Immer mehr Deutsche verkaufen im Internet

Online-Shopping ist heute aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Vor allem in ländlichen Gebieten nutzen immer mehr Menschen die Vorzüge des World Wide Webs, um sich mit Waren einzudecken – bequem per Mausklick und Lieferung vor die Haustür.

Application for online shoppers
By Dressformer (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Längst sind es nicht nur Lustkäufe und Konsumgüter, die online geordert werden. Auch Drogerien und der Lebensmittelsektor haben das Internetgeschäft für sich entdeckt. Zum Kundenstamm zählen junge, technikaffine Menschen, die den Feierabend statt im Einkaufszentrum oder Supermarkt lieber gemeinsam mit der Familie verbringen möchten. Doch einen großen Mehrwert stellt der Online-Handel auch für die alternde Gesellschaft dar. Vor allem Senioren, die nicht mehr gut zu Fuß sind oder die Treppen bis zur Wohnungstür scheuen, haben durch das Shopping-Angebot im Internet die Möglichkeit, das Nötigste frei Haus zu bestellen.

Als bloße Konsumenten können Internetnutzer heute jedoch nicht mehr betrachtet werden. Neben dem Bezug von Waren rückt zunehmend auch der Verkaufs- bzw. Wiederverkaufsaspekt in den Mittelpunkt. “Im Netz entstehen immer mehr Handelsplattformen, auf denen Nutzer ihre Waren komfortabel und zu geringen Kosten anbieten können”, beschreibt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder diesen Trend. “Vor allem für Privatpersonen ist es deutlich einfacher, Dinge über das Internet statt auf traditionellem Weg zu verkaufen.” In Deutschland haben mit 76 Prozent bereits drei von vier Internetnutzern ab 14 Jahren Waren online verkauft oder versteigert. Zu diesem Ergebnis kam der Branchenverband der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche bei einer Umfrage im vergangenen Jahr.

Der alte Rasenmäher, Opas Briefmarkensammlung oder Mutters selbst gestrickte Socken – alles lässt sich heute im Internet zu Geld machen. Und so wagen immer mehr Privatpersonen den Schritt vom Gelegenheitsverkäufer zum professionellen Online-Händler. Großes Potenzial bieten hier vor allem in Handarbeit gefertigte Produkte, da diese nicht dem Preisdruck internationaler Online-Händler wie Amazon oder eBay unterliegen. Als Absatzplattformen für Selbstgebasteltes und Handarbeitsprodukte haben sich Online-Marktplätze wie Etsy oder Dawanda etabliert. Dort können Nutzer ihre Produkte ohne eigenen Online-Shop und technische Vorkenntnisse an den Mann bringen. Die Abwicklung des Verkaufs inklusive Zahlung läuft über die Plattform, sodass lediglich der Versand selbst organisiert werden muss. Diesen Service lassen sich die Betreiber durch Provisionen vergüten, die je nach Anbieter bis zu 15 Prozent des Produktpreises betragen können. Hinzu kommen Gebühren für die Einstellung der Artikel und werbewirksame Funktionen wie großformatige Produktbilder.

Wer diese Kosten umgehen möchte, kann zum eigenen Mietshop greifen. Zwar fallen auch hier monatliche Gebühren an. Diese sind in den vergangenen Jahren wettbewerbsbedingt jedoch stark gesunken, sodass ein Komplettpaket für Einsteiger bei 1&1 bereits für rund 10 Euro im Monat erhältlich ist. Soll ein gänzlich neuer Shop ins Netz gestellt werden, kommen auf den angehenden Verkäufer in der Regel jedoch zusätzlich einmalige Kosten für Anwaltshonorare, die Erstellung von Produkttexten sowie für Bildrechte oder einen eigenen Fotografen zu.

Während sich Mietshops vor allem für kleinere Internetaktivitäten eigenen, kommen Online-Händler mit großen Ambitionen an maßgeschneiderten Profilösungen nicht vorbei. Hier kann der Preis für die Shop-Software, eine professionelle Einrichtung und die kontinuierliche Wartung schnell auf vierstellige Beträge ansteigen, sodass sich solche Geschäftsideen in der Regel nur mit einem durchdachten Konzept und einer solide Fremdfinanzierung umsetzen lassen.

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