtiges Ortszentrum ausbilden:

Wir brauchen an der Stelle eine Infrastruktur mit Geschäften und einem zentralen Ort.

Diese kleine Ortsstraße führe laut Reber dann auch an dem neu zu bildenden Dorfzentrum vorbei. Dort, wo die Gemeinde mit dem Erwerb des sogenannten „Bäcka-Voitl-Anwesens“ den Grundstein für seine eigene Zukunft gelegt habe, solle ein Treffpunkt entstehen.

Nicht nur Reber kann sich dort einen Treffpunkt für die Menschen vorstellen, an dem man zusammenkommt zum Ratschen, „Bankerlsitzen“ oder Kaffeetrinken. Als positives Beispiel hatte Reber das Dorfzentrum von Dürnbach genannt.

So ein Dorfzentrum würde auch unseren Wirtschaften – dem Christlwirt und der Pizzeria – guttun.

Was sich für Waakirchen als mögliche Zukunftslösung abzeichnet, klingt zwar aufwändig, aber vielversprechend. Dass man zum rechten Zeitpunkt anfangen solle, dafür machte sich Bürgermeister Sepp Hartl ebenfalls in der Mai-Sitzung stark.

Er habe sich bereits zum Thema Weiterentwicklung mit der Zuständigen der Regierung von Oberbayern getroffen und die Mitarbeiterin – Angela Mitlacher – habe einen Besuch im Landkreis angekündigt, so Hartl.

Weiterentwicklung mit staatlicher Unterstützung

Laut Sepp Hartl werden Projekte wie die von Waakirchen favorisierte Entwicklung eines Ortskerns bis zu 60 Prozent staatlich bezuschusst. Es handelt sich dabei um Gelder aus dem Bereich „Städtebauförderung“, dessen Hauptanliegen es ist, die Stadt- und Ortskernbereiche als Wirtschafts- und Wohnstandorte zu stärken. Auf diese Weise bleiben die Kernorte als „lebendige“ und attraktive Alternativen zu den eher gleichförmigen Einfamilienhausgebieten erhalten. Genau das also, was Waakirchen ohnehin anstrebt.

Wichtig sei allerdings, so Hartl abschließend, vorher die Finanzierung sicherzustellen und erst dann anzufangen. Ein allzu schneller Start des Projekts könnte also finanziell negative Folgen für die Gemeinde haben. Und das möchte man in Waakirchen derzeit vermeiden.


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