Gläubiger können bezahlt werden
May-Klinik bekommt halbe Million

von Katrin Kronschnabl

Aktualisierung vom 6. März / 10:28 Uhr
Wie bereits am Mittwoch in der TS berichtet, forderte der Insolvenzverwalter der ehemaligen May-Klinik vom Freistaat rund 540.000 Euro, um Gläubiger der Klinik zu bezahlen. Nun hat das Bayerische Verwaltungsgericht ein Urteil gefällt und dem Insolvenzverwalter Josef Hingerl Recht gegeben.

May-Klinik bekommt Fördergeld in Höhe von 540.000 Euro vom Freistaat.
May-Klinik bekommt Fördergeld in Höhe von 540.000 Euro vom Freistaat.

Nach der Verhandlung vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht am Mittwoch steht jetzt fest, die May-Klinik bekommt den geforderten Betrag von 540.000 Euro vom Freistaat zugesprochen. Gläubiger der 2008 insolvent gegangenen Klinik dürfen sich freuen. „Wir haben gegen den Freistaat gewonnen“, zeigte sich Insolvenzverwalter Josef Hingerl gestern nach dem Urteil zufrieden und zuversichtlich.

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Der Rechtsanwalt hatte beim Verwaltungsgericht Klage eingereicht. Denn die Klinik hatte die Summe von rund einer halben Million Euro bis dahin nicht erhalten. Dabei steht einer Klinik dieser Betrag vom Freistaat normalerweise zu, wenn sie schließt. Nach dem heutigen Urteil dürfen alle Gläubiger und ehemaligen Mitarbeiter der Klinik beruhigt sein. Nun können sie endlich bezahlt werden.

Wie es mit dem baufälligen Gebäude auf dem 500.000 Quadratmeter großen Grundstück weitergeht, liegt nach wie vor in den Händen des neuen Eigentümers – der irischen Cooley Group. Der Geschäftsführer Benedict Mathews plante auf dem Areal zuletzt ein Seniorenheim und ein Baumhaushotel.

Ursprünglicher Artikel vom 4. März 2015 mit der Überschrift: Halbe Million für insolvente Klinik?
Schon seit Jahren steht die May-Klinik leer. Jetzt bekommt der Insolvenzverwalter wohl den stolzen Betrag von 540.000 Euro vom Freistaat. Doch noch müssen die Gläubiger zittern.

Die ehemalige Dr. May-Klinik ist 2008 in Insolvenz gegangen.
Die ehemalige Dr.-May-Klinik ist 2008 in Insolvenz gegangen.

Behandelt wurde in der Kreuther Klinik schon seit 2008 niemand mehr. Das einst schöne Gebäude steht nun seit Langem einsam und verlassen auf dem rund 500.000 Quadratmeter großen Grundstück in Kreuth. Während das baufällige Gebäude seinen Charme längst verloren hat, kämpft Insolvenzverwalter Josef Hingerl nun um Geld vom Freistaat.

Die Summe von rund 540.000 Euro steht normalerweise jeder Klinik zu, die schließt. Die May-Klinik hat davon bis jetzt allerdings noch nichts erhalten. Deshalb hat Rechtsanwalt Hingerl Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht eingereicht.

Der Freistaat weist die Vorwürfe jedoch zurück, da bereits in der Vergangenheit Fördergelder an die Klinik überwiesen wurden. Diese seien jedoch von der Klinikleitung falsch eingesetzt worden. Damit sei ein weiterer Anspruch verwirkt.

Was passiert mit der ehemaligen May-Klinik?

Von dem erhofften Betrag sollen Gläubiger der Klinik sowie ehemalige Mitarbeiter bezahlt werden. Die Verhandlung fand am heutigen Mittwoch statt. Mit einem Urteil des Gerichts ist jedoch erst morgen zu rechnen. Hingerl teilte der TS aber bereits mit, er sei sehr zufrieden mit dem Verlauf der Verhandlung: „Ich bin zuversichtlich. Es sieht so aus, als ob uns das Gericht eine halbe Million für die Gläubiger zuspricht“, so der Rechtsanwalt.

Wie es mit dem Grundstück und dem Gebäude der ehemaligen Klinik weitergeht, ist immer noch unklar. Zuletzt plante Benedict Mathews, Geschäftsführer der Cooley Group, ein Seniorenheim und ein Baumhaushotel auf dem Gelände errichten zu lassen. Die irische Gesellschaft ist seit 2013 Eigentümer der einstigen Klinik. Wie Mathews der TS vor einigen Wochen berichtete, dauern die Planungen weiter an. Mehr könne er dazu im Moment nicht sagen.

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