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Infoveranstaltung für Bürger

Gmund diskutiert über Zukunftspläne

Von Rose Beyer

Bis zum 7. April liegt der neue Flächennutzungsplan noch öffentlich im Gmunder Rathaus aus. Von Anfang an hatte sich die Gemeinde größtmögliche Transparenz im Prozess um den neuen „Zukunftsplan“ auf die Fahnen geschrieben.

Dabei ist der neue Plan nicht unumstritten. Zahlreiche Stellungnahmen sind bereits eingegangen. So mancher Bauland-Ausweisung wollen Bürger nicht kritiklos zusehen. Kurz nach der Wahl lädt die Gemeinde jetzt zu einer Infoveranstaltung.

Auch um die Weiterentwicklung der „Steinbergsiedlung“ wird es beim Infoabend gehen.

Moderate Wohnbebauung, Ausweitung von Gewerbegebieten, Überlegungen für eine Ortsumgehung – Gmund hat sich viel vorgenommen für die kommenden Jahre. Die Anforderungen an den Flächennutzungsplan (FNP) sind hoch: Er soll die Entwicklung der Gemeinde für die nächsten 15 bis 20 Jahre definieren. Alle Nutzungen, die im Gmunder Raum stattfinden, werden dabei festgelegt: Boden, Wasser, Tierwelt, Natur, Menschen, Tourismus, Verkehr und Energie.

Beim Informationsabend am kommenden Donnerstag werden Planer und Gemeindevertreter die Pläne vorstellen und erörtern. Was darin als Entwicklungsgebiet ausgewiesen werden soll, darüber herrschte bisher nicht immer Einigkeit. Der selbsterklärte Wunsch nach Transparenz brachte dem Gemeinderat zahlreiche Stellungnahmen zum Flächennutzungsplan ein. Während die 14 öffentlichen Träger kaum Bedenken geäußert hatten, waren es 23 Bürger, die sich bislang an den geplanten Projekten störten. Jetzt will man über die Bedenken aufklären.

Dürnbacher Wiese soll bebaut werden

Vor allem die Ausweisung der „Dürnbacher Wiese“ als Bauland stößt auf Kritik. Die Hälfte der Fläche, also 20.000 Quadratmeter, sind dafür im FNP vorgesehen und wurden so auch vom Gemeinderat eingeplant. Diese Entscheidung geht deutlich an der im Sommer definierten Leitlinie vorbei, die den Erhalt der dörflichen Struktur fordert. Das fordern aber auch die Bürger in ihren Stellungnahmen.

Auch die Erweiterung der Wohnbaufläche „Steinbergsiedlung“ ist nicht unumstritten. Sahen die Gemeinderäte vor einem halben Jahr noch Rot für eine Bebauung, so haben sie sich inzwischen mehrheitlich dafür ausgesprochen. Der Grund: Man wollte den Bauwerbern entgegenkommen, die die Grundstücke in der Zwischenzeit erworben hatten.

Auch der Bau der Abfüllanlage des Tegernseer Brauhauses auf der grünen Wiese – er war nicht in jedermanns Sinne. Geht es nach dem neuen FNP, soll sich in der Nachbarschaft der Abfüllanlage weiteres Gewerbe ansiedeln dürfen. Damit führt die Gemeinde ihren Weg, Gewerbe zu verdichten, wo schon welches existiert, konsequent weiter. Obwohl die Regierung von Oberbayern ein offizielles Gewerbegebiet ablehnt, wollen sich die Gmunder dafür einsetzen. Wegen der idealen Verkehrsanbindung steht es als Standort auf der Liste ganz oben.

Umgehungsstraße in Moosrain – Finsterwald

Über eine Umgehungsstraße wurde schon viel diskutiert. Das Gremium sprach sich mit 16 zu vier Stimmen für das Vorhaben aus. Sollte die Umgehung eines Tages kommen, dann könnte man vom sogenannten „Salzstadel“ in Moosrain – entlang der Bahn Richtung Finsterwald – durch einen Tunnel beim „Feichtner Hof“ in Richtung Kaltenbrunn fahren. Wie berichtet, sind die Wiesseer von diesen Planungen nicht sehr begeistert.

Insgesamt soll sich Gmund laut ergänzender Leitlinie „behutsam weiterentwickeln“. So sind einige Planungen, die ursprünglich in den Plan mit einziehen sollten, inzwischen vom Tisch: Keine neue Wohnbebauung in Ostin, keine neuen Häuser gegenüber des Sportplatzes in Finsterwald, keine Bebauung der Wiese an der Hirschbergstraße, keine Erweiterung der Mercedes-Niederlassung AVG und der Mooshölzl-Siedlung in Moosrain. Auch für den geplanten Golfplatz am Kanzlerhof gab es die „Rote Karte“.

Welche der jetzt grundsätzlich möglichen Projekte über die Laufzeit des FNP bis 2030 wirklich umgesetzt werden, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Mit dem Flächennutzungsplan wird nur der grundsätzlich mögliche Rahmen festgelegt. Die Infoveranstaltung soll Bürgern – zusätzlich zur öffentlichen Auslegung – eine Plattform zur Diskussion bieten: Los geht’s am Donnerstag, den 20. März, um 19 Uhr im Neureuther Saal in Gmund.

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