Infoveranstaltung zum Ufersteg in Tegernsee: Parteikader zur Stelle

Von Redaktion

Rund 100 Leute trafen sich pünktlich 10:00 Uhr beim Bräustüberl

Rund 100 Besucher trafen sich Gestern um 10:00 Uhr am Bootsteg beim Bräustüberl. Es sollte um einen Rundgang durch den Ort und um über die aktuellen Pläne zum Bau des Uferstegs gehen. Allerdings hat sich von Start weg der Eindruck einer geschlossenen Parteiveranstaltung aufgedrängt. Überparteilich zwar; CSU, SPD und die BürgerListe haben gemeinsam eingeladen. Nur die Freien Wähler sind der Veranstaltung fern geblieben. In echter Parteimanier ging es dann auch los: mit Reden und Lobpreisungen zum Seesteg, zur guten Absicht der jeweiligen Partei und der Volksnähe generell. Die Chancen wurden hervorgehoben und die Notwendigkeit betont. Allerdings einseitig und ohne dass auf jegliche Kritikpunkte eingegangen wurde.

Man hat es sich aber fast schon denken können, wenn man sich einen der verteilten Flyer etwas genauer angeschaut hat: „Pro-Argumente für den Seeufersteg“ steht unmissverständlich auf der letzten Seite.

Beim Rundgang durch den Ort wurden an den verschiedenen Stationen wieder die einzelnen Pläne erläutert: Aus der Pro-Argumente Sicht. Die beteiligten Grundstückseigentümer, die sich gegen den Steg ausgeprochen haben, wurden bei der Gelegenheit gleich mal als „Verhinderer“ dargestellt, die Lösung aber sofort präsentiert: „Wir bauen den Steg jetzt einfach ins Wasser. Und nicht über die Grundstücke.“ So einfach ist das.

Zu erster Widerrede kam es dann aber doch. Beim Thema Parkhaus und Umbau der Hauptstraße kam es zur ersten Wortmeldung: „der Rückbau der Hauptstraße auf 6,75 Meter Breite entspricht lediglich dem Mindestmaß für eine Bundesstraße. Da ist der Verkehrskollaps doch vorprogrammiert. Ein Radfahrer und der komplette Verkehr staut sich durch den Ort.“ Darauf eingegangen wurde nicht, sondern auf die anschließende Zeit zur Diskussion verwiesen. Dagegen wurden die Vorzüge des Parkhausplans lieber weiter und ausführlich erläutert. Nur am Rande kam durch, dass weder die Kosten, die Refinanzierung,  noch die Zustimmung der betroffenen Anwohner bekannt sind. Rund 100 Parkplätze sollen entstehen. Wie viele es wirklich werden, weiß allerdings auch noch niemand. Alles fixe Pläne bisher. Ohne Grundlage.

An verschiedenen Stationen wurde das Bauvorhaben erklärt. Hier die Stelle an der der Steg, von der Macke Anlage aus kommend, wieder an Land gehen soll.

Es war noch die Rede von neuen Fußgängerquerungen, breiteren Gehwegen und natürlich dem Blick, der sich vom Ufersteg aus bietet. Das kleine Häuschen an der Bootsvermietung muss zwar versetzt werden – aber auch das kein Problem.

Zurück zum Bräustüberl ging’s dann mit dem Schiff.

Die anschließende Diskussion war, na ja, sagen wir mal „Parteikader geprägt“. Mal klatschten die 70 Befürworter, mal die 30 Gegner. Vorwärts gebracht hat es niemanden. Der Plan zum Ufersteg ist sowieso schon vom Gemeinderat beschlossen. Gegenargumente also irgendwie unnötig. Darum wurde auch von Seiten der Bürgermeister kaum drauf eingegangen. Aber darum ging es bei dem Ausflug ja auch garnicht. Hier ging es ausschließlich darum, die „Pro-Argumente für den Seeufersteg“ vorzutragen. Mit der Unterstützung von drei Parteien und einiger engagierter Mitglieder.

Wir meinen: Bürgerbeteiligung ist gut und wichtig. Aber zu einem früheren Zeitpunkt und nicht erst, wenn die Sache eigentlich bereits entschieden ist.

Wie man es auch machen kann, haben die Gmunder erst kürzlich gezeigt: Die Bürgerwerkstatt zum Maximilian war gut besucht und fand zu einem Zeitpunkt statt, als wirklich noch gar nichts entschieden war. Da wollte wirklich jemand die Meinung der Bürger wissen und man kann gespannt sein, was daraus gemacht wird. Gestern war das anders.

Vom Macke Anlage mit Brücke auf das nächste Grundstück, kurz über Land weiter und dann durchgehend mit Steg bis zur Bootsvermietung. So sieht der Plan aus.


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